SUCHE NACH DEM VERLORENEN RINGELNATZ

von Volker C. Jacoby
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oder: Tomaten auf den Morgenaugen

Such' Ringelnatz in dem Regal
und kann ihn ja nicht finden ...
Schlimm ist's, da er mir nicht egal.
Wie kann ich dies ergründen?

Ich geh' nah ran, und ich taxier'
von jedem Buch den Rücken,
doch "Ringelnatz" - wie ich auch stier' -
ist fort. Welch Unentzücken!

Die Kishon-Bücher, fast ein Meter,
stehn da, auch Roth Eugén,
gleichwohl auch was von Handkes Peter,
doch Ringelnatz ist nicht zu sehn!

Bändchenweis' Karl Valentin
und auch der Wilhelm Busch,
der Helmut Qualtinger aus Wien.
Doch Ringelnatz ist fort, husch husch!

Bücher da vom Hohler Franz,
von Henscheid bei Zweitausendeins,
drei Titel Robert Odeman's.
Doch Ringelnatz? Nicht eins!

Mascha Kaléko, Roda Roda,
Jandl, Morgenstern und Co.,
Manfred Schmidt und Henryk Broder
Frankenfeld und Loriot.

Manger, Graßhoff, Robert Gernhardt,
Endrikat, Thaddäus Troll,
alles, was Jacoby gern hat.
Doch Ringelnatz? Der ist verscholl'!

Dadaistik Hugo Ball's,
viel Heinz Erhardt, Werner Fink,
Zille, Slezak bestenfalls.
Doch Ringelnatz is wech - wie link!

Ludwig Harig, Gerhard Bungert,
Seitz Schorschs Märchen, Edith Braun,
viel auf den Regalen lungert.
Doch Ringelnatz ist nicht zu schaun!

Robert Lembke, Salcia Landman,
Eugen Helmlé ist am Platz,
Rauschenbach und Emil fand man,
nur nicht Achim Ringelnatz!

-

Aaach ...
... da ist er! Gut versteckelt
hatte sich der Daddeldu ... -
nun, Jacoby, alter Säckel,
mach' die Augen wieder zu!

vcj

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