Wie ich vom Tod errettet wurde

von Heinz Helm-Karrock
Mitglied

Wie ich, als ich ganz klein war, fast gestorben wäre,
oder meine wunderbare Errettung vom frühen Tod

Als ich etwa ein Jahr alt war, gingen mein Bruder Gerhard und meine Schwester Ortrun zum Spielen.
Meine Schwester und mein Bruder wollten mich mitnehmen, und beim Spielen dabei haben.
Mit einem Jahr noch zu klein um weiter laufen zu können, durfte ich in dem kleinen Handwagen sitzend, dabei sein und wurde die lange Strecke gefahren.
Einmal zog mein Bruder den Wagen, dann auch meine Schwester.
Es war ein weiter Weg zum Spielplatz.
Ich saß deshalb in einem kleinen Handwagen, und musste nicht laufen wie meine Geschwister. Meine Schwester Else war nicht dabei.
Mit einem Jahr hätte dich weite Strecke zum „ WALL „, - so hieß das Spielgelände -, nicht schaffen können.
Mein Bruder war damals etwa acht Jahre alt, meine Schwester ungefähr Dreieinhalb.
Er zog den kleinen Handwagen hinter sich her und rannte mehr und schnell, als das er langsam gelaufen wäre.
„ Hallo Gerd, hallo Klaus bist du auch da..., Ferdi, schön, ich freue mich schon. Heute gehen wir hinter die Schutthalde, da hab ich einen Eimer entdeckt.“ So und in dieser Art und Weise verlief die Begrüßung.
Gerade so groß, dass ich darin eben sitzen konnte, war es mir möglich, ein wenig über den Rand hinzusehen zu den spielenden Kindern.
Alle Kinder, auch die von weiter oben am Dorfrand „ Auf der Schlecht“ , spielten hier auf einem Schuttabladeplatz abgerissener Kriegsruinen.
Manche einen Nachmittag lang.
Es war noch Sommer und die Dämmerung kam spät.
Ich erinnere mich, dass es mächtigen Spaß machte und für mich ein großer Ausflug war.
Am großen Spielplatz angekommen, wurde der kleine Handwagen abgestellt. Meine Geschwister gingen zum Spielen zu den Anderen, die schon da waren, als wir ankamen.
Ich war im Handwagen sitzend zurückgelassen.
Nach einer Weile des Zusehens, kam mir wohl der Gedanke, dass es besser sei, dort, wo die anderen spielen, auch dabei zu sein.
Alleine, unfähig, am „ Alleine sein „ etwas zu ändern, blieb ich zunächst ruhig.
Etwas später, nachdem die Langeweile so groß wurde, dass ich über den Wagenrand schaute, mich umdrehte und meine Geschwister suchend mehr und mehr Mut gewann, hinterher zu laufen, begann ich das Vorhaben zu verwirklichen. Die anderen waren ja hinter der Schutthalde und ich konnte sie nur hören.
Es ist nicht einfach aus einem so kleinen Handwagen herauszusteigen. Ich musste mich zunächst hinstellen, dann die Beine über die Stellbretter schwingen. Erst dann konnte ich aussteigen und dorthin laufen, wo die anderen auch spielten.
Zunächst klappte das aber nicht. Ich war ja ungeübt und völlig ratlos, wie man so etwas macht?!
Endlich, nach mehreren unglücklichen Versuchen konnte ich mich hinstellen.
Bei dem Versuch über die Bordwand zu gelangen, blieb ich aber immer wieder mit meinen kleinen Füßen hängen. Dann, endlich gelang es mir mit Schwung das eine Bein herauf zu bekommen.
Bei diesem versuch kippte aber leider der ganze Wagen um.
Leider stand aber der Wagen etwas schräg an einem Ufer des kleinen Baches, der das ganze Gelände umfloss.
Durch mein Schaukeln und dem Bemühen, herauszusteigen, passierte das Unglück. Der Wagen fiel auf die Bachseite und ich kullerte heraus. Das Ufer war vielleicht siebzig bis achtzig Zentimeter hoch, dafür aber sehr schräg.
Durch diese Schräge bekam ich Geschwindigkeit und ich kullerte da hinunter, wo Brackwasser und Schlamm waren.
Erschrocken und hilflos plumpste ich dann in den Graben und steckte kopfüber im Dunkeln....
heute erinnere ich nur, dass ich wieder in diesem kleinen Handwagen saß, erbärmlich und laut schrie, bis mein Bruder, meine Schwester und ich zu Hause bei Mama waren.
Wie mir erzählt wurde, muss ich fürchterlich gestunken haben, Schlamm und Unrat in sämtlichen Körperöffnungen stecken gehabt haben, aber bei Bewusstsein war.
Später erzählte mir meine Mutter ich hätte eine Woche lang immer wieder Schmutz und stinkenden Schlamm hervorgebracht. Meine Kleidung, meine Schuhe, mein Haar, alles war gefüllt mit stinkendem, abscheulich riechendem Schlamm.
Mein Bruder erzählte mir, dass ich eine kleine Weile in dem Wasser und Schlamm gesteckt hätte, bis ein Freund zu Gerd sagte:
„ Du Gerd, schau mal, der Wagen ist umgefallen und Heinz ist nicht mehr da“!
Er sei dann mit den Freunden hin gerannt, wo der Wagen stand.
Sie fanden mich kopfüber in dem kleinen Bach im Schlamm stecken, und mit den Füßen strampeln.
Gerd weiß nicht mehr wer mich herausgezogen hat, zu tief saß ihm der Schreck in den Gliedern, aber länger als eine Minute musste ich wohl warten, bis ich wieder Tageslicht erblickte.
Meine Mutter wusch mich sehr sorgfältig und tröstend, selbst geschockt und sprachlos über das, was passiert war.
Später haben wir immer wieder darüber gesprochen, dass mich mein Schutzengel gerettet hat.
Er hat den Blick des Freundes zu dem Handwagen gelenkt und ausrufen lassen: „ Heinz ist weg“!

Eine wahre Begebenheit als ich ein Jahr alt war.
An wenige Einzelheiten erinnere ich mich gut.
Wer Fragen dazu hat: ...-> kann mich gerne fragen :-),
einfach per Mail

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