Eine rumänische Straßenhündin findet ein neues zu Hause - Page 16

Bild von Brigitte Johlig
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zweiten Tag entdeckte ich auch das Sofa für mich. War aber nicht so gemütlich wie zu Hause. Dauernd rutschten die Polster runter, so dass mein Frauchen wieder alles richten musste.
Schön war auch der Gang durch die Ferienhaussiedlung. Da kam auf einmal ein Ehepaar. Da musste ich sofort hin. Ich stimmte wieder mein Gebrummel an und die Leute lachten über mich und ich wurde natürlich gegrault. An einen Tag fuhren wir in die Pilze. Herrlich sag ich Euch. Das war für mich das erste Mal, dass ich durch den Wald stromern konnte. Natürlich mal wieder an der Leine, Denn hören tue ich immer noch nicht. Naja was soll’s. Ging auch so. Die Ausbeute war recht mager. Vorher war es eben zu heiß und die Pilze konnten sich nicht entwickeln. Was ich so alles dazu lerne von meinen Beiden. Während unseres Urlaubs hatte ich auch Geburtstag. Da gab es Wiener für mich. Aber ehe ich die bekam, machte mein Frauchen sich einen Heidenspaß daraus mir mit dem Würstchen vor der Nase herum zu wedeln. Die 14 Tage waren schnell vorbei und es ging wieder heim. Mein Frauchen hatte sich so geärgert über den Urlaub. Ist ja auch verständlich, wenn früh die Sachen feucht sind, die man anziehen will. Mir würde es auch nicht passen ständig feuchtes Fell zu haben.
Ohne Panne sind wir glücklich gelandet.
Aber da kam schon das nächste Ereignis.
Wieder mal hatten wir Besuch in unserer Ferienwohnung. Diesmal kamen zwei Collies mit und mein Frauchen war ganz traurig. Musste sie doch an meine beiden Vorgänger denken.
Nun habe ich mir mal wieder ein Ding geleistet. Die Gäste klopften an die Tür, weil sie irgendeine Frage hatten. Mein Frauchen machte die Türe auf und hast Du nicht gesehen, war ich auch schon draußen. Die Haustür stand offen und die Tür von unserem Zaun auch. Na das ist doch die Gelegenheit. Ich machte mich auf meine Pfoten und schon war ich auf der Straße. Mein Frauchen schrie wie verrückt. Aber ich machte mich auf den Weg. Sie hatte nicht einmal Schuhe an und lief auf den Socken hinter mir her. Dann holte sie mein Herrchen. Sie rannte zurück, steckte Trillerpfeife, Leine ein und kam hinter mir her. Ich hatte in der Zwischenzeit gelernt auf die Trillerpfeife zu hören. Wenn diese ertönte rannte ich ganz schnell zu meinen Beiden. Wenn ich kam gab es ein Stück Käse zur Belohnung. Aber nicht so viel, sonst kommen meine Röllchen wieder. Auf der Straße war eine Frau.
Sie begriff was los war und da ich nun mal zu jeden hin muss, fing sie mich mit einem Stoffbeutel ein. Die Henkel von dem Beutel dienten so zu sagen als Halsband. Nun saß ich fest. Mein Frauchen zitterte am ganzen Körper und war selig das mir nichts passiert ist. Ihr müsst wissen, großer Autoverkehr ist nicht in unserem kleinen Ort, nur der Bus rast wie ein Blöder durch den Ort und da hätte es mich ganz schön erwischen können. Nun musste ich mir überlegen, wie ich das wieder Gut machen konnte. Vielleicht ganz lieb mit meinen Knopfaugen schauen oder meine Dicke Pfote auf das Bein legen. Mal sehen was am Besten wirkt.
Aber mein Frauchen konnte nicht lange Böse sein. Bei diesem Blick.
Eines Abends ging ich mit meinem Frauchen eine Gassirunde. Ich schnüffelte wie üblich vor mich hin, ach was sehe ich denn da am Zaunesrande? Oh, war das stachlig. Da wurde mein Frauchen aufmerksam und schaute nach. Zu was doch meine dicke Nase doch gut ist. Denn sonst hätte mein Frauchen den kleinen Igel gar nicht bemerkt. Es war schon ziemlich kühl in der Nacht. Mein Frauchen überlegte nicht lange, nahm ihren Schal ab und wickelte den kleinen Igel ein und nun ging es flott nach Hause. Nun musste er ja irgendwo untergebracht werden. Mein Frauchen setzte ihn erst einmal in eine Wäschekiste und noch eine kopfüber darauf, so dass er nicht raus klettern konnte. Jetzt gab es erst einmal zu trinken und von meinem Hundefutter etwas. Da bin ich großzügig. Dem kleinen Kerl musste schließlich geholfen werden. Hundefutter ist zwar nicht das richtige Fressen, aber heute Abend musste es erst einmal gehen und tatsächlich, er mampfte ganz schön. Jetzt wurde er noch gewogen. Er war gerade mal 200 g schwer. Na ich kann Euch sagen. Er war über und über mit Flöhen übersät. Da juckte mir gleich das Fell. Am nächsten Tag fuhr mein Herrchen zum Tierarzt. Er bekam etwas gegen die Flöhe und noch ein Mittel gegen Lungenwürmer. Würde man die nicht behandeln, so könnte er daran sterben. Dann wurde noch ein Komposter aus Metall gekauft, dort sollte unser neues Familienmitglied einziehen. Der war ausbruchsicher und stabil und man konnte ihn wieder verwenden in unseren großen Garten. Na mein Frauchen ist eben eine ganz schlaue. Der Komposter wurde mit Zeitungspapier ausgelegt, weil ja so ein kleiner Igel auch mal sein Geschäft machen musste und ich kann Euch sagen, dass waren regelrechte Massengeschäfte und es müffelte ganz schön. Er wurde früh und abends gefüttert. Als Häuschen diente ein umgedrehter Pappkarton mit einem großen Eingangsloch und dann wurde noch ein Polster aus zerknülltem Papierrollen hinein gegeben. Er nahm auch schön zu, aber dann nach ein paar Tagen wurde er immer matter und fraß kaum noch etwas. Mein Frauchen setzte ihn auf eine Wärmflasche und von oben bekam er Rotlicht. Alles half nichts und früh morgens war er tot. Mein Herrchen beerdigte ihn im Garten. Dabei entdeckte er eine Bisswunde am Hals. Das war wahrscheinlich die Ursache. Meine Beiden hatten schon so viele Igel groß gezogen, konnten sie in die Freiheit entlassen und nun waren sie ganz traurig.

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S W E E T Y

Eine rumänische Straßenhündin
findet ein neues Zuhause

Das ist meine Geschichte.
Ich bin Sweety, wahrscheinlich geboren am 15.09.2005. Das ist nur geschätzt worden, denn ich bin eine rumänische Straßenhündin. Wer mir den Namen gegeben hat und wo ich gelebt habe kann ich Euch nicht erzählen. Sweety heiße ich wahrscheinlich, weil ich ja so süüüüüss bin. Ihr braucht Euch bloß mein Foto anzuschauen, dann

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Kommentare

21. Jun 2018

Eine anrührende Hundegeschichte. Sweety hat großes Glück gehabt!

LG Marie

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