Das Drama der Louanne Éva

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Prolog: Louanne Éva

Inmitten einer weit unberührten Heide,
hoch aufragend ein mächtiges Anwesen.
Herr dieser Ländereien ist,
ein namhafter Adelsmann.
Bejahrt und krank, - zurückgezogen;
jung gestorben ist seine geliebte Frau.
Seine Tochter, Louanne Éva, - die Schönste; -
umschwärmt von Adelssöhnen
aus ganz Frankreich.
Ihr Körper blutjung, - sie ist
unberührt in ihrer Schönheit.
Lieblich sind ihre zierlichen Lippen;
berückend und erotisch, tiefblaue Augen, -
fesselnd, ihre Blicke atemberaubend.
Eine schwarze Haarpracht, eindrucksvoll,
in der Länge ihr Becken erreichend.

Erster Teil: Des Vaters Angst

Der Adelsherr, angstgeblendet seit dem Tod seiner Liebe;
die Furcht zu verlieren, - seine Tochter eingesperrt.
Die Welt vergessen, sie hat nicht mehr verlassen,
die Gemäuer ihrer Kindheit, die ihr Gefängnis nun.

Zweiter Teil: Der Garten der Melancholie, - und - Der Wunsch der Tochter

Dem Hause anschließend, ein Garten, die Fläche riesenhaft;
beeindruckende Heckenkünste und einheitliche Blumenbeete.
Die junge Adelstochter sich im Gartenreich zurückgezogen;
ist ihre einzige Freundin ihre altersgleiche Zofe, Manon Léa.

Der Himmel ist wolkenlos, ein warmer, schöner Nachmittag Ende Juli.
Im Gartenpavillon, alltäglich, das Adelsfräulein in sich gekehrt;
geplagt von Melancholie und Freudlosigkeit;
sie spricht zu ihrer Zofe:
>Manon, mein Herz ist niedergeschlagen,
ich fühle mich des Lebens müde;
bin gefangen, mein Garten Eden.<

Ihre Zofe, mitfühlend, das Leid des Fräuleins;
den Wunsch inne, ihre Herrin zu befreien von der Qual.
>Meine Herrin, bin erfüllt von dem Wunsch, -
will erneut erblicken eure Fröhlichkeit, die Schönheit vergangener Tage;
die Bitte, eurer Zofe anzuvertrauen, wonach ihr begehrt.<

Die Antwort bereits kennend, das Fräulein spricht:
>Ich begehre, zu verlassen mein Gefängnis; -
geboren aus der Furcht, geblendet ist, mein geliebter Vater;
wenn auch nur für eine Nacht.<

Dritter Teil: Die Nacht der Befreiung

Ein kleiner Kutschwagen, befestigt an einem jungen Schimmel;
bereitgestellt am gleichen Abend; der Kutscher, Thomas Clément, -
Zofe und Adelsfräulein ergebenst beistehend.
Halb erblindet und schwer krank, der Adelsherr; -
sich in seine Gemächer zurückgezogen.

Später in der Nacht, die Zofe weckt das schlafende Fräulein.
Sie spricht mit flüsternder Stimme:
>Meine Herrin, eine Kutsche steht bereit;
der Wunsch, euch zu befreien;
wenn auch nur für eine Nacht.<

Louanne, - aufgeregt und zugleich voll Freude;
Zofe und Fräulein schleichen hinaus in den Hof;
der Thomas steht mit Pferd und Kutsch bereit.

Mit Besorgnis in der Stimme, der Kutscher flüstert zur Zofe:
>Fräulein Manon, bin entschlossen, will erfüllen den Wunsch, -
will erneut erblicken, die Freude meiner Herrin.
Zugleich erfüllt mich Angst;
der Herr uns befahl, das Fräulein, -
darf nicht verlassen, die Gemäuer,
die Ländereien, - sie ist sein.<

>Der Wunsch des Fräuleins, er ist stärker;
stärker als die Furcht vor der Strafe des Herrn, -
ihres Vaters, der gefangen,
seine eigene Tochter; - sie leidet.<
Und die Zofe blickt entschlossen auf.

Berückend am Horizont, erleuchtet der Mond, - silberweiß, die Nacht.
Die Kutsche durchquert die weite Heidelandschaft; in der Ferne, -
sichtbar werden die Lichter einer Stadt.

Louanne, voll Freude und Begeisterung, - die Stadt,
die vielen Leute, das nächtliche Geschehen;
mit erregter Stimme spricht sie zur Zofe:
>Manon, bitte begleite mich; mit dir gemeinsam,
will ich erblicken die Schönheit dieser Stadt; will
begegnen ihren Menschen, ihren Worten lauschen.<
Manon, erfreut zu sehen, ihre Herrin freuderfüllt;
begleitet sie ihre Herrin durch die Schönheit der Nacht.

>Ich werde hier auf euch warten, meine Herrin;
Kutsche und Pferd, im silbernen Mondschein, wachend.
Wünsche euch eine schöne Nacht, doch bitte euch:
Die Warnung, begegnet den Menschen mit Achtsamkeit;
eine junge, schöne Adelstochter, allein in der Nacht; ihr und
Fräulein Manon, seid wachsam; eilt zurück zur Kutsche, -
droht Gefahr, kann ich euch nicht helfen.<
Der Kutscher nickt zum Abschied.

Vierter Teil: Kylian Mathis

Gemeinsam flanieren sie, Herrin und Zofe, durch die Stadt;
begegnen Stadtbewohnern, sprechen und lauschen;
kosten den Leckereien der Straßenstände und tanzen, -
mit anderen Feiernden, ein Fest auf dem Marktplatz.

Ein junger Reiter, - dunkles Haar, ein silberroter Wams:
Kylian Mathis; - die schöne Louanne in der Menge erblickt.
Gefesselt von ihrer Anmut, ihrer Lieblichkeit, die Schönheit;
der von Frauen begehrte Adelssohn um einen Tanz bittet.
Und Louanne, verliebt, - die Blicke des Reiters, berückend;
sie tanzen, die Welt vergessen, bis in den nächsten Tag.

Fünfter Teil: Die wiedererlangte Freude, - und - Das Erwachen

Der Mond gesunken, die Nacht weicht einem neuen Tag;
die Schleier der Morgenröte, dunkelblau die Himmelsfeste;
silberweiß ein einzelner Stern, im jungen Licht verloren.

Den träumerischen Tanz beendend, - Manon, zum Fräulein spricht:
>Meine Herrin, die Zeit gekommen ist;
die Nacht, sie ist dem Licht gewichen;
ein neuer Tag, die Sonne ist erwacht;
bald schon, ihrem Schein, - unmöglich, -
niemand kann ihr entfliehend.
Euer Vater, unaussprechlich ist, -
die Furcht, erfährt er von dieser Nacht;
ihr müsst zurück, noch vorm Morgen.<

Vergessen ist die Einsamkeit, die Melancholie; -
Louanne, sie spricht, sie hat die Freude wiedererlangt:
>Manon, meine Zofe, meine Freundin seit vielen Jahren.
Fürchte dich nicht, die Angst meines Vaters, ich werd sie
beenden; - ob mit seinem Einverständnis, - ich bete darum,
oder die Bekundung seines Unmuts, - es wird enden;
ich werde ihn verlassen, in Liebe mit Mathis, - ich begehre, -
meine Befreiung, die heutige Nacht.<

Beängstigt und erfreut gleichermaßen, Fräulein und Zofe, -
gemeinsam tanzen sie, feiern die Liebe und den Neubeginn.
Wiedergefunden ist die Begeisterung von einst; diese Nacht,
Louanne erkannt: Ihre eigene Befreiung gekommen ist.

Sechster Teil: Die Konfrontation mit dem Vater; - und der anschließende
Siebte Teil: Die Tragödie der Tochter

Die Kutsche durchquert die weite Heidelandschaft;
am östlichen Himmel erhebt sich rot die Morgensonne.
Kylian Mathis, einem Heros gleich, prächtig gekleidet; -
auf einem weißen Pferd, seine junge Liebe begleitend.

Sie erreichen die Ländereien, - die Sonne hat sich bereits erhoben.
Beeindruckend präsentiert sich das Anwesen im Morgenschein.

Louanne und Kylian, geeint begeben sie sich in die Hallen des Vaters;
Zofe Manon begleitet sie, ihrer Herrin bestärkend zur Seite stehend.
Und einem König gleich, reich gekleidet, - aber krank und alt, geplagt und
halb erblindet; von Furcht und Zorn geblendet, - seine Geliebte verloren.
Vor ihm steht, seine schöne Tochter Louanne; appellierend spricht sie:
>Mein geliebter Vater, seit dem Tod meiner Mutter, verblendet hat dich
ihr Verlust, - geboren war die Angst mich zu verlieren, - eingesperrt und
von Melancholie geplagt, - krank war mein Herz.
Rettung, - meine Befreiung war eine Nacht, und ich begegnete Mathis, -
meine Liebe, und wünsche ihn zu heiraten, - noch heute, ich bitte dich, -
ich wünsche deine Zustimmung.<

Konfrontiert mit der Bitte seiner Tochter, erschrocken und,
verlorener Geist; nicht mehr bei Sinne, Furcht und die Angst:
Die Angst vor dem Verlust seines letzten Lebensglücks.
Die Beherrschung gefallen, - tückische Emotionen, - gefährlich, -
bösartig; - sie haben von ihm Besitz ergriffen:
Erblindet greift der Herr sein Schwert, - hoch erhoben, und
Manon, - die Zofe stürzt hervor, - ihr Leben gegeben, erschlagen, -
für Louanne, Erinnerungen an Kindheitstage; eine Blutlache.

Eine schnelle Folge der Emotionen, - Louanne, sie schreit und weint, -
ihre geliebte Zofe, ihre Freundin, - tot; sie fällt auf die Knie, blutige Hände.
Erschrocken sein eigenes Schwert ergreifend, - Kylian, der Versuch, will
entwaffnen den Mörder, wills beenden, - doch des Vaters Klinge, die,
die Kylian sollte treffen, - sein Hals zerrissen, - der Reiter sterbend fällt.

Lautes Schreien und Flehen; der Boden der Halle, dunkelrot befleckt.
Zofe und Reiter erschlagen, ihr eigener Vater, - ihre Lieben ermordet.
Und der Vater sinkt besiegt auf die Knie, seine Taten begreifend;
Louanne, seine geliebte Tochter, all ihr Leid, durch ihn verursacht.
Hustend und würgend, - schmerzerfüllt ist seine Miene, - sterbend;
angeschwollen, der Geist des Lebens ihn verlässt; Niederfall; tot.

Ihre Lieben verloren, unerträglicher Schmerz; -
Louanne, geplagt von Schuldgefühlen und
verzweifelt, - sie greift das Schwert des Reiters;
ohne Furcht, - die Verzweiflung sie beherrscht, -
ihre eigene Kehle aufgeschnitten; weinend;
Tod, - Zofe und Reiter, Vater und Tochter;
in ihrem Blut liegend, - es ist beendet.

Ende

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