Das indische Pentagramm

von Jürgen Skupniewski-Fernandez
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Schwüle tropische Luft; eine Dunstglocke legte sich bereits über den frühen Morgen. Maurice Bertram öffnete die Terrassentür. Er fühlte sich im Tag verloren. Die drückende Luft Mauritius’ tat ihr übriges. Er setzte sich auf die Terrasse und saß abwesend, gedankenversunken, unter einem schattenspendenden Baldachin und starrte stumpf in die Luft.
Keine Anzeichen von Trauer....nichts. Nichts regte sich in ihm. Es waren bereits mehr als drei Stunden vergangen, als zwei mauritisches Beamte an seiner Haustür klopften, weil die Klingel schon seit geraumer Zeit nicht mehr funktionierte.

„Monsieur Maurice Bertram?“, fragte einer von ihnen. Er nickte bestätigend. „Ja, das bin ich“. „Bonjour Monsieur, dürfen wir vielleicht für einen Moment ins Haus kommen?“ „Ja, ...aber...ehm, ich verstehe nicht ganz?!“, antwortete er zögernd, und ließ die Beamten dennoch eintreten. Er führte sie durch den langen Flur, zum Salon bis auf die Terrasse und bat sie Platz zu nehmen. Er setzte sich zu ihnen an den runden Teakholztisch und legt seine Hände gefaltet auf selbigen ab. Beide Polizisten stellten sich als Beamte aus der Hauptstadt Port Louis, Polizeirevier Abercombie, vor. Sie trugen, die für Mauritius typische Uniform: hellblaue, kurzärmlige Hemden, an der Schulter, links außen, das staatliche polizeiliche Emblem, sowie dunkelblaue, bis zum Knie reichende, kurze Hosen. Unverkennbar war ihre kreolische Abstammung, indisch afrikanisch mit wohlgeformten europäischen Gesichtszügen. Beide
Herren stellten sich mit Namen vor: „Ephraim Elmire , Mahoud Louvet“.
Er hörte ihnen regungslos zu, ohne Anzeichen von Emotionen.
„Monsieur Bertram, bedauerlicherweise müssen wir Ihnen eine traurige Nachricht überbringen. Ihre Frau, Madame Veronique Vervier, wurde heute früh leblos aufgefunden. Fischer entdeckten zufällig ihren Körper im Mangrovenwald zwischen den Ortschaften Flic en Flac und Tamarin“. Maurice verzog keine Miene. Er machte auf die Beamten einen sehr gefassten Eindruck.
„Erlauben Sie uns die Frage: Was hatte ihre Frau…“, „Lebensgefährtin!“, korrigierte Maurice den Beamten. „Also Lebensgefährtin“, setzte der Beamte fort. „Mit Verlaub, was hatte eine Frau wie Mme. Vervier im Mangrovenwald verloren? Können Sie uns hier hingehend einen Hinweis geben?“ „Nichts!“, antwortete Maurice. „Nichts!“ wiederholte er und sah beide Beamte dabei ratlos an. „Veronique ging wie jeden Dienstag zu ihrem Pilates Training nach Tamarin.
Danach wollte sie bei einer Freundin übernachten. Das ist nichts Ungewöhnliches. Das tat sie öfters.“ Er schaute in die Gesichter der Beamten und strich sich mit der rechten Hand über sein kurzes braunes Haar.
„Wie ist Veronique ums Leben gekommen?”, fragte er beinahe entschuldigend. „Es scheint, dass sie erwürgt worden ist“, antwortet der Polizist mit Vornamen Mahoud. „Eine genauere Aussage ergibt erst die Autopsie. Allerdings, und das wirft zusätzliche Fragen auf, wurde ihrer Lebensgefährtin mit einem Gegenstand ein Pentagramm in die Haut auf ihrem Rücken eingraviert oder eingebrannt...geritzt??? Es sieht ganz nach einem Ritualmord aus. Vermutungen sprechen von einem Indischen Pentagramm. Es sind uralte indische Buchstaben zu erkennen.“ „Das wissen wir auch nur, weil einer unserer Kollegen sich mit der alten Indus Kultur intensiv beschäftigt“, unterbrach ihn sein Kollege namens Ephraim. „Es handelt sich vorerst lediglich um Hypothesen. Soweit unsere Behörde es zu beurteilen vermag, soll es ein Zeichen eines sehr sehr alten Geheimbundes aus der Jahrtausende alten Indus Kultur sein.“
Maurices Pupillen weiteten sich. Erstaunt zog er seine Augenbrauen hoch. „Wie!? Was!? Also, ich verstehe überhaupt nichts mehr!“
Überrascht von dieser Aussage erhob er sich von seinem Stuhl und fragte beide Beamte, ob sie Wasser haben möchten, bzw. auch gerne einen Kaffee. Er hätte da noch etwas in der Kanne.
Beide Polizisten nickten und nahmen das Angebot gerne an.

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Kommentare

30. Apr 2018

Schade, schon zu Ende ...
ich hätte gern weitergelesen.

LG, Susanna