Melancholischer Abschied

von PAscal Malbrun
Mitglied

Der Tonarm bewegt sich. Die Nadel berührt das Vinyl. Die Musik erklingt. „The End” von The Doors. Ich tanze. Tanzend schnappe ich mir mein Whiskyglas. Ich trinke, nein ich saufe. Ein leiser Unterschied. Ich drehe den Sound auf. Die Wände sollen wackeln, denke ich mir. Ich soll wackeln, in die Nacht hinein.
Ich zünde mir eine Zigarette an. Ein aufklappbares, goldenes Feuerzeug kommt zum Vorschein. Ich spiegele mich im Metall. Ach Scheiße! Was für ein Versager! Naja egal, tanzen kann ich trotzdem.”, sind meine Gedanken.
Die Platte dreht sich unaufhörlich weiter. Ich drehe mich mit ihr, nur nicht ganz so schnell. Es ist so weit. Ich glaube es ist der passende Moment gekommen. Mit dieser Musik im Ohr will ich sterben.
Ich gehe ins Bad. Ich nehme mir diverse Medikamente aus dem Schrank. Ich schlucke, mehrere auf einmal, Whisky hinterher. Mein Werk ist getan. Ich kann schlafen gehen.
Ich lege mich ins Bett. Mein Herz tut weh. Fuck. So friedlich wird es wohl nicht gesche-
hen. Ich trinke noch einen Schluck Whisky. Die Zigarette glüht weiter vor sich hin. Mir wird übel. Schwindel. Schweiß. Nein noch nicht. Ich lebe. Verdammt, ich lebe!
Es ist kaum auszuhalten. Die Medikamente zeigen ihre Wirkung. Der Alkohol macht mich fertig. Alles in allem ein schlechter Tag. Naja, ich will ja auch sterben.
Die Musik geht zu Ende. Ich muss die Platte umdrehen! Krach. Ich falle aus dem Bett. Der Tonarm bewegt sich hin und her. Ich muss die Platte wechseln, denke ich. Es sind meine letzten Gedanken.
Ich bin tot.

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