Thomas von Aquin

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“Die Frau ist ein zufälliges und unvollkommenes Wesen, sie gleicht einem verfehlten Mann. Der Mann ist des Weibes Haupt, Christus aber ist des Mannes Haupt. Es steht fest, dass das Weib dazu bestimmt ist, in der Botmäßigkeit des Mannes zu leben,und dass sie keine Macht über sich selber hat. “

Thomas von Aquin 1225- 1274 einer der bedeutendsten Kirchenlehrer, stark beeinflusst von Augustinus von Hippo, dem 'Erfinder' der Erbsünde und Vorbild von Martin Luther. Es hat 380 Jahre gedauert, bis das Christentum zur Staatsreligion des römischen Reiches wurde. Am Narrativ (so sagt man das heute) für die Gläubigen wurde in einem nie endenden Prozess weitergestrickt über den Zeitraum von ca. 2000 Jahren. Männergeschichte, Machtgeschichte. Eine Geschichte voller Eitelkeit, Anmaßung, Größenwahn und Deformation des Denkens mit fürchterlichen Folgen für die ganze Welt.

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Kommentare

09. Dez 2020

HIER bin ICH der HERR im Hause!
(Leider weiß das nicht Frau Krause ...)

LG Axel

09. Dez 2020

Haha, ja Axel. Ich muss hin und wieder einfach provozieren, weiß dabei schon, dass Menschen aus ihrem Glauben Kraft und Gutes schöpfen können.
Gruß
ulli

09. Dez 2020

Die von Dir zitierte - aus heutiger Sicht überholte und zu verurteilende - Frauen verachtende Äußerung des Thomas von Aquin passt in das Denken der Zeit des Hochmittelalters, in der er gelebt und gelehrt hat. Man kann die Essenz seines philosophischen Denkens aber nicht auf diese Aussage reduzieren. Er maß als erster dem GEWISSEN des Einzelnen große Bedeutung zu, setzte sich so deutlich von der damals noch einflussreichen in der Antike verhafteten Sichtweise ab, in dem das Allgemeine Vorrang vor dem Einzelnen hatte. Diese neue Sichtweise wies deutlich in die Neuzeit. In diesem Punkt hat Thomas v. A. Luther sicher beeinflusst, und das ist gut so. Denn die Freiheit des Gewissens jedes Einzelnen ist die Grundlage des Protestantismus’. Der Kontakt zu Gott darf direkt stattfinden, ist nicht auf den Umweg über die Hierarchie der Kirche angewiesen, wie es der Katholizismus heute noch fordert. Luther hat sich im Übrigen in der aus einem Kloster geflohenen Nonne Katharina von Bora eine starke Frau ausgesucht, die durchaus das Sagen hatte im Haus der Luthers und im Leben des Reformators.

Liebe Grüße - Marie

09. Dez 2020

Ja Marie,
es ist doch klar. Immer wird es der Epoche angelastet, wenn unsere großen Helden total mißratene Menschen- und Weltbilder verbreiteten.Du vergißt dabei, dass Thomas den Zugriff hatte auf das gesamte Wissen seiner Zeit, auf die Philosophie des arabischen Raumes, der Antike.Er hatte die Wahl, seine eigenen Geanken daraus zu entwickeln. Hat er Jesus nicht Ernst genommen ? Und Luther hatte über Jahre nichts besseres zu tun, als in unanständiger und rüpelhafter Weise Erasmus über ethische Prinzipien, das Verhältnis Gott/Mensch, den freien Willen zu diffamieren. Auch er hatte die freie Wahl, hätte sich anders über Frauen, Behinderte, Juden, die Bauern äußern können.
Nein sie sind nicht unschuldige Lämmer, weil sie manchmal auch Richtiges sagten. Und der Kirchenvater Augustinus trägt besonders große moralische Schuld.
Es ist nicht mehr von Bedeutung. Du weißt, ich schrieb es glaube ich schonmal, Luther im Original war meine Bettlektüre für ca. 2 Jahre. Ich bin durch mit ihm.

R.D. Precht bezeichnet ihn als „einen widerlichen Gesellen, einen Verbrecher an der Menschheit. Den haben wir noch nicht richtig aufgearbeitet. Wir gehen mit Luther um, als sei er ein ‚Heiliger‘ der evangelischen Kirche. Er war aber ein für die damalige Zeit untypisch aggressiver Antisemit, frauenverachtend bis ins Mark und vom Denken her völlig mittelalterlich. Teufel war sein Lieblingswort. Die Gesellschaft war sehr viel weiter.“ (12)

R.D. Precht, Uralte, topaktuelle Fragen, Interview in der Münchner Abendzeitung (AZ), 19.12.2015, 20 (www.az.muenchen.de).

http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/bertrand-russell-warum-ich-kein-christ-bin

Ach Marie, du bist klug und gut, aber Religion ist kein Thema, bei dem wir Konsens finden könnten.
Ich schrieb ja an Axel, dass ich hin und wieder provozieren muss, auch um Diskussionen anzuregen.
Ich sollte es vielleicht besser lassen.
Menschen fühlen sich zu sehr herausgefordert und gekränkt in ihrer Selbst- und Weltwahrnehmung.
Merkwürdig
schöne und ruhige Advenstage wünsche ich Dir mit möglichst viel Gesundheit und Vitalität
sei großzügig mit mir
ulli

10. Dez 2020

Lieber Ulli, da muss ich mich doch wehren. Klein kariert „gläubig“ bin ich noch nie gewesen, bin sowohl „meiner Kirche“ und generell Religionen gegenüber sehr kritisch. Ich sehe Luther keinesfalls als „Heiligen“, sondern als einen im fortgeschrittenen Alter sehr fehlbaren Menschen. Der junge Luther aber hatte mit ungeheurem Mut seine eigene Kirche reformieren wollen, das wäre auch unbedingt nötig gewesen. Nur notgedrungen hat er eine eigene Kirche gegründet. Und er hat die Bibel in kurzer Zeit ins Deutsche übersetzt und damit die Basis für ein einheitliches Deutsch geschaffen, eine enorme Leistung - „für das Volk.“ Er lebte direkt an der Sprachgrenze zwischen Nord- und Süddeutschland und übersetzte in eine Sprache, die von allen verstanden werden konnte. Als junger Mann trat er noch dafür ein, "brüderlich , mit den Juden zu handeln", und in einem Brief aus dem Jahr 1514 unterstützte er den Humanisten Johannes Reuchlin, der sich gegen die Verbrennung jüdischer Schriften wandte. Sein radikaler Antisemitismus, der ihn im Alter prägte, entsprach dem Geist der Zeit. Bedauerlich, dass er sich diesem Geist anschloss. Die evangelische Kirche sollte sich kritischer mit seinen antisemitischen Pamphleten befassen. Die radikal einseitige Luther-Charakterisierung Prechts aber als „einen widerlichen Gesellen, einen Verbrecher an der Menschheit“ – teile ich keinesfalls, sie ist unverhältnismäßig. Und einen Konsens – muss man nicht immer erreichen; der Austausch alleine hat seinen Wert. Das MUSSTE ich Dir jetzt noch schreiben …
Ruhige Adventstage wünsche ich Dir auch, sofern das möglich ist in Seuchenzeiten.
Marie

10. Dez 2020

DIE Diskussionen liest man gern -
Sie haben einen GUTEN Kern!

LG Axel

09. Dez 2020

Bedeutende Philosophen sagen uns Jetzbürgern idiotisches .
Idioten unter unseren Jetzbürgern erzählen durchaus Dinge,
die der Vernunft nahestehen. HG Olaf

10. Dez 2020

Eine wunderbare Erinnerung, die durch die momentane Zeitenwende wieder neu aufgelegt werden könnte...man muss halt nur Christus weglassen und ihn durch M ersetzen...

LG Alf

10. Dez 2020

Alles gut Marie,

für klein kariert „gläubig“ habe ich Dich nie gehalten. Wie kannst Du das meinen Zeilen entnehmen? Meine `Fehlbarkeit`trage ich in vielen meiner Texte vor. Kann man das übersehen?. Skepsis ist mein Lebensprinzip, auch mir selbst gegenüber.
Dass Diskussionen über Religion und Weltanschauung immer riskant sind, ich habe es immer wieder geschrieben. Menschen fühlen sich schnell verletzt und herausgefordert, wenn ihre Überzeugungen in Frage gestellt werden.
Das ist keine Überraschung. Und nicht nur dass Individuum wehrt sich dann, sondern auch Glaubensgemeinschaften, Überzeugungs-Gemeinschaften etc. - die derzeitigen Konflikte in unseren Gesellschaften zeigen es überdeutlich.
Kein Vergleich allerdings zur Bedeutung des Konflikts Christliche Kirche/ Wissenschaft/ Aufklärung.Ich krieg das nicht mehr zusammen.
Zu Luther, Augustinus, Monotheismus etc. habe ich alles gesagt, Mein Urteil zu Luther wird sich nicht mehr ändern. Seine Schriften sind zum Teil überaus verstörend. Es geht nicht um Zitate, die mal kurzfristig seinem Image schaden zufügen. Es ist viel mehr. Ich sehe mich übrigens mit meinen Gedanken in bester Gesellschaft. Damit meine ich gar nicht R.D. Precht, Er ist sehr klug, aber er beeindruckt mich nicht wirklich.
Darüber hinaus mag jede(r) beten zu wem immer er(sie) will. So lange unser Staatswesen unangetastet bleibt, soll es mir recht sein.Dass man kleine Kinder immer noch mit diesen Geschichten belastet, das finde ich inzwischen allerdings grenzwertig.
Es dient nicht einer gesunden Entwicklung
Für die Herausbildung moralischer Werte ist es zudem völlig überflüssig und problematisch.Wie kann man Moral mit etwas (Gott) begründen, dessen Existenz völlig hypothetisch ist. Unglaublich.

Ja ich möchte jetzt schweigen Marie. Man könnte die Lebenszeit mit diesen Themen füllen. So sagt es auch B. Russell. Er weiß gut, warum er kein Christ ist. Der Link liegt vor. (s.o.)

Ich werde mich wohl mal wieder zurückziehen
Bis zu einem `Comeback`dann irgendwann vielleicht

alles Gute, jetzt schon ein frohes Fest und Du bleibst in meinen Gedanken

ulli

10. Dez 2020

DIE Diskussionen liest man gern -
Sie haben einen GUTEN Kern!

LG Axel

10. Dez 2020

Dein Kommentar ist weise
und ich verabschiede mich mal leise
'heute ist nicht alle Tage,
ich komm wieder, keine Frage'.
Ihr seid alle in meinem blöden Gehirn
es kann nicht anders sein
bis 2021 irgendwann

ulli