Auszug aus dem Leben eines Mädchens (10)

von claire brady
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Ich war mittlerweile 20 Jahre alt. Liz war sieben Jahre älter als ich. Sie hatte in allem mehr Erfahrung als ich und ich sah sie als sowas wie einen Mentor. Sie war sehr beliebt, hatte viele Freunde und es fiel ihr nicht schwer Kontakte zu knüpfen. Vor allem ging sie am Wochenende gern feiern. Liz konnte auch unheimlich gut stylen. Sie fragte mich ob ich nicht mal mit ihr feiern gehen möchte. Ich war eigentlich nie gern unter vielen Menschen, aber ich dachte ich könnte es mir ja mal antun, so komme ich auch auf andere Gedanken.
Es war Freitag. Meine Tante ignorierte mich schon eine Weile, denn so bestraft sie Menschen, die ihr auf den Geist gehen. Ich ging einfach die Tür raus und auf schnellstem Weg zu Liz. Ich hatte ein knappes Kleid an, wenn ich schon in die Disco ginge, wollte ich auch ein Blickfang sein. Liz machte mir die Haare und schminkte mein Gesicht. Als ich fertig war blickte ich in den Spiegel, ich hätte mich selbst knutschen können. Sie hat wirklich alles aus mir raus geholt. Liz war korpulent, aber hatte ein wirklich bildhübsches Gesicht und lange schwarze Haare. Ihre Proportionen stimmten aber irgendwie. Ich fand sie wunderschön.
Wir fuhren schwarz mit der Bahn. Das hab ich zum ersten mal gemacht. Übertrieben, aber für mich war das richtiger Nervenkitzel. Erleichtert, dass wir nicht erwischt wurden, stiegen wir aus und Liz holte eine Flasche Sekt aus ihrer Handtasche. „in den Discos ist der Alkohol immer so teuer, wir trinken auf dem Weg vor und drinnen geben wir uns den Rest“, sagte sie. Während wir den Sekt schlürften, schaute ich Liz immer wieder an. Ich wäre so gerne sie gewesen. Sie war so furchtlos und voller Lebensfreude.

Endlich waren wir in der Disco angekommen. Die Türsteher ließen uns einfach vorbei, Liz war bekannt. Mein neugewonnenes Vorbild zeigte mir die Welt des Nachtlebens und des Glamours. Ich fühlte mich wie ein Star an ihrer Seite und bereute es, nie feiern gewesen zu sein. Sie verschwand kurz und kam mit Schnapsgläsern zurück. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern wie viele von diesen Dingern ich getrunken hab. Es lief auf jeden Fall wie Wasser. Liz wollte unbedingt tanzen und nachdem ich mir Mut angetrunken hab, bin ich mit ihr auf die Fläche.

Wir waren schnell umzingelt von sabbernden Halbstarken. Liz grinste und zwinkerte mir zu. Ich verstand die Message. Ich ließ mich abgraben und betatschen, damit wir die ein oder anderen Getränke spendiert bekamen. In meinem Schlampendasein hinkte Liz mir in nichts hinterher. Sie hatte genauso Spass daran Männer zu verführen. Bei ihr waren es andere Beweggründe als bei mir. Sie hat es einfach gern getan und ich befriedigte nur meine unstillbare Sucht nach Liebe.
Wir waren bis fünf Uhr morgens in dem Club. Wir haben mit vielen geknutscht aber letztendlich wollte Liz einen Typen mit Heim nehmen. Der wollte aber nur mit, wenn sein Freund auch die Chance bekommt heute einen zu landen. Sie hießen Kevin und Marc. Liz nahm mich mit in eine Ecke und flüsterte mir zu: „Kevin kommt nur mit zu mir, wenn du Marc an dich ran lässt. Du musst das für mich tun, ich habe dir den ganzen Abend bezahlt.“ Da war es wieder, nichts geht ohne Gegenleistung, ich musste langsam lernen das nichts aus reiner Nächstenliebe geschieht. Mein schlechtes Gewissen drängte mich dazu ja zu sagen.
Wir stiegen in ein Taxi und ich unterhielt mich erstmal ein bisschen mit Marc. Er war sehr schüchtern und Kevin steckte mir, dass Marc noch Jungfrau ist und nicht viel Erfahrung hat. Das war ihm sichtlich peinlich und Liz schaute mich nur an als würde sie sagen wollen „versau mir das bloß nicht!“ Also tat ich was sie verlangte. Mir war es unangenehm, eigentlich sollte das erste mal was besonderes sein und nicht an eine dahergelaufene Bitch verschwendet werden. Aber ich wollte es wie so vielen auch Liz recht machen. Ich war leicht zu manipulieren und das hat sie gleich gemerkt.

Gegen sieben Uhr morgens kamen wir bei Liz zu Hause an. Sie hatte eine kleine Einzimmerwohnung mit einem Raumteiler von IKEA. Auf der einen Seite stand ihr Bett und auf der anderen die Couch. Sie und Kevin fielen direkt übereinander her und ich konnte es hautnah miterleben. Ich habe noch nie jemandem beim Sex beobachtet. In dieser Nacht hatte ich gleich zwei erste Male mit Liz. Marc saß erregt auf der Couch, es fehlte nur noch, dass ihm die Spucke aus dem Mund läuft so vertieft war er in das Liebesspiel der beiden. Da Marc wohl nicht von alleine auf die Idee kam mich anzufassen und ich Liz als Freundin behalten wollte, legte ich los. Ich küsste und streichelte ihn, flüsterte ihm ein paar dreckige Sachen ins Ohr und schon stand er wie eine eins. Ich drückte ihm ein Kondom in die Hand zog mich langsam aus und legte mich hin. Marc saß da wie angewurzelt und konnte die Augen nicht von mir lassen. Ich nahm seine Hand und legte sie zwischen meine Beine. Endlich hat er sich auch mal geregt, ich dachte diese Anspannung nimmt nie ein Ende. Ich signalisierte ihm, dass er ihn endlich rein stecken soll...und wie er drin war, war er auch schon fertig. Erstes Mal eben.
Kevin und Marc gingen nachdem sie sich entleert hatten und ich blieb bei Liz. Sie schlief direkt ein und ich fühlte mich so schäbig. Wie konnte ich mir sowas antun und wie konnte ich jemanden auf so eine Weise seiner Jungfräulichkeit berauben?! Es war purer Egoismus von mir. Alles nur, weil ich Liz als Freundin behalten wollte. Ich suchte natürlich die Schuld bei mir, damals wäre mir nie in den Sinn gekommen, dass Liz und viele andere mich manipuliert haben. Wer gesteht sich schon ein, eine Störung zu haben.

Irgendwann schlief auch ich ein. Ich war erschöpft von dem inneren Konflikt mit mir. Liz weckte mich mit Kaffee und die Welt war wieder in Ordnung bis ich nach Hause ging. Dort wartete wieder die Ignoranz auf mich. In meinem Zimmer redete ich es mir schön, was mit Liz gelaufen ist, weil ich von ihr nicht ignoriert wurde und sie meine einzige Zuflucht war. Doch Liz ließ immer mehr von ihrem wahren Charakter durchblitzen.

To be Continued…

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