Selbstkritik

von ulli nass
Mitglied

goldene Kälber
erschafft man sich selber
man meide beharrlich nur
jegliche Selbstzensur

Orgasmen von gestern
provozieren heute zum Lästern
voreilig transzendierter Sinn
meist ist er schnell dahin

der Trend zum Überschätzen
ist zunehmend zum Ätzen
auch Kuschelpädagogik
erweist sich als schlichte Logik

klar - der Mensch soll streben
dadurch bereichert er sein Leben
wenn im Bemühen Kunst entsteht
erschafft er, was nicht vergeht

leider geschieht dies sehr selten
denn es liegen halt wirklich Welten
zwischen trivialer Banalität -
und echter Genialität

dabei ist jeder Versuch legitim
mit Inbrunst gebe man sich hin
verliere nie den Blick im Streben
sonst liegt man im Urteil daneben-

da ist viel indifferentes Grau
und man weiß nie genau
ist es wirklich von Wert
was man gerade verehrt

so bleibt nur Selbstkritik -
sie führt uns meist zurück
zu Demut und Bescheidenheit -
und reduziert damit Peinlichkeit

sonst stehen wir bald alle
nackt und gänzlich ohne Kleider
und die, die ein wenig klar sehen
werden diffamiert als Neider

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