Fernab der Vernunft

von Joschik J. Huber
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Wir lieben die Freiheit!
Doch Tiere halten wir in Gefangenschaft.
Wir sperren sie in Stallungen, schließen sie weg, und machen sie uns zu Nutzen!
Wir besitzen Zwinger, Käfige, Aquarien und Terrarien und erfreuen uns an den Zoos und Zirkussen dieser Welt.
Ja, wir lieben „unsere“ Freiheit!
Wir unterwerfen uns Gesetzen und Geboten und tun was man von uns erwartet.
Und das in politischer, religiöser und gesellschaftlicher Hinsicht.
Ansprüche werden erfüllt ohne sie zu hinterfragen.
- Aber unsere Freiheit lieben wir!
So, wie wir auch den Frieden lieben!
Wir verabscheuen Gewalt, tolerieren aber die Existenz von Waffenfabriken.
Zumindest dann, wenn es die des eigenen Landes sind.
Denn die sichern ja den Frieden!
Ja, wir lieben „unseren“ Frieden!
Doch gäbe es weltweit keine Kriege mehr, wer bräuchte dann noch Waffenfabriken?
Was würden wohl diejenigen sagen, die diese Fabriken besitzen, oder die Arbeiter die ihren Lebensunterhalt damit verdienen?
Profit und Wohlstand scheinen also wichtiger als der Verzicht auf Waffenhandel.
- Aber unseren Frieden lieben wir!
So, wie wir auch die Liebe lieben!
Wir lieben leidenschaftlich gern, sofern auch wir geliebt werden.
Jemand zu lieben, ohne zu fordern, bedingungslos zum Wohle des anderen, bleibt meist nur eine Illusion.
In Sachen Liebe wird nur gegeben, wenn man auch nehmen darf.
Ja, wir lieben es, geliebt zu werden.
Doch ist die Liebe erst entzwei, erzürnt nicht selten das Gemüt.
Und aus Zuneigung und Verbundenheit wird Abscheu, Arglist und Verbitterung.
- Aber die Liebe lieben wir!
So, wie wir auch das Leben lieben!
Wir leben gern, solange es uns an nichts mangelt.
Am liebsten würden wir ewig leben.
Dennoch zerstören wir unseren eigenen Lebensraum und vergiften unsere Körper.
Ja, wir lieben das Leben!
Das Töten überlassen wir denen, die dieses Handwerk beherrschen; Soldaten, Jäger, Metzger.
Wenn wir töten, dann meist nur fahrlässig.
Wie das Tier auf der Strasse, dass wir dann achtlos liegenlassen.
- Aber „unser“ Leben lieben wir!

Rechtshinweis:
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Kommentare

24. Jul 2019

Der "Sapiens" nennt sich selber "weise" -
Wer so was tut, hat meist 'ne Meise ...

LG Axel