Oh weh, mein Schatz

Bild von Claudia Willmes
Mitglied

Oh weh,
mein Schatz,
auf einen Satz,
nehm ich mal Platz
und hoff, es ist okay.
Scheinst ganz verwirrt,
hast dich im Leben verirrt.
So erzähl´s mir doch, ganz ungeniert,
haben deine Freunde dich nicht aufgefangen in der Not?
Es bot sich mir ein trauriges Bild,
hast geflucht und gehadert mit dir,
hemmungslos wild.
Rück herüber zu mir,
wenn du mich lässt,
dann drück ich dich ganz fest
an meine mütterliche Brust,
lass ihn raus, all den Frust.
Sei unbefangen,
ich küss dir die Wangen,
auch wenn du kein Kind mehr bist,
bleibst immer für mich die Kleine,
die Meine.

Sieh genau hin, denn tief in mir drin,
erkennst auch du den Sinn.
Kummer und Schmerz
machen dir schwer das Herz,
doch jene Erfahrungen
werden dir nützen,
um dich selbst davor zu schützen,
vor Leichtsinn und Unachtsamkeit,
gewiss hält die Zeit auch für dich hier bereit
einen Platz, der dir gebührt,
zu dem das Schicksal dich eines Tages führt.
Drum bleib auf der Hut,
verlier nie den Mut.
Gefühle sind ein Auf und Nieder,
doch immer wieder,
nach frostigen Zeiten
mit blattlosen Zweigen,
werden sich Vögel am Horizont zeigen
und auch im grauen Winterkleid
hält der Kelch die Blüte bereit.

Wohl tragen die Gezeiten dich hinfort,
an einen fernen, dir unbekannten Ort,
doch sei unbesorgt,
ich lass dich niemals allein,
ich werd stets dein Schatten sein,
der dich begleitet bis zum letzten Tag,
auch wenn ich einst liege, gebettet im Grab,
und du, mein Kind,
zählst du die Wunden und Narben,
so stell dem Himmel deine Fragen.
Dann lausch dem Vogel,
dem Meer und dem Wind,
sie erzählen dir bestimmt,
was ich dir noch
zu sagen habe.

(c) Clou Dy

Rezitation:

Rezitation: Sprecher: Walter Zeis
Rechtshinweis:
Für diesen Beitrag ist eine unkommerzielle Nutzung erlaubt, alle Rechte verbleiben jedoch beim Autor/bei der Autorin.

Interne Verweise