Schmutz

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Eine bittere Frucht, gewarnt vor der Ewigkeit, verschlang Franz sie in vollsten Zügen. Noch nie solch zarten Geschmack gekostet und noch nie solch Schmerz dabei empfunden. Er fand das leblose Fruchtfleisch zurückgezogen in einer dunklen Gosse, darauf wartend gerettet zu werden. Der warme Sommerregen durchtränkte die Straßen wie Feuer und brannte tief im Herzen jener, die das Licht nicht zu finden schienen. Zügig beendeten sie ihr Leben, um nicht zu sehen, was da ist.
Dasselbe tat Franz, bis er - nach einem langen Abend in der Kneipe - über sein Verderben stolperte und jede Reinheit, die sie beide besaßen, mit Füßen trampelte. Ein langes Zögern durchbrach seine Versuchung, es hielt jedoch nicht seinem Drang stand.
Er nahm vorsichtig die Frucht auf, fragte sie, was sie hier bei so später Stunde täte. Nachdem er keine Antwort erhielt, streichelte er sie vorerst sanft, bis er sie an seinen Mund drückte. Ihre weiche Haut umschmiegte ihn. Er musste sie einfach liebkosen - an ihr lecken und saugen! Letzten Endes biss er genüsslich zu, das Verlangen war so groß, dass er sie kosten musste. Sie schmeckte so bitter, dass sein Herz zu brechen und seine Vernunft zu schwinden schienen. Doch es war immer noch nicht genug. Er rieb sie über sein Gesicht und verteilte den Fruchtsaft über seinen Körper. Er quetschte sie über seinen geöffneten Mund aus und trank, was sie ihr gab. Alles, was noch übrig blieb, aß er in einem Zug. Den großen Kern in ihr spuckte er auf seine Hand aus und brachte ihn zurück zur Realität. Er beschmutzte sie, missbrauchte sie und beraubte sie dessen, was sie war. Er entschuldigte sich bei ihr. Und warf sie in den nächstliegenden Container.

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