Ehrenamtlich engagiert - Page 151

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tief Luft.
»Ja, rede weiter!«
Äußerte Christopher sich dazu.
»Dann wollte ich nachsehen, welche Geschlechtsorgane diese Fische so haben, die in einem großen Aquarium zusammen mit Golfschlägern und Taschenlampen geschwommen sind. Also habe ich keinen Unterschied zwischen den Flossen bemerkt und habe mir einfach den dicksten Fisch von allen ausgesucht. Als ich gehen wollte, habe ich nach vier Minuten daran gedacht, dass die Fische Wasser für ihr Überleben brauchen. – Dann habe ich den Fisch in den Eimer geworfen, damit er nicht in der Luft ertrinken kann.«
Sprach Philipp, der erneut eine Atem-Pause einlegt.
»Jeder Mensch verfügt über die ausgewiesene Erkenntnis, kinderleicht zu wissen, dass Fische Wasser zum Überleben brauchen … Rede langsamer und deutlicher, Philipp«
Antwortete Christopher.
»Ja, wusste ich auch, dass die Fische Wasser zum Atmen brauchen! – Deswegen habe ich den Fisch in den Eimer gelegt, und der fette Fisch hat dann all mein Drogenwasser ausgetrunken und ist danach sofort eingeschlafen. Genau wie diese Frau, die mit offenen Augen auf einem Stuhl geschlafen hat. – Schau dir das an, Christopher! Der Fisch schläft gerade auch mit offenen Augen!«
Verkündete fröhlich Philipp, der Christopher den toten Fisch vors Gesicht hält.
»Ja, ich sehe es klar und deutlich: wie der Fisch vor langen Minuten das Zeitliche gesegnet hat. Wieso ist der Fisch so dreckig?«
Fragte zornig Christopher.
»Als ich das Haus durch das eingeschlagene Fenster verlassen habe, ist mir der Fisch aus der Hand gefallen. – Und als ich mit dem Fahrrad gefahren bin, kam wieder mein Zittern hoch. Deswegen bin ich auf dem Weg hierher sechsmal vom Fahrrad gefallen, zusammen mit dem Fisch.«
Offenbarte Philipp.
»Gut … Wo das Haus seinen Standort hat, ist dir nicht entfallen, oder?«
Erkundigte sich Christopher.
»Das Haus habe ich nicht vergessen. Auch die Frau, die dort mit offenen Augen schlief! Soll ich noch mehr Fische für dein Abendmahl vor dem Pool besorgen?«
Sprach Philipp.
»Liebend gern, Philipp! Deine Hilfe soll für mich weiterhin aufrechterhalten bleiben … Fahr jetzt los; besorg mir jede Menge Fische; bring sie alle her, und sollte ich nicht mehr hier sein, schmeiß die Fische ins schwarze Pool-Wasser rein. – Verstanden?«
Erfragte Christopher.
»Oh … Du willst die Fische nicht am Lagerfeuer essen. – Christopher, wenn diese Fische im Schwimmbecken viel Nachwuchs bekommen, werden viele Menschen beim Schwimmen sterben. Das finde ich nicht gut … Viele Kinder könnten draufgehen.«
Antwortete nachdenklich Philipp, der wohl begreift, was Christopher hier machen möchte.
»Was ist dir wichtiger: ein Apotheken-Rezept für Heroin, getrocknete Erdbeeren und Methamphetamin? Oder irgendwelche Gewissensbisse, die sich aus meinen gedankenreichen Tathandlungen geschält haben?«
Erkundigte sich freundlich Christopher, weil man mit Freundlichkeit weitaus mehr erreichen kann als mit Boshaftigkeit.
»Was, Gewissensbisse … Der Fisch hat meine Wange bereits angebissen. – Wieso sollte ich das wiederholen?«
Sagte Philipp.
»Nein … Du sollst die Fische an mich liefern, und dabei nicht außer Acht lassen, dass die Schuld für die spekulativen Konsequenzen ganz bei mir liegen wird. Fahr jetzt bitte los und bring viele Fische mit. – Und auf keinen Fall darfst du dein Piraten-Outfit ausziehen.«
Verkündete deutlich und verständlich Christopher.
»Die Fische kann ich dir gern einzeln vorbeibringen! – Doch die Piratenverkleidung werde ich nicht tragen. Das geht nicht …«
Sprach sehr aufgebracht Philipp.
»Wieso nicht? Es ist Herbst … Die Piraten-Lederjacke wird dich warmhalten. Da du nicht krankenversichert bist, wird dich dein medizinisch falsches und ignorantes Verhalten bald ins Krankenhaus bringen.«
Redete Christopher.
»Nein, nein! – Als ich auf der ‚Ernest Hemingway‘-Straße mit dem Fahrrad gefahren bin, haben die Elfen mir gesagt, dass auf dieser Piraten-Lederjacke ein Fluch lastet, und ich solle die Piratenverkleidung ausziehen, um damit die Gefahr loswerden zu können.«
Sagte Philipp.
»Welche Gefahr? – Wieso hörst du auf solche Nachreden? Die Elfen sind allwissend darüber, dass die Piraten-Lederjacke dich warmhalten soll. Es ist das, was sie dir vermitteln möchten.«
Offenbarte leicht fürsorglich Christopher, der dabei eine schauspielerische Leistung abliefert.
»Nein, nein, Christopher! – In der ‚Ernest Hemingway‘-Straße hat mich ein großes und breites amerikanisches Auto angehalten.«
Redete aufgebracht Philipp.
»Du meinst ein ‚Hummer H1‘-Geländewagen, mit einem großen Auto-Anhänger?«
Vergewisserte sich ein reichlich aufgebrachter Christopher.
»Ja, genau! Es war dieser Militärwagen, den die Amis fahren! – Die Elfen haben mir deutlich erläutert, dass ich diese Piraten-Lederjacke und den Piraten-Hut schleunigst ausziehen muss, sonst droht mir Gefahr! Als ich die Piratenverkleidung nun ausgezogen habe, bin ich mit dem Fahrrad losgefahren, und auf der ‚Ernest Hemingway‘-Straße hat mich schon der ‚Hummer‘-Wagen angehalten. Zuerst dachte ich, es sind die Amerikaner, die hier bei uns in der Stadt eine heimliche Invasion durchführen. Doch zum Glück konnten die Männer unsere Sprache sprechen.«
Antwortete Philipp, der beim Zittern erneut mächtig Luft einholen muss.
»Was wollten die Herren von dir? – Was haben sie dir gesagt?«
Erkundigte sich leicht aufgebracht Christopher.
»Ach … Da war ein sehr ernster Mann, der auch einen Hut trug. – Wenn ich mich recht erinnere, hat mich der Wagen seit meinem Einbruch über ein lange Strecke verfolgt, und als ich mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn umgekippt bin, fiel aus dem Fahrradkorb der Eimer, wo der dicke Fisch drin lag. Dann hat mich schon der Militärwagen angehalten.«
Bemerkte Philipp und denkt nach.
»Ja, sprich die nächsten Worte aus!«
Verkündete gereizt Christopher.
»Ein Mann fragte mich, woher ich diesen Fisch habe. – Also habe ich ihm erzählt, dass das mein Haustier sei, mit dem ich im Schwimmbad schwimmen gehen möchte. Dann fragte mich ein schüchterner Kerl: wo ich mir diesen Fisch gekauft hätte. Also habe ich ihm auch erzählt, dass das mein Haustier sei, mit dem ich im Schwimmbad schwimmen gehen möchte. Dann fragte mich ein anderer frecher Herr, der einen Lammfellmantel trug: woher ich diesen Fisch habe. Also habe ich ihm auch gesagt, dass es mein Haustier sei, mit dem ich im Schwimmbad schwimmen gehen möchte. Dann fragte mich noch ein Mann: woher ich diesen Fische habe. Also habe ich ihm auch gesagt, dass es mein Haustier sei, mit dem ich im Schwimmbad schwimmen gehen möchte. – Dann hat ein Mann mir irgendeinen gelben Ziegelstein vor der Nase gehalten und mich gefragt: ob ich hier irgendwo einen Mann mit den restlichen Steinen gesehen hätte. – Christopher, ich glaube, der Ziegelstein gehört zur gelben Schaukel, die ein rothaariger Bergbauer aus der Vorstadt gebaut hatte. Da mache ich mir echt Sorgen!«
Erzählte nachdenklich Philipp.
»So ein Scheiß, verficktes Ziegelstein-Andenken

Lektor: Axel C. Englert

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