Von Künstler zu Künstler

von Britta Pelü
Mitglied

Kennst du das auch?
Du musst schöpfen und schöpfen.
Das alles will raus, kann nicht bleiben in Köpfen,
in Herzen und Körpern, will geboren werden,
braucht Luft und Licht, muss sich gebärden
wie tanzende Sterne, wie Feuerwerk,
muss nur noch über den einen Berg
des Innen nach außen – wie wird es wohl ausseh’n?
Ich weiß es erst, wenn’s da ist. Davon kann ich ausgeh’n.
Ob Grauen, Horror, Rotz oder Ästhetik,
ich hab keinen Einfluss, es fließt aus mir stetig.
Und wenn’s dann vor mir zu sehen ist,
gibt es nichts dran zu mäkeln. Es ist, wie es ist.

Mein Job ist, die Schöpfung durch mich zu gebären,
ihr passende Formen zu gewähren,
kein Schleifchen und Blümchen daran zu stecken
als Entschuldigung, um nicht die Welt zu erschrecken.
Auch Expressionismus ist nicht meine Gestaltung,
es sei denn des Werkes immanente Haltung.

Altes immer neu in die Welt zu bringen,
ist meine Berufung. Das lässt mich singen,
mit Freude Farben und Vielfalt verbreitern,
Verbindungen lösen, Horizonte erweitern.
Keine Angst vor Zerlegung, um neu zu gestalten
und aus Grundsteinen neue Wunder erhalten.

Das ist mein Job. Nicht weniger, nicht mehr.
Bewertungen zieht das wohl hinter sich her.
Doch darum darf ich mich nicht scheren,
empfange und muss und will weiter gebären.

Kennst du das auch?

03.10.2019

Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise