Gewissen vs. Überzeugung

von Sabrina Jung
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Wenn Du die Dinge, die Du tust, von denen Du glaubtest überzeugt zu sein, vor anderen rechtfertigst, kommt das einem eigenen Rezitieren gleich, weil Du Dich selbst überzeugen möchtest, von dem was Du tust, dass es die bessere Wahl wäre, um kein schlechtes Gewissen zu haben. Klüger wäre es, wenn Du Dir die Frage stellen würdest, wieso Du ein schlechtes Gewissen hast.

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Kommentare

08. Aug 2018

Ein Aphorismus, meiner Ansicht nach - so überzeugend wie gelungen!

LG Yvonne

09. Aug 2018

Ja, gewiss, Sabrina. Aber in einem Team muss man seine Mitstreiter oft überzeugen, z.B. weshalb man in einem Rechtsstreit MandantInnen eine bestimmte Gebühr in Rechnung stellen will, muss. Mit schlechtem Gewissen hat das nichts zu tun. Aber im Allgemeinen rechtfertigen sich manche Menschen oft für ihre (guten oder schlechten) Taten, weil sie unsicher sind, ob sie richtig gehandelt haben - oder auch, weil das Gewissen sie plagt.

Liebe Grüße,
Annelie

09. Aug 2018

Wenn man etwas auf Grund von Dienstvorschriften tun muss, ist es sicherlich auch das gleiche, dass man auch selbst nicht hundertprozentig davon überzeugt ist, dass man nun diese horrenden Gebühren nehmen muss. Wenn Du überzeugt von einer Sache bist, dann rechtfertigst Du sie nicht mehr, auch bei den horrenden Gebühren plagt das schlechte Gewissen, was ein brillantes Beispiel ist. Danke Dir für Deine Zeilen.
Liebe Grüße in die Nacht
Sabrina

09. Aug 2018

Liebe Sabrina, ich meinte mein Beispiel dahingehend, dass möglicherweise einem oder zwei Mitarbeiter nicht klar sein könnte, weshalb eine Gebühr in Ansatz gebracht werden muss; das kann man anhand der Akte und der Gebührenordnung beweisen. Nicht immer sind die Gebühren hoch; das kommt ganz auf den Streitwert an. Fachangestellte beim Anwalt braucht kein schlechtes Gewissen zu plagen. Die meisten Anwälte arbeiten bis tief in die Nacht hinein. Es gibt selbstverständlich auch darunter "schwarze Schafe"; aber ich weiß, dass man auch in dieser Berufssparte Idealisten finden kann.

Liebe Grüße zu Dir,
Annelie

09. Aug 2018

ja das würde ich unter Erklären abbuchen und belehren, aber nicht unter rechtfertigen, meinte das hier nur bezogen auf Dinge, die man aus eigener Überzeugung macht oder zumindest glaubt zu machen, nur weil es sich irgendwann und irgendwo mal so ergeben hat, ohne zu hinterfragen, wieso mache ich das eigentlich so oder immer noch so ............. und vielleicht gibt es für mich gar keinen Grund mehr, das so oder so zu machen und und und ..................
Liebe sommerliche Grüße in den Tag,der nur Gutes bringen mag
Sabrina

20. Sep 2018

Du beschreibst sehr treffend ein (leider) häufiges Phänomen unserer Gesellschaft. Oftmals liegt der Ursprung einer Konversation einzig und allein in unterbewussten Reflexionen einer Beziehung mit dem Selbst des Jeweiligen.
Viele (und ich ertappe mich auch immer noch regelmäßig dabei) kommunizieren nicht wirklich mit dem Gegenüber, sondern erhoffen sich im Grunde einzig die Bestätigung zu bekommen von der sie meinen, dass sie diese unterstützend benötigen.

Wie viel Energie wohl für Ideen eingesetzt werden könnte, wenn sie durch solche Dinge nicht verschwendet werden würde?!

Viele nachdenkliche Grüße,
Nocebo

20. Sep 2018

Danke Dir für Dein Kommentar.
Dabei wäre es so einfach miteinander zu kommunizieren, aber wenn man kommuniziert, in dem man bestätigt werden möchte, was ja legitim ist, dann kommt es vielleicht auf das "Wie" an. Wenn man dem anderen das Gefühl gibt, dass man kein Interesse hat, dann kommt wohl das Gleiche zurück ("Echo" ............. im doppelten Sinne, steckt so viel Metaphysik in den einfachen Dingen.)
Nicht zuviel nachdenken, führt zu Nichts, Handeln führt zu Etwas!
Liebe Grüße (mag das Wort "Nocebo" nicht wirklich)

14. Okt 2018

Hm.

Hm reichte eigentlich, aber es zieht wie ein kalter Magnet unterschiedliche Interpretationen unter dem Bett oder Tisch oder Schmollecken hervor. Also muss das gemeinte Offenkundige gesagt sein:

Selbst über das Dafürhalten für die Richtigkeit des feinen Gedichtes schneit es Rechtfertigungen. Vm Himmel?

Mein Gruß ist lieb an alle.
Uwe

14. Okt 2018

Klar muss das Gemeinte nicht offenkundig gesagt werden, wenn Du ein entsprechendes Gegenüber hast, der diese Art von Sprache dann versteht, das wäre die Voraussetzung dafür, sprich, wenn man sich schon ewig kennt und jeder weiß, wie der andere so tickt, dann kann man auch schon mal was andeuten, sonst läuft man eher Gefahr sich in Missverständnissen zu verstricken, natürlich kommt es immer auch noch auf den Tonfall, z. B. wie man etwas sagt an, was man aber z.B. via email niemals wirklich, sofern man sich nicht gut kennt, hinbekommt, weil man eben genau nicht weiß, wie der andere das dann meint, gibt ja Menschen, die machen komische Späße, die in solchen Momenten nicht wirklich rüberkommen, wenn der andere das dann genau so versteht, wie man es schreibt.

Und natürlich schneit es keine Rechtfertigungen vom Himmel, manchmal möchte, man seinem Gegenüber einfach nur erklären, warum, was wie ist, aber als Rechtfertigung verstehe ich eigentlich etwas Anderes, wenn man z. B. sein Verhalten anfängt zu rechtfertigen, weil man eigentlich weiß, dass man was falsch gemacht hat und das dann immer wieder wiederholt, so dass es einem Rezitieren gleich kommt, dann bleibt halt die Frage offen, zumindest geht es mir immer so, wenn mir jemand auf Teufel komm raus, immer wieder die gleiche Leier erzählt, die ich mir auch schon beim ersten Mal gemerkt habe, wieso derjenige sich permanent wiederholen muss, z. B. wie es Herr Seehofer auch gern tut mit seinem schelmenhaften Jungenblick, als ob er sich alles erlauben dürfte, dann werde ich für meinen Teil sehr skeptisch und denke mir, wozu wiederholt er sich ständig, obwohl ich denke, dass dieser Mensch eher zu der Sorte "Kein schlechtes Gewissen" gehört dafür gibt es ja dann den Beichtstuhl und vielleicht eine ordentliche Spende "Gott weiß wohin" .......
Ebenso liebe Grüße zurück
Sabrina