Im Tal der weißen Tulpen

von Jürgen Skupniewski-Fernandez
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Einst lag der See der Hoffnung in jenem Tal. In seiner Mitte wuchs der Lebensbaum von
Elfen beschützt. Seine Wurzeln reichten tief ins Wasser, bewacht von einem Fisch. Ein garstiger Frosch
versuchte, sich an ihnen zu vergehen.
Mitten auf der Krone des Lebensbaumes hat der magische Vogel der Erkenntnis sein Nest gebaut.
Zweimal im Jahr, wenn der Baum Früchte trug, schlug der Zaubervogel mit seinen kräftigen
Flügeln. Der Samen der Liebe verteilte sich fortwährend erneuernd über die Erde.
Doch der Falke der Geisterwelt, entflohen dem offenen Himmelszelt, verfiel der Lust und Triebe.
Seine schwarzen Flügelschatten bedeckten von nun an den Geist der Liebe.
Sie waren damals alle weiß, doch durch den fortwährenden Verlust der Zärtlichkeiten wurden sie grau und letztendlich schwarz.
Als die Tulpen ihre weiße Farbe verloren und die Sonne sich traurig mit einem letzten Strahlenkranzkuss verabschiedete,
da weinten sie und erstarrten am gebrochenen Herzen.
Ihre Tränen kullerten von ihren Blättern aufs graue Laub der Heide.
So schliefen sie wartend auf Erlösung, versteinert, bis zum Tag ihrer Errettung, denn im Innersten
trugen sie den Samen der Wiedergeburt, ihre Auferstehung.

Ein Mix aus Fantasie in Anlehnung an persische Mythologie.

Ein Mix aus Fantasie in Anlehnung an persische Mythologie.

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141 Seiten / Gebundene Ausgabe
EUR 13,90
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Kommentare

28. Sep 2018

Eine wunderschöne kleine Geschichte, lieber Jürgen.

Liebe Grüße nach Tunesien,
Annelie

29. Sep 2018

Ich glaube, alle Menschen haben ihre Geschichten von Gut und Böse, vom Tod und die Hoffnung auf Wiederauferstehung. Danke Dir, dass wir einmal etwas aus einem fremden Kulturkreis lesen durften.

Herzliche Grüße, Susanna

01. Okt 2018

Hallo Susanna,

vielen Dank für Deinen Kommentar. Der Orient birgt immer noch viele Geheimnisse. Ich bin überrascht, was es da noch alles zu lesen gibt. Überaus Interessantes und genauso Geheimnisvolles. Aber Gut und Böse, Liebe und Schmerz, Hoffnung und Sehnsucht sind
jahrhausendalte Themen, die nie an Reiz verlieren werden und auch noch die kommende Jahrhunderte die Menschen beschäftigen werden.

Beste Grüße

Jürgen