Phänomen "Geld"

von Olaf Lüken
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Über Geld redet man nicht. Geld hat man. Geld ist scheuh wie ein Reh.
Was ist Geld ? Die Zahl der Wirtschaftsprofessoren, die einen Nobel-
preis erhielten, ist groß. Entweder sind es Monetaristen oder Fiskalisten.
An das Thema "Geld" (geldan -- Geltung) hat sich noch keiner von
ihnen herangewagt.

Was ist Geld ? Jeder hat Geld, keiner hat genug davon. Man hasst es,
wenn es fehlt, man empfängt es mit offenen Armen. Man spricht nicht
gern davon, man denkt stets daran. Es ist das Blut der Wirtschaft. Werk-
zeug für alles. Instrument des Erfolgs, Symbol der Macht, die Macht
schlechthin. Es heilt, es macht krank, es rettet, es tötet. Es schlägt, es
zirkuliert, es macht fruchtbar, es verschwindet, es korrumpiert, es
macht groß, es geht von Hand zu Hand. Es ist verdient, es ist unrein.
Man gebraucht es, man träumt davon, man versteckt es, verachtet es,
betet es an.Dann häuft man es an, es wird zum Schatz. Das Geld wird
dadurch unproduktiv. Man verleumdet es und schwört ihm ab, es wird
gemieden..
Die Menschen betrachten Geld mit ihren geheimsten Gefühlen, ihren
Rivalitäten, Erfolgen, Frustrationen, ihren Ergeiz, ihrem Groll.
Nachts steht es auf, nimmt Gestalt an, dominiert, erleuchtet, beschützt,
vernichtet. Es ist ein Truggott (Mammon), den man anfleht und den
man fürchtet. Es ist der Sündenbock für unsere Übel und ist überall zur
Hand, es bewegt ständig das Gemüt, es ist das Maß, man hat es zum
Objekt gemacht. Halten wir fest:

Jeder braucht es, jeder will es. Das Streben nach finanzieller Unab-
hängigkeit prägt auch unser heutiges Denken und Handeln. Und was
sagen die Weisen ? Geld macht vor allem dann glücklich, wenn es aus-
gegeben wird - zum Beispiel an Bedürftige. Willkommen in der Welt
des Geldes

Aus meinem Buch "Schöne neue Geldwelt" - ein Lesebuch
(Buchwerk Verlag, Kaarst) 2017

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Interne Verweise

Kommentare

15. Jan 2020

Ich habe ja Dein Buch im Hause!
(Mein Geld hat leider Bertha Krause ...)

LG Axel

15. Jan 2020

Sehr lesenswert und dieses auch mehrfach. Was wäre bzw gäbe es überhaupt eine Alternative zum Geld...
Herzlich grüßt Dich Ingeborg

15. Jan 2020

Hach, da wollte ich auch schon immer mal hin - ins Geldland...
die Sorgen sind gewiss weniger dort
ja, und wenn ich so viel hätte wie ich wollte, dann könnte ich mir sogar ein paar Politiker leisten...

LG Alf

16. Jan 2020

Das liebe Geld. Es geht ja halt nicht ohne. Die, die zu viel haben, wollen noch mehr, die, die genug haben, sind am besten dran und die, die wenig davon haben, sind oft die Gelackmeierten und weit in der Überzahl. Da sich alles nur ums Geld dreht, bleibt das wichtigste auf der Strecke, nämlich, auf irgendeine Art und Weise, der Mensch selbst.

Liebe Grüße
Soléa