Es ist Zeit

von Stephanie Schader
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,,Ich komme gleich!"; ,,Warte kurz!"; ,,Ich muss zuerst noch..."; ,,Später!"; ,, Jetzt nicht!"; ,,Wenn ich dann Zeit habe..."

Dies sind wohl die meist gebrauchten Ausreden in Bezug auf die Aufforderung: ,,Mama/Papa, schau doch mal her oder spiel mit mir!"

Wir müssten nach einem anstrengenden Arbeitstag doch noch Wäsche waschen und bügeln, Fenster putzen, staubsaugen, den Geschirrspüler ein- und ausräumen, den Rasen mähen und zu guter Letzt das Plätzchen vorm Haus kehren sowie das Unkraut jäten, denn was würde sich denn wohl die Nachbarin denken, wenn sie vorbei spaziert und einen kritischen Blick über den Zaun in unseren Garten wirft?
Wenn wir dann mit all diesen, oftmals uns selbst auferlegten, "Pflichten" fertig sind, fallen uns noch zig weitere Dinge ein- denn es gibt ja immer etwas zu tun! Wir haben einfach keine Zeit!
Aber stimmt das wirklich? Haben wir ernsthaft KEINE Zeit?

Ich bin überzeugt davon, dass dies oftmals nicht der Wahrheit entspricht. Ich denke, dass wir es nur verlernt haben, Prioritäten zu setzen.

Was, wenn wir uns trauen, das Geschirr erst mal stehen zu lassen, das Bügeleisen beiseite zu stellen, den Staubsauger an seinem Platz zu lassen und keinen Gedanken daran zu verschwenden, was unsere Nachbarin über den Zustand unseres Gartens denken könnte.
Was, wenn wir es wagen, etwas öfter der Aufforderung unserer Kinder BEWUSST und vor allem im Moment nachzugehen?
Denn abgesehen davon, dass wir, meiner Meinung nach, die emotionalen Grundbedürfnisse unserer Kinder viel zu selten wahrnehmen und diesen auch nachgehen, verpassen wir ganz wundervolle Dinge.

Wir verpassen Zeitreisen ins Land der Dinosaurier mit fulminaten Geschichten über Triceratops, Pteranodon und Thyrannosaurus.
Uns entgehen Heldentaten und Expeditionen in Matsch und Schnee und wir verlernen von Schlössern aus Schokolade und Sternenstaub zu träumen.
Wir vergessen, wie es sich anfühlt zu lachen- nicht "nur" zu lachen, sondern aus vollstem Herzen, bis der Bauch weh tut und die Tränen nur so über die Wangen kullern.
Uns entgehen glänzende sowie Glück, Zufriedenheit und Freude ausstrahlende Kinderaugen.
Wir vergessen in dieser schnelllebigen Zeit und leistungsorientierten Gesellschaft, der Liebe genügend Raum zu geben.

Kinder sind so wundervolle Lehrmeister und Wegweiser. Sie zeigen uns - wenn wir sie nur lassen- was wirklich im Leben Priorität hat, was es bedeutet zu leben und zu lieben und zwar genau in diesem Moment. Für all dies IST Zeit- jetzt!

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Kommentare

20. Nov 2018

Meine PUTZFRAU lebt das! Leider ...
(Insofern hab ICH selten Neider ...)

LG Axel