Schokolade und Kaffee – was für ein Luxus!

von Doris Müller
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Jeder der Schokolade und Kaffee genießt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass diese beiden Luxusgüter nur mit Hilfe von unterbezahlter Kinderarbeit möglich ist, ganz egal, ob die Schokoladen nun aus dem Supermarkt oder aus dem edlen Biomarkt stammen, denn wenn man logisch denken kann und ein wenig rechnen noch dazu, dann kann jeder für sich ausrechnen, wenn ich mir eine Schokolade im Supermarkt kaufe, in der ca. um die 30 % Kakao-Anteil ist, die ca. 1 Euro kostet und wenn ich mir dann im Gegenzug dazu eine Schokolade mit fast 99 % Kakao-Anteil aus dem Bioladen kaufe, die dann 3 Euro kostest, wobei die Schokolade, die 3 Euro kostet mit einem höheren Kostenfaktor, sprich wegen der besonderen Verarbeitung, hergestellt wird, dann weiß jeder, dass bei den Plantagen-Arbeitern trotzdem nicht mehr hängen bleibt. Es ist und bleibt schlichtweg ungerecht, egal, welche Schokolade und welchen Kaffee ich mir kaufe, die Menschen dort werden ausgebeutet. Warum akzeptieren wir das nur?
Zu diesem Thema bitte noch die weiteren Artikel lesen:
Rohstoff für Schokolade (von Philipp Seibt, Spiegel vom 05.08.2015)
In Westafrika sollten deutlich weniger Kinder im Kakaoanbau arbeiten - das versprachen Konzerne und Regierungen. Doch eine neue Studie belegt ihr Scheitern: Die Zahl der minderjährigen Arbeiter auf den Plantagen ist stark gestiegen. Dabei könnte jeder Verbraucher etwas dagegen tun.
Nahezu alle dieser Kinder - rund 90 Prozent - verrichteten gefährliche Arbeiten. Sie ernteten zum Beispiel mit einer Machete Kakaoschoten, schleppten Säcke mit Kakaobohnen oder Wasser für die Behandlung mit Insektiziden.

Die Arbeit auf Kaffeeplantagen (ein Auszug aus dem Spiegel vom 21.09.2017)
Edle Bohnen, teure Kapseln: ein Milliardenbusiness. Aber nicht für die Menschen, die den Kaffee anbauen und ernten. Über die Hintergründe eines Geschäfts, das ohne Ausbeutung und Kinderarbeit so nicht funktionieren würde.
Für die Konsumenten wird der Kaffee immer wieder neu erfunden, immer wieder neu verpackt. Doch die Geschichte dahinter ist eine uralte. Sie erzählt davon, dass viel von dem, was heute Globalisierung heißt, in Wahrheit immer noch Kolonialismus ist.
Es könnte sein, dass Juan Gonzales die Bohnen für diesen Kaffee gepflückt hat. Er ist zwölf Jahre alt und arbeitet mit seiner Mutter Maria, einer Maya-Frau, bei der Ernte an den Hängen des Vulkans Toliman westlich der Hauptstadt Guatemalas. Hier wächst der Arabica-Kaffee, den die Deutschen so schätzen. Der Junge und seine Mutter arbeiten für eine Finca, deren Besitzer Carlos Torrebiarte heißt. Er verkauft seinen Kaffee auch an Starbucks.
"Juan hat den über einen Zentner schweren Sack geschleppt", sagt die Mutter, müde und stolz auf ihren Sohn. Sie ist keine 30 Jahre alt, sieht aber aus wie 50. Ein Stahlstift ersetzt einen ihrer Schneidezähne.
Am Berg ist die Kaffeeernte in vollem Gang. Frauen mit Scharen von Kindern ziehen die Hänge hinauf. Es ist schwer, als Journalist mit ihnen zu reden. Sofort greift einer der bewaffneten Wachposten der Plantage ein. Ein Gespräch ist nur möglich, wenn man Maria und Juan sowie andere Frauen und Kinder auf der Ladefläche des Pritschenwagens mit nach unten ins Dorf nimmt.
Marias Tageslohn liegt in der Regel unter 87 Quetzales, zehn Euro, dem gesetzlichen Mindestlohn in Guatemala für einen Tag. Es wäre noch weniger ohne die Mithilfe von Juan, der offiziell nicht mitzählt. Kinderarbeit unter 14 Jahren ist in Guatemala verboten. Dennoch gehören arbeitende Kinder in den großen Plantagen zum Alltag. Ohne sie könnte der Kaffee nicht so billig geerntet werden.

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