Das Schmusetier

von Karin Steuck
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Als du verschwandst, verlor ich auch den Garten,
das Grün aus Leichtigkeit.
Den Hof aus unseren Spielen,
die Neugier kindbereit.

Die Träume, deine Streiche, ja ich vermiss sie so.
Kerzenmusik im Zimmer, war mit dir manchmal froh.
Vergaß dann das Gedonner, in Gräben pulverwarm.
Das Kindsein neben Eltern, kriegsgefüllt und arm.

Dann kamst du mit der Liebsten, sie überwuchs dich fast.
Wie eine große Festung, gerad wie ein starker Ast.
Gedürstet um zu Lieben, fielst du in sie warm.
Noch heute saugst du hungrig, gefüllt und doch ganz arm.

Mein zaghaft tief Gefühlchen, stach es im Grau hervor?
Das Grau, das sie so liebte , sogleich ich dich verlor.
Gesehen ihre Ohnmacht, die Angst, die Gegenwehr.
Gewachsen ihre Maske, so hart wie ein Gewehr.

Du klebst und lebst nicht an ihr,
zerdrückt im kurzen Frieden.
Siehst du mich, hörst du Schüsse,
die Angst vorm großem Lieben.

Schon längst liebt sie die Andere,
mir ihre Mutter flüstert.
Die Frau die stärker ist als sie,
ihr Mann sucht noch sein Schmusetier.

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Kommentare

08. Dez 2018

Trauer und Abschied fühle ich in Deinem Gedicht, das mich berührt, liebe Karin

LG Marie