Ehrenamtlich engagiert - Page 6

Bild von Jurones
Mitglied

Seiten

ja … Schreibe es ins Tagebuch, Marco!«
Sprach Herr Tageszeit und eine kleine Pause folgt schleichend.
»Wo ist eigentlich dein ‚van Gogh‘-Gemälde? Hat es jemand gefunden?«
Erfragte Marco Müller.
»Nein … Die Suche ist vergeblich gescheitert. – Ich habe ein Vermögen in die Suche investiert, und muss mir selbst zufriedenstellend einreden, dass der Dieb nicht aus unseren Konkurrenten-Kreisen kommt. – Vermutlich war es nur ein unwissender Langfinger von irgendwoher …«
Erzählte Christopher.
»Die Ohren werde ich schon offenhalten und die Auktionshäuser danach befragen. – Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Verlorenheit sich wiederfinden kann.«
Teilte Herr Müller mit.
»Dabei frage ich mich, wieso der Dieb nur ein Gemälde gestohlen hat … Scheinbar war es tatsächlich nur ein nichtsahnender Langfinger, der sich in der Kunstwelt nicht im Geringsten auskennt. Zum Glück wurde das andere Gemälde beim Stehlen nicht beachtet …«
Sprach Christopher.
»Das stimmt!«
Äußerte sich Herr Müller dazu und es folgt wieder eine Pause …
»Ich warte auf die Anschrift von Wesley Tagesarbeit!«
Verkündete Christopher.
»Musst du nicht! – Ich habe es gerade per E-Mail an dich verschickt …«
Sprach Herr Müller die heutzutage angenehme und schnelle Tauschmöglichkeit aus. Christophers E-Mail-Postfach ist äußerst leer, doch all die Ordnerfächer sind mit Briefen überfüllt.
»Die E-Mail ist angekommen und die Anschrift ist gespeichert!«
Erklärte Christopher.
»Das freut mich! Nimm dir einen Stift und einen Zettel, und schreibe diese Link-Adresse auf: http://www.directupload.net/file/d/5132/knshwcgr_jpg.htm«
Offenbarte Herr Müller eine kleine Überraschung.
»Was? – Nicht so schnell … Hat es überhaupt eine Wichtigkeit?«
Fragte Christopher.
»Das hat es! – Wenn du diese Link-Adresse in den Browser eingibst, kannst du sehen, wie der Film-Fritze aussieht.«
Schilderte Herr Müller diese Tatsache.
»Mache ich später. – Nun ruft die Arbeit nach mir!«
Antwortete Christopher Tageszeit.
»Nein, Christopher! Wir müssen noch etwas bereden! – Wie du sicherlich weißt, sind meine Obliegenheiten und Pflichten nicht direkt und nicht immer mit Euch verbunden. Ich bin eher ein Organisations-Dienstleister, der wichtige Geschäfts-Angelegenheiten veranstalten und inszenieren kann. – Die heutige Gesprächsrunde auf dem Schrottplatz hat ergeben, dass wir unsere Tätigkeits-Kreise nach außen deponieren möchten! Auch die breite Masse an Geschäftsleuten und Staatsdienern soll sich mit unseren Dienst-Angeboten bekannt machen und ausnehmend erfahren, wie wir bei gewissen Scheinproblemen vorgehen. Genauer gesagt: Ich plane einen Kostümball, wo sich all die Besucher in Karnevalskostümen begegnen werden. – Damit keine soziale Unterschiede und äußere Differenzen entstehen, scheint mir diese Idee ziemlich originell zu wirken!«
Erzählte Marco Müller, der ein paar Parkhäuser betreibt.
»Ein Kostümball … Das spricht mich nicht an. – Verzeih mir, Marco! Aber Ihr solltet der Welt alleine enthüllen, was wir hier machen. – Und außerdem werden wir doch nicht …«
Sprach Christopher und wird beim Reden unterbrochen.
»Warte, Christopher! – Als Gesangs-Band habe ich eine britisch-US-amerikanische Rockband namens ‚Fleetwood Mac‘ engagiert! Da du älter als ich bist, wirst du die Band zweifellos kennen. – Und als Redner brauchen wir deine poetischen Aussagen, damit uns die Ernsthaftigkeit und Gesinnung berauschen kann!«
Vermerkte Herr Müller, und wartet, bis Christopher sich dazu äußert.
»‚Fleetwood Mac‘ wird kommen. – Ja, wieso nicht … Ich werde dabei sein!«
Antwortete Christopher.
»Es freut mich! – Ich werde die Einladungskarte an dich per Post verschicken. – Wie ich den Brief versenden soll, weiß ich! Du musst es nicht wieder erklären – Hahaha!«
Verkündete Marco Müller.
»Stimmt! – Und wer ist bereit gewesen, dem Kostümball eine Räumlichkeit zu geben?«
Erfragte Christopher.
»So ein Reicher, der mich kennt … Die Anschrift wird auf der Einladungskarte stehen. Die Einladungskarte wirst du per Post erhalten und den Briefumschlag kannst du sicherlich für deine Geschäfte verwenden.«
Offenbarte Herr Müller.
»Ich vermute, die benötigten Räumlichkeiten für den Kostümball liegt im ‚Baumgeld‘-Stadtviertel?«
Erkundigte sich Christopher.
»Bedauerlicherweise erscheint diese Stadtgegend für solche Veranstaltungen als absolut geeignet, und unter allen Umständen gibt es keine passenden Orte, die die Bedeutung des Treffens besser unterstreichen könnten. – Noch kurz erwähnt: Die Nachbarn haben mit Sicherheit schon vergessen, dass unser Klaus dort etliche Autos gestohlen hat.«
Erläuterte Marco Müller.
»Irgendwie habe ich so eine schlechte Vorahnung bei der Sache …«
Sagte nachdenklich Christopher Tageszeit.
»Das brauchst du nicht, Christopher! – Kümmere dich um den DVD-Fritzen und schreibe eine Eröffnungsrede, damit sich unsere Neukunden künftig vermehren können!«
Sprach erfreut Herr Müller, und verdrängte ebenfalls die diesbezügliche schlechte und bekümmerte Vorahnung, die er heimlich ebenfalls fühlte und erahnte. Angesichts der Umstände, die ständig eintönig und ohne Reize nach Aufregung und Unterhaltung phantasieren, erscheint die Idee vom Kostümball gar nicht so verkehrt … Bloß hat die blöde Neugierde auch verkehrte Seiten, die man wohl erahnen und durch das Verdrängen beseitigen kann. Nun hängt an der Wand ein „Carl Spitzweg”-Gemälde, das den entsprechenden und passenden Namen trägt: „Der arme Poet”. Wie arm Christopher Tageszeit ist, ist nicht zu beschreiben, und selbst sein Kontostand kann die Schulden der „Goldmine-Bank” um ein Vielfaches begleichen. Sollte je ein Maler die Ehre haben, Christopher zu malen, würde er sicherlich auch sein Auto ins Bild einmontieren. Ein Moment der Ruhe kehrt endlich heim, denn das Telefon wird wissentlich und wohlwollend ausgemacht. Wie gemacht für das Verfassen der Briefe und deren Inhalt wurde Christopher durch das Leben geformt, und diesen poetischen Lebensinhalt hat er durch viele Jahre der Arbeitslosigkeit ins Berufsleben übertragen. Man kann darin die Lebens-Konsequenzen tragen, die wie ein Mantel austauschbar sind, doch dieses Schreiben, welches den Film-Fritzen feindselig treffen sollte, wird später eine feste und wahre Freundschaft erzeugen!

Nur noch am nächsten Tag ist die Wetterlage betörend zur Ruhe gekommen und betont ausdrücklich, wie zusammenhängend die Stimmung der Natur fündig ist. Der Regen fand beflügelt eine Mittagspause und flog empfehlenswert fort. Nun ist das Ort gut besonnt und durch das Fenster kommen ausstrahlende und herrührende Sonnenstrahlen, die das Zimmer mit Licht empfangen. Auf dem Bett, Tisch, der Fensterbank und dem Boden liegen etliche DVD-Hüllen, die kein Film-Cover umfassen und beinhalten. Es ist erhellend zu fassen, dass hier eine Heim-Produktion überzeugend erfolgt und all die Folgen der Film-Herstellung sind gewollt. Wie reihenweise die CDs das Bett umhüllen, so dass das Licht reflektierend die Decke behellt und wie haufenweise die DVD-Hüllen den Teppich ersetzen und ergänzen, ist schon ein wenig erstaunlich. Die berechtigte Frage bleibt rechtfertigend im Raum stehen, und wie sich Wesley Tagesarbeit durch das Zimmer bewegt, bleibt unbeantwortet und unerwähnt, denn bekanntlich sucht er beim Gehen nie die Lücke, wo sich sein Fuß eingehend

Lektor: Axel C. Englert

Seiten

Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise