There is no life before a shower ...

von Nicole Schrake
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Wer kennt das nicht? Der Wecker zerreißt die morgendliche Stille, vertreibt den Nebel der Träume, dann sitzen wir noch müde auf der Bettkante. Wenn man, wie ich, am frühen Morgen eine Runde joggen geht, heißt es, den riesigen, inneren Schweinehund mundtot zu machen, mit aller Macht, der da bellte: „Komm, dreh Dich noch einmal um, nur noch eine halbe Stunde.",Der fiese, räudige Köter wurde schnell zum Schweigen gebracht. Halt die Klappe, Mistvieh, Maulkorb festzurren, dann hinein in die Jogging-Klamotten, Schuhe an und hinaus in die Natur.

Ein Zaunkönig saß im nachbarlichen Gebüsch, sang sein morgendliches Lied, die Sonne ging über den dunstigen Feldern des Münsterlandes auf. Zarte, rosafarbene Wölkchen zierten den malvenfarbenen Himmel. Konnte ein Tag besser beginnen? Die Luft rein, noch kühl, unverbraucht, wie am 1. Tag der Schöpfung und ich mittendrin in diesem Geschenk des Schicksals.

Brav absolvierte ich mein morgendliches Lauftraining und genoss die Stille der münsterländischen Dorfidylle. Nach einer Stunde erreichte ich meine Wohnung. Ja, jetzt eine heiße Dusche. Was wäre der Morgen ohne das heiße Wasser, das genüssliche Einschäumen der Haut, das Prickeln der Tropfen, das Entfernen der schmalzigen Haare? Ohne eine Kippe und einen starken Kaffee nach dem Joggen läuft am Morgen gar nichts bei mir; der Reaktor hat dann einfach kein „Futter“, erloschene Kernbrennstäbe, Energie musste her. Nach der 1. Zigarette in meinem Studio tapste ich verstrubbelt in mein winziges Bad und schaltete das Radio ein. U2 gröhlte gerade: Beautiful Day. Na, wenn das mal kein Omen war. Ich trällerte gut gelaunt, schief und lautstark mit.

Meine Lebensgeister standen wieder Spalier, ich war hellwach, alles auf Empfang; die Lämpchen des Kontrollzentrums brannten. Ich drehte den Hahn auf und ließ meine Kleidung von mir fallen. Mit meinem rechten Fuß prüfte ich die Temperatur des prasselnden Wassers. Bergsee ließ grüßen. Kalt. Nichts, kein warmes Wasser. Mist. Auch nach einer gefühlten Ewigkeit erhitzte es sich nicht. Resigniert stellte ich das Wasser ab. Die Aussicht auf Gletscherwasser verhagelte mir ein wenig die Gemüts-Petersilie.

Nackt ging ich in das Wohnzimmer und wühlte in meinen Unterlagen. Schnell fand ich die Telefonnummer meines Handwerkers des Vertrauens. Ich brachte mit klappernden Zähnen mein Anliegen vor, man versprach mir ein Erscheinen eines fachkundigen Mitarbeiters gegen 10 Uhr. Puh, Glück gehabt. Nur gut, dass ich Urlaub hatte. Ich zog meinen jadegrünen, seidenen Pyjama an, schnappte mir eine weitere Tasse Kaffee „Marke plötzlicher Herztod".

2 Tage chillen, frei, Ausspannen von der Hektik des Alltages; alles paletti, doch ohne heiße Dusche? Ich schlürfte einen weiteren Schluck meines koffeinhaltigen Heißgetränkes und ging dann erneut in das Bad, doch meine Hoffnung schwand schnell. Immer noch nichts, kein heißes Wasser. Die Zeit verrann, dann endlich, Glockenschlag 10 klingelte es. Ich öffnete die Tür und ein Kerl wie eine Schrankwand, bekleidet mit einem Blaumann, stand vor mir.

„Guten Morgen, Sie haben kein warmes Wasser?“ „Ja, kommen Sie bitte herein.“ Ich ließ dem Hünen den Vortritt und bugsierte ihn ins Bad. Mein Blick fiel auf die Region des Regio glutealis. Die Hose saß eng und betonte die äußerst appetitliche Form noch. Wir plauderten ein wenig über den schönen Morgen, er machte sich ans Werk und er machte seine Arbeit gut, wie ich dann eine Viertelstunde später freudig feststellte. Heißes Wasser, endlich, Dampf erfüllte das Bad. „Na, probieren Sie‘s doch mal aus.“ sagte der Hüne und zwinkerte mir zu.

Ich neigte den Kopf und sah ihn an. Seine rechte Hand streckte sich vor, streichelte über mein Gesicht, dann beugte er sich etwas scheu zu mir herüber und küsste sacht meinen Mund. Meine Gedanken waren zwiespältig. Sollte ich ihm eine Ohrfeige verpassen oder der Tatsache meiner nahenden fruchtbaren Tage und der damit verbundenen erhöhten Libido Rechnung zollen? Welche Frau träumte nicht davon, einen kernigen Handwerker zu vernaschen? Außerdem: Meine „Friendship with benefits" war beendet, weil der liierte Döspaddel, der auf allen Hochzeiten tanzen musste, unvorsichtig wurde und aufgeflogen war; ergo: Ich wollte in diesem Leben noch einmal hemmungslosen Sex haben, bevor meine Labien Spinnweben ansetzten.

Also verscheuchte ich die letzten, sich zierenden Gedankengänge mit einem Tritt in den Arsch und meine gute Erziehung. Ich gab nach. Der Kuss wurde fordernder, drängender und mit einem Seufzen ließ ich mich an die breite, männliche Brust sinken. Unsere Herzen pochten heftig.. Meine kleine, rechte Hand wanderte an den langen Schenkeln des Hünen hinab; mit traumwandlerischer Sicherheit bugsierte ich sie ins Zentrum der Manneskraft und ergriff behutsam diese wunderbare Schwellung zwischen den muskulösen Beinen. Das heftige Pulsieren unter dem rauen Stoff machte mich schwach.

Mein Gegenüber ließ seine Hände um meine kleinen Brüste wandern und zeichnete mit den Kuppen seiner Zeigefinger die Konturen meiner sich hoffnungsvoll aufrichtenden Brustwarzen nach. „Lass uns duschen.“ flüsterte ich heiser und grinste anzüglich. Schnell flogen die Textilien in die Ecke. Wir giggelten wie alberne Kinder und stiegen in die Dusche. Wir passten kaum hin, doch wo ein Wille, da ein Weg. Das herrliche Nass erquickte uns wenig später. Ich ging auf die Knie und küsste samtige, warme Haut; meine Hände wanderten über die Innenseiten der festen Schenkel. Das laute Stöhnen meines Toyboys vermischte sich mit dem Plätschern des Wassers, das über unsere nackten Leiber rann. Ich leckte langsam an dem erigierten Penis entlang, immer und immer wieder, dann stülpte ich die weichen Lippen meines Mundes über die Eichel, genoss die schwellende Härte und die Hitze des Fleisches.

„Oh, mein Gott, das ist phantastisch.“ keuchte der Mann. Er zitterte am ganzen Leib; meine rechte Hand massierte zärtlich die Hoden, dann ließ ich einen meiner schmalen Finger in den Anus gleiten, ganz langsam, vorsichtig tastend, behutsam und endlich fand ich das Zentrum, die Kastanie der Lust. Der Mann spreizte die Beine, die Augen hingebungsvoll geschlossen, ganz Gefühl und Lust. Ich überließ mich meinen Instinkten, lauschte auf die Reaktionen des Körpers und fühlte, wie die Welle der Geilheit in ihm immer mächtiger wurde. Eine Welle, die unbedingt geritten werden musste.

Der rosige, pralle Penis zuckte in meinem Mund, ungeduldig, verlangend, um Erlösung geradezu bettelnd. Ich schmeckte das Aroma des Bonjour-Tropfens auf meiner Zunge, wenig später explodierte der Lustspeer in meinem Mund und heiße, cremige Sahne benetzte meinen Gaumen. Ein lauter Schrei der Erfüllung mischte sich mit dem Geräusch des rauschenden Wassers.

„Wow.“ war das einzige Wort, das der Mann nach einer Weile mühsam hervor brachte, während seine Augen noch den Schimmer der abebbenden Lust zeigten. „Ich habe noch Zeit.“ sagte der nackte Mann und grinste dazu breit. „Na, dann komm mit mir.“ antworte ich und zwinkerte ihm zu. Wir stellten das Wasser ab, stiegen aus der Dusche und liefen wenig später tropfend auf mein breites Bett zu. Ich legte mich hin und öffnete meine Schenkel. Der Mann verstand meine stumme Aufforderung und ließ seine Zunge über meinen nassen Körper gleiten. Ich war so erregt, dass es nicht lange dauerte, bis ich mich in die Laken krallte und aufschrie.

Die Zunge des Mannes tanzte auf meinem samtigen Venushügel Lambada, während ich mit meinen Füßen seinen Penis zu neuem, kraftvollen Leben erweckte. Der Mann kam über mich wie eine Urgewalt und bahnte sich seinen Weg. Ich riss ihn tief in mich hin, verschlang ihn, wir wurden eins, unsere Leiber verkeilten sich und die harten, kraftvollen Stöße jagten Schockwellen durch meinen Körper bis dieser süße Morgen in einem Kaleidoskop aus Sternenstaub zerbarst.

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