Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

empfohlene Prosagedichte
von Verona Bratesch
von Günter Ullmann
von Klaas Klaasen
neue Prosagedichte
von Jürgen Skupniewski-Fernandez
von Manfred Peringer
von René Oberholzer
die schönsten Prosagedichte
von Monika Laakes
von marie mehrfeld
Beitrag 2171 - 2205 von insgesamt 2447 Texten in dieser Kategorie
von Ruth Weber-Zeller

überfallen aus dem schatten des nichts,
ein gestürztes komma davor
aufzugeben, sitzt
dort der gast,
das gewetzte ende an die
vernarbte wand gesteckt,
wiederum

von Monika Laakes

Wenn ich erwache,
gleite ich in den Traum.
Meine Hand greift nach Janus,
der zeigt mir sein and’res Gesicht.
Reißt mich empor,
erstürmt den Gipfel.
Ich falle in den Tag.

von Mara Krovecs

Beginnende Sommernacht
Blüten tropften schwer
Gießkanne in meiner Hand
Füße im nassen Gras
pfeilschnell schoss sie
am alten Haus entlang
in den Efeuwald
zwischen die Weinranken
Libelle, dachte ich…

von René Oberholzer

Das sei ein sauberer Schuss gewesen
Sagt die Jägerin
Einen gewissen Biss müsse man schon haben
Aus Respekt vor den Tieren
Gehe sie nach dem Schuss nicht gleich hin
Die Gedärme vergrabe sie
Aus Respekt vor…

von Mara Krovecs

Baumgesang

Strecke meine Glieder
in das nächtliche Sternenkonzert
zu hören das Geflimmer
nehme es tief mit in meine
Wurzeln in kühler Erde
lege es zu den anderen Schätzen
dass sie glänzen
dass sie…

von bernd tunn tetje

Schaust auf das Meer.
Horchst der Stille.
Sitzt am Strand.
Gelassener Wille.

Wasserzungen lecken
mit sanften Schwung.
Kommen und gehen
wie die Erinnerung.

Die Haut liebkost
vom weichen Wind…

von Johanna Weiß

Ich sah Licht in deinen Augen,
das strahlende Leben in deinem Gesicht.
Ich sah die unbändige Freude
in deinem Lachen.
Ich spürte Sinn in deinem Dasein
und Klarheit in deinen Gedanken.
Ich spürte die Schönheit…

von Martin Gehring

Die coolen Kids im Bus
Spielen jetzt Leben
Samt Sex und Tod als
In-App-Kauf zu haben
Den Randstein runter
Stecken Autos auf
Geliehenen Reifen
Die Köpfe zusammen
An der Ecke des Hofes

von Reim Ereien

Zähne zeigen ist nicht Lachen. An hohlen Fratzen mit verzerrter Mimik aber hochglanzpoliertem Porzellanbiss lässt sich gut messen, wie oberflächlich die Gesellschaft geworden ist. Hauptsache, die Emotion ist zur Schau getragen, fühlen ist so 80er…

von René Oberholzer

Im Herbst
Klopfen die Bäume
An die Himmelstür

Für gewöhnlich erhalten sie
Die geforderten Blätter
Im Frühling

Im nächsten Jahr
Soll das Budget
Leicht gekürzt werden

von Mara Krovecs

Ich hol Holz - du liebstes Wesen
denn draußen heult der Wind
und später werden wir - ach und
eh ich’s vergesse - setz doch grad mal
das Teewasser auf - mmhhh
Blaubeerentee hab neue
Mammutfellpantoffeln gekauft…

von René Oberholzer

Er war nach Australien geflogen
Hatte sich die App DANGEROUS ANIMALS heruntergeladen
Hatte die unterschiedlichsten Tiere fotografiert
Und Meldungen auf sein Display erhalten
Wie DON'T MOVE oder RUN AS FAST AS YOU CAN

von W. Löffler

Zeit!
Der Urknall!
Die Geburt der Zeit!
Die Zeit ist da.
Wer sagt uns, wo sie gestern war?
Die Zeit ist Grundlage des Lebens
und alles and're wär' vergebens.
Die Zeit ermöglicht Gegenwart
und ebenso…

von Dieter Strametz

Kurz vor dem Giftgas
einen Wimpernschlag
vor der Neutronenbombe
kam der Friede, war einfach da

Die Strategen aller Länder
hingen ratlos an den Schaltpulten
in den Waffenfabriken
machte Verzweiflung sich…

von Frank Tegenthoff

Als ein neuer Tag in Homers Dichtung gewebt. Aus Ilias Träumen entführte Geliebte,zum Olymp der Walküre. Aus einer ewigen Nacht kommen euphorische Elogen. Bacchus hatte seine Trauben in Wein verwandelt. Seine Unsterblichkeit ertrank im…

von René Oberholzer

Dieser Raps
Bis zum Horizont

Diese Felder
Bis zum Horizont

Diese Divisionen
Bis zum Horizont

Diese Vorstellung
Bis zum Horizont

Dieses 1916
Bis zum Horizont

Dieser Tod
Bis in…

von Peter H. Carlan

Nimm hin
mein aus fliehenden Fäden
geflochtenes Träumen,

das in einsamen Kreisen
der Leere verglüht

Nimm hin, mein Herz,
nimm hin!

Nimm hin
mein aus spiegelnden Wassern
geschnittenes Hoffen…

von René Oberholzer

Gestern regnete es
Und die Gedichte fielen
Aus allen Wolken

Heute ist es windstill
Und die Gedichte halten sich
Vorerst noch bedeckt

von Peter H. Carlan

der widerschein des feuers
war die morgenröte

als die fassbomben fielen ...

... fingen die stunden
all deine tränen
in einer hohlen hand

... fasste die furcht
deinen gehaltenen atem
leise beim…

von Ralf Risse

Gerade wenn man noch grün hinter den Ohren ist . . .

von Marcel Strömer

Ich halt mich fest an dir, du reumütiges, von Stille umgebenes Schweigen - nicht der Verstummtheit oder irgendeiner Furcht zuliebe, sondern aufgrund deiner - aus der Tiefe gehobenen Einsicht und deren Logik - die Lehre der kraftvollen Einsamkeit…

von Lydia Kraft

Die Stadt wird schön gemacht
kaum einer hat Zeit
der dafür ein Auge hat
Noch gibt es Orte
an denen
die Nacht lachen kann
ohne gleich
ihr Gesicht zu verlieren

Dort kann ich vergessen
dass es…

von René Oberholzer

Da war dieser Morgen
Der mit seinen kalten Fingern
Die Autoscheiben berührte

Da waren diese Lippen
Die nur eine halbe Armlänge
Von einem Kuss entfernt waren

Da waren diese Tränen
Die vor lauter…

von René Oberholzer

Oft sass ich
Am späten Samstagnachmittag
Auf seinen Schultern

Oft schrie ich mir
Bei Wind und Wetter
Die Seele aus dem Leib

Oft jubelten wir
Nach einem Tor
Oder einem knappen Sieg

Oft assen…

von René Oberholzer

In der Milde des Herbstes
Einen neuen Gipfel erwandern
Und dabei Schweiss absondern
Das ist keine Poesie

In der Milde des Herbstes
Einen neuen Gipfel erwandern
Und dabei Hungergefühle entwickeln
Das ist…

von René Oberholzer

Die Vögel
Über den Dächern
Schweigen in den Tälern
Misstrauen dem Echo

Die Berge gehen auf und ab

von Mara Krovecs

seltsamer november du
schneidest meine stimme
und hängst sie in nebelschwaden

ich wandere mich fort
in dir - deine räume klirren
laute schmerzen leise
klang auf schlag - verlorene flügel
heben mich…

von Susanna Ka

Heimat

Das sind meine Wurzeln,
fest eingegraben in den Elbestrand,
so, dass die Flut sie nicht auswaschen kann.

Heimat

bedeutet vor allem Kindheit.
Die Wärme in Großmutters Küche,
der Duft ihrer…

von * noé *

Versinken
in dem Spiegel deiner Seele
wie das Mondlicht
in dem dunklen See
des Nachts,
ohne ihn zu berühren,
Kreise zu ziehen,
und ohne auch nur
sich selber zu verlieren
in den

von René Oberholzer

Wenn der Schlaf dich noch nicht holt
Halt inne und denk dich durch die Nacht

Find den Moment im vergangenen Tag
Der dich an früher erinnert

Als die Welt noch grün und farbig
Oder einfach in Ordnung war

von René Oberholzer

Du hast gesagt gehen wir
Auf den zersägten Berg

Ich folgte dir
In schwindelerregende Höhen

Auf dem Gipfel sagtest du
Schau dir unsere Liebe an

von Martin Gehring

Das Leben ein Auto
vor sich hergeschoben
mit angezogener Bremse
Warum alles oder etwas
Das Heute ist morgen
auch noch dringend
Aufschübe wegdelegiert
Geschlossene Augen
garantieren Unsichtbarkeit…

von René Oberholzer

Als Ehemann
Die eigene Frau geschwängert

Als Vater
Die eigenen Kinder geliebt

Als Kind
Andere Kinder gehänselt

Als Jugendlicher
Andere Jugendliche getreten

Als Mann
Andere Männer vergast…

von * noé *

Hätte dich dein Land
mir nicht geschenkt
als Dank für meine Treue,
wäre meine Liebe
ohne Fixpunkt geblieben,
verloren suchend, unerkannt,
hilflos treibend im All.

Wenn ich dieses Mal sterbe,
wird…

von Peter H. Carlan

Die nachtschwarzen Kolkraben krächzen,
kalt wehen die Nebel aus ihren Schnäbeln.
Schau, wechselnde Winde spielen Polo
hoch in den Wipfeln der Bäume.

Bunt stehen die Drachen am Himmelsrund
und betrachten das…

Seiten