Tanzen

von Sascha Grosser
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Und du verlässt die vorgegebenen Pfade, jene, die hart und steinig deine Wege führten; gehst hundert Schritte in den Wald, mutig, durch Dickicht, Dornen, wilden Strauch. Dann diese wunderschöne Lichtung, umsäumt von alten Riesen und mächtig großen Kronen. Nur du allein. Und das Holz. Und das Grün. Und der Himmel. Und die Erde. Niemand sonst. Du schließt deine Augen, öffnest Herz und Ohren; und du lauschst andächtig den lieblichen Klängen der Natur, die da singend deine Seele streicheln. Und du wiegst dich hin und her, in Geborgenheit, ganz so, wie die Schaukel im alten Walnußbaum in Kindheitstagen. Und du fühlst dich unbeobachtet, für einen Augenblick nur, ganz frei, leicht, unbeschwert. Und du fängst an zu tanzen. Drehst dich lachend im Kreis, schneller und schneller. Arme weit offen. Atemlos, mit Tränen in den Augen. Tränen vor Glück. Tränen vor Dankbarkeit. Und du tanzt weiter... bis der Abend die Dunkelheit in die Lichtung schickt. Dann gehst du wieder auf die steinigen Pfade, zurück auf deinen Weg. Und du fühlst dich frei. Und du tanzt immer noch. Alles in dir tanzt. Und tanzt. Und tanzt...

Sascha Grosser | Waldlichtung

Interne Verweise

Kommentare

17. Okt 2019

Selbst Krause legte einen aufs Parkett!
(Und der war ich - das war nicht nett ...)

LG Axel

17. Okt 2019

Gerne war ich beim verlassen der vorgegebenen Pfade mit dabei.

Liebe Grüße
Soléa

17. Okt 2019

Die gestresste Tagesseele wird sich schwer tun, um die Genüsse
einer Waldlichtung in sich aufzunehmen.
Sehr gerne gelesen, das Foto genossen.
HG Olaf

18. Okt 2019

Gerade gestern im Wald auf einem Baumstamm balanciert.
Kichernd vor mich hin gespielt, den Herbst genossen.
Eine Erinnerung zurückerobert
und vor Freude gelacht.
Das ist nur abseits der Pfade möglich.
LG Britta