Himmelsdiamant

von Nikola M
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Entschlossen streckt er seinen stählernen Arm nach dem kleinen Stern aus, beharrlich, verheißungsvoll.
Ohne an seinem Vorhaben zu zweifeln reckt er sich über dem spiegelndem Wasser und verschmilzt mit dem trüben Horizont.
Sein Blick fokussiert auf den hell strahlenden Himmelskörper, so klein und dennoch so hell. Welch eine Kraft lässt ihn Nacht für Nacht im goldenen Licht aufblühen? Welche Macht ist ihm zuteil? Zu beirren, zu weisen, zu sprechen und zu verführen.
Er greift unaufhörlich nach ihm, will ihn fassen.

Unter seinem eisernen Arm strömt das Leben ein und aus, es tummelt sich und zerstreut sich wieder.
Der Traum, der Wunsch, der Gedanke - Seine Realität.
Mit beiden Beinen fest auf dem Boden, mit dem Kopf unter den Wolken und mit dem Herzen beim Stern, wann?
Wann schließt er seine kühle Hand um den zarten, hell leuchtenden Himmelsjuwel?

Das tiefblaue Wasser streichelt von Zeit zu Zeit sanftmütig seine kräftigen Beine. Der raue Wind weht ihm von Zeit zu Zeit unter der Nase vorbei und hinterlässt den Duft der träumerischen Freiheit. Von Zeit zu Zeit, von Moment zu Moment pendeln seine Gedanken um den strahlenden Stern.

Weinrot blickt sein Herr hochmütig auf ihn hinab. Legt seinen schimmernden Arm um den Stern und umspielt den kleinen Himmelsdiamanten mit seinem rötlichen Schweif.
Noch majestätischer, noch geheimnisvoller funkelt das kleine Licht.
Mit aller Kraft streckt sich der stählerne Träumer dem Stern entgegen, lässt sich nicht beirren, hält fest an seinem Traum.

Bald, ja, bald wird er den sanften Stern in seinem Arm halten.
Bald, ja, bald wird er das zarte Licht an seine kalte Brust halten.
Bald, ja, bald.

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