ALS JOSEPH VON EICHENDORFF SICH EINMAL MIT EINEM KÄTZCHEN UNTERHIELT

Bild von ffolcus
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oder: Fast größtes Dichterglück

Ich wanderte durch Feld und Flur
Und suchte mir ein Plätzchen
Zum Rasten hier in der Natur.
Da sah ich es: das Kätzchen.

Gar niedlich saß es da und putzt'
Sich Pfötchen, Fell und Öhrchen.
Ich hab' derweil die Zeit genutzt,
Aß etwas Brot und Möhrchen.

Herzallerliebst beäugt' es mich
Aus seinen kleinen Lichtern.
Ich war der Glücklichste für mich
Von allen deutschen Dichtern!

Da, plötzlich, streckte sich das Tier
Und zog den Kopf nach unten,
Begann zu würgen grauslich schier:
Herfür kam, was schon drunten!

Als ich mich darob echauffiert,
Hob's Tierlein seine Tatzen,
Sprach zu mir, etwas indigniert:
Du weißt, man nennt uns 'Katzen'.

Das Reihern, Freund, ist bei uns Kult,
Da gibt's nicht viel zu motzen,
Die Lautverschiebung war dran schuld:
Wir hießen früher ... „Kotzen“!

vc

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Kommentare

30. Mai 2015

Mein „Kater“ früher „Koter“ war!
(So langsam – wird mir alles klar…)

LG Axel

Charlotte
02. Jan 2016

Ha.ha.. so kann es gehen...