Der Selbstmord 1/3

von Marc Bucher
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Er steht auf dem Dach seiner Schule, alle Schüler schauen ihn nervös und etwas verängstigt an. Dabei sollte er doch derjenige sein der Angst haben sollte. Angst vor dem Fall, Angst vor dem Tod, Angst nie wieder seine Familie und Freunde zu sehen. Doch stattdessen nichts. Nur die Gewissheit, dass wenn er wieder herabsteigen würde, der Alltag und der Prüfungsstress ihn wieder erdrücken werden.
„Wow sehr kreative Lösung zum Thema Sinn des Lebens“ sagte eine Stimme neben Ihm „hat bestimmt noch keiner vor dir gemacht.“ Na toll dachte er sich jetzt versucht schon so’n Pseudo Doktor mich davon abzuhalten. Doch als er sich umdrehte bemerkte er, dass es nur ein Typ aus seiner Parallelklasse war, der sich neben ihn auf die Schwelle des Daches setzte. „Was willst du, außer mich Beleidigen?“ fragte er. „Ich versuche nur dich zu verstehen“ erwiderte der Junge „wenn dir wirklich dein Leben so offensichtlich komplett egal ist, warum willst du ihm dann ein Ende setzten?“ Er wusste keine Antwort. Der Junge fuhr fort „Wahrscheinlich ist dir das Leben gar nicht egal und du hast einen Grund zu springen“ dabei betonte der Junge das Wort ‚Grund‘ so dermaßen, als mache er sich über seine Lage witzig. „Du verstehst das nicht“ sagte er „die Prüfungen, meine Familie…“ Der Junge unterbrach ihn „Nein du verstehst offensichtlich nicht, denn dein und das Leben aller ist wirklich egal und vollkommen bedeutungslos!“ „Also wenn dein Leben dir nicht egal ist und du Sinn in deinem Stress und Leben siehst, würde ein Selbstmord als Ausweg Sinn ergeben!?“ „Nein“ antwortete er sehr verwirrt. „Wieder Falsch, denn nicht nur dein Leben, auch alles andere ist bedeutungslos“ erwiderte der Junge und Sprang in den Abgrund.

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