Weg nach Hause

Bild von RomanMaler
Mitglied

Die erste Schneeflocke kitzelte seine Lippe – kalt – schmolz, schmeckte nach nichts. Entgegen der Strömung ging er den Fluss entlang- nach Hause. Wenn nachts der Fluss die Lichter der vorbeifahrenden Autos und Strassenlaternen bis zur Unerkenntlichkeit widerspiegelte, fühlte er sich daheim. Die wabbernden Umrisse der flackernden Lichter auf der Oberfläche des tiefen Gewässers, das sich beständig seinen Weg bahnte, faszinierte ihn. Es hatte etwas Mysthisches, Wahrhaftiges. Als ob die Verzerrung realer sei als die Wirklichkeit. Als ob die Wahrheit, tief im Fluss verborgen, versuchte nach oben zu gelangen. Es war kalt. Seine Hände suchten nach den Zigaretten. Er fand sie, entfachte sie und blieb stehen. Hinter ihm Fussstapfen, die seine Existenz für wenigstens ein paar Stunden belegten, ihm bezeugten er hätte einen Abdruck hinterlassen auf seinem Weg nach Hause. Die Zigarette war tot. Er zog an den Filter, wollte ihn nicht vorbeiziehen lassen, diesen Moment, wollte ihn einfangen, inhalieren, für immer bei sich tragen. Die Zigarette fiel, rote Glut im Schnee.

Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise

Kommentare

24. Mai 2016

Inhaltlich interessant, bin ich in dem kurzen Text über zu viele offensichtliche Fehler gestolpert, ein "lesenswert" geben zu können. Macht nichts - ich bin auch nicht frei davon! Man kann das immer verbessern. Suche Dir am besten jemanden, der Deine Texte liest, bevor Du sie einer breiten Masse vorstellst. Nutze zum Beispiel auch den Duden-Korrektor ... der hätte Dir viele der Fehler bereits angezeigt und ausgemerzt. Viele Grüße

25. Mai 2016

Ein vertiefter Moment -
(mit einer [für mich] inhaltlichen Unstimmigkeit:
Die Zigarette war tot, also wohl "aus" - aber als sie fiel, war im Schnee rote Glut ...?)

25. Mai 2016

Da mich der Text in seiner Kürze eingefangen hatte, bin ich über einige Fehler hinweggesprungen. Bin ja für Korrekturen nicht zuständig. Jedoch ist das Stimmungsbild ergreifend. Die ungewöhnliche Metapherwahl - tote Zigarette, die in der Kälte noch kurz im Aufglimmen Leben zeigt, um dann zu vergehen, sehe ich als literarischen Kniff, evtl. als Provokation, um durch den Bruch auf die Unstimmigkeit und Widersprüchlichkeit unserer Welt aufmerksam zu machen. Es atmet Trostlosigkeit.
LG Monika