Emma, die Wahrsagerin, ein Sylvester-Zusammentreffen:

von Sabrina Jung
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Emma ist in Vorbereitung auf den Sylvester-Abend, denn sie bekommt heute Abend noch Besuch von einigen ihrer Wahrsagerinnen, mit denen sie befreundet ist, gegenseitig wollen sie sich heute Abend die Karten legen und dabei in das Neue Jahr reinfeiern, wie eben in einer großen Wahrsagerinnen-Familie, manche können gut miteinander, andere eher nicht so. Es ist erst nachmittags, also hat Emma noch genügend Zeit, alles herzurichten. Sie werden insgesamt zu sechst sein. Dabei ist Cassandra, eine ihrer besten Freundinnen, die sie in allen Lebenslagen berät, Elvira, eine Freundin von Cassandra, mit der Emma eigentlich nicht so gut kann, da sie eine notorische Besserwisserin ist, aber Cassandra zuliebe hat Emma gleich zwei Augen zugedrückt, dann Veritas, natürlich ist das ihr Künstlername, denn sie bildet sich ein, immer nur die Wahrheit zu sagen, dabei weiß Emma genau, dass sie ab und zu lügt, erst letztens hat Emma sie beim Shoppen zufällig getroffen und hat gesehen, wie sie genüsslich eine Zigarette paffte, obwohl sie behauptet Nichtraucherin zu sein, natürlich hat Veritas schnell weggeschaut und so getan, als würde sie gerade etwas an der Außenwand des Ladens draußen lesen wollen, wo es nichts zu lesen gab, worauf Emma ihr beim Vorbeigehen auf die Schulter klopfte und sie felsenfest behauptet hat, dass sie Emma nicht kennen würde, sie meinte, dann hätte sie wohl eine Doppelgängerin, dann kommt noch Felicitas, die wirklich so heißt, leider hat sie einen Hang dazu, alles schwarzgefärbt zu sehen und neigt zur Melancholie, irgendwie scheint sie auf diese Weise gegen ihren Namen oder vielleicht auch Namensgeber zu rebellieren, ob bewusst oder unbewusst ist ihr selbst noch nicht so ganz klar. Dann kommt die sechste im Bunde, sie heißt E. T. – die Außerirdische, natürlich heißt sie nicht wirklich so, aber sie möchte so angesprochen werden, da sie sich auf dem Gebiet der Außerirdischen besonders gut auskennt bzw. berät sie vorwiegend Klienten, die an solche Spezies glauben oder auch glauben, selbst welche zu sein.
Es ist schon früher Abend und Emma hat schon den Tisch gedeckt und Namenskärtchen auf den Tisch verteilt, damit sie neben Cassandra und Felicitas sitzen kann. Eigentlich ist Emma mit den Vorbereitungen nun soweit fertig und kann jetzt noch in Ruhe ein Stündchen auf die Gäste warten, da klingelt es ganz plötzlich an der Tür und klopft. Sie geht zur Tür und schaut durch den Spion und wen sieht sie da, Ophelia, die war doch gar nicht eingeladen, was macht sie nun hier, weiß sie etwa von dem Treffen? Ophelia wollte doch in Cuba bleiben und dort glücklich werden, was macht sie denn nun hier? Emma öffnet die Tür, dann sagt sie: „Ophelia, wie schön Dich hier zu sehen, was ist denn los? Dachte Du wolltest in Cuba bleiben?“ Ophelia daraufhin: „Bin pleite, vollkommen abgebrannt, war mit dem gleichen Heiratsschwindler zusammen wie Du Emma.“ Emma denkt gerade: Tja liebe Ophelia, so ist es, wenn man Leute reinlegt, nun ist es Dir genauso wie mir ergangen, was soll ich jetzt nur dazu sagen? Emma darauf: „Ohje, Du Arme, ach was komm rein.“ Ophelia hat übrigens immer noch ihren Style a la böse Hexe des Zauberers von OZ, obwohl der Hut schon in die Jahre gekommen ist und sie um einiges stämmiger und gemütlicher aussieht als die Hexe, aber Ophelia liebt diesen Look einfach, denn schließlich war der Film damals das ausschlaggebende Ereignis für Ophelia, sich später näher mit der Wahrsagerei zu befassen. Ophelia zu Emma: „Ach Emma, lieben Dank, dass Du mich heute aufnimmst, hast Du vielleicht eine Ahnung, wo ich noch unterkommen könnte?“ Emma: „Heute kommen noch ein paar Kolleginnen von uns, vielleicht haben die einen Tip für Dich. Komm setz Dich einfach und mach es Dir gemütlich und vergiss erstmal Deinen Kummer.“ Emma geht nochmal in die Küche, um noch ein Gedeck für Ophelia zu holen, dann rührt sie nochmal kräftig den Hexensud, ein spezielles Wahrsagerinnen-Getränk, aus reinen Kräutern, die aber sehr intensiv sind, um und lässt ihn noch ein Weilchen köcheln. Da klingelt es auch schon an der Tür. Felicitas und Veritas sind gemeinsam gekommen. Emma begrüßt beide: „Schön Ihr Lieben, dass Ihr da seid.“ Zu Veritas sagt Emma noch schnell, um sie ein wenig zu pieksen: „Hab gestern gerade wieder Deine Doppelgängerin getroffen.“ Woraufhin Veritas schnell abwinkt und das Thema wechselt: „Du sag mal hast Du letztens auch den Film im Ersten gesehen?“ Emma denkt sich gerade, schöner Versuch, dann sagt sie: „Du weißt doch, dass ich nur selten TV schaue und wenn dann, nur, wenn meine Mutter mich speziell auf Dinge hinweist, meine liebe Veritas, naja sicherlich werden wir heute noch viel Spaß haben, wenn ich den anderen erzähle, dass Du eine Doppelgängerin hast.“ Emma zwinkert Veritas zu und bittet sie und Felicitas, es sich schon einmal gemütlich zu machen. Felicitas und Veritas begrüßen Ophelia und stellen sich gegenseitig vor, dann sagt Ophelia zu Veritas: „Sie kommen mir so unglaublich bekannt vor, na klar gestern ……“ Veritas unterbricht: „Wir kennen uns wirklich nicht, aber viele verwechseln mich leider mit meiner Doppelgängerin.“ Ophelia sagt nichts mehr und schaut Felicitas an, woraufhin Felicitas zu Ophelia sagt: „Irgendwie erinnerst Du mich gerade an den Film „der Zauberer von Oz“, einer meiner Lieblingsfilme, spüre gerade so diese Nostalgie, puh hoffentlich wird das ein guter Abend.“ Felicitas hat Tränen in den Augen und fängt verkrampft an ihr zerknülltes Taschentuch, was sie in den Händen hält, zu entfalten und schnäuzt ein paar Mal, dann verschwindet sie im Bad. Genau in diesem Moment klingelt es wieder an der Tür. Emma ist in Begrüßungslaune und empfängt die letzten drei Gäste des Abends: Cassandra, Elvira und E. T. die Außerirdische: „Fein, dass Ihr alle da seid, dann kann ja unser gemeinsamer Abend gleich beginnen.“ In diesem Moment kommt Felicitas gerade aus dem Bad und begrüßt die drei ebenso. Die vier unterhalten sich noch zwei drei Minuten im Flur, während Emma den Hexensud holt, dann gehen alle ins Zimmer. Da plötzlich Ophelia schreckt auf: „Ha Cassandra, Du hier?“ Cassandra sieht reichlich wütend aus, als sie Ophelia entdeckt, dann sagt sie: „Du schuldest mir noch Einiges,

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Kommentare

31. Dez 2017

Danke ist ein Wahrsager-Brauch,
manchmal gelingt der dann auch.
LG, Sabrina

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