Stirb und Werde

von Frederico Zapatero
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Ein Spinnlein klein
ganz zart und fein
spann ganz allein
für sich ein Heim.

Ein feines Netz
das sollt es sein
nicht groß, nicht klein
in Licht gewebt
nur nicht aus Stein.

"Wann fang ich an,
wann leg ich los
und ist die Arbeit
noch so groß"
so dachte sich das Spinnebein
und grübelte
Tag aus Tag ein.

Als der Frühling
kam im März
und Spinnlein
fasste sich ein Herz
da hob die Spinne an zu spinnen
und sah den Tag um Tag verinnen.

Der Sommer ging
hinaus ins Land
und golden schien
der Ehrenhain
da ward gewoben
zart und klein
ein Netz im Licht
aus Silber fein.

Doch wie das Jahr
zu Ende ging
das Netz
am seidnen Faden hing.

Und als die Welt im Sterben lag
in dunklen Nebelschwaden
das Spinnlein schwach,
der Welt entrückt
riss auch ihr Lebensfaden.

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Kommentare

28. Feb 2017

.......vom Werden und Vergehen in der Menschheitsgeschichte !!!
Spinnchen am Abend, erquickend und labend.
Gefällt mir.
Gruß Volker