Das Bierzelt

Bild von Mell_Strange
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So hat es neulich sich ergeben
Dass ich zum Bierzelt mich begeben
Das Biere dort in Strömen floss
Schon fast zum Bade sich ergoss

Welches vermutlich Schuld daran
Das ich bis Heut mich nicht erinnern kann
Was an diesem Tage noch geschah
Zu später Stund dem Morgen nah

Worüber ich bestimmt bald lache
Wär da nicht so eine Sache...
Als ich den Weg nach Haus gefunden
Weniger nüchtern als stark betrunken

Blieb ich vor der Haustür stehen
Freute mich aufs zu Bette gehen
Was zu tun ich noch beschloss
Doch… der Schlüssel fehlt zum Schloss

Was dann kam ist mir schleierhaft
offensichtlich wollte ich mit Kraft
Und einiger Gewalteinwirkung
In die nächste Tageszeitung

Das verrieten mir am nächsten Morgen
Die Spuren von diesem plumpen Vorgang
Doch mit Gewalt bin ich nicht weit gekommen
Dann wird das Bild wieder verschwommen

Doch offensichtlich wurd mir übel
Und weit und breit kein Trog, kein Kübel
So hat der Mageninhalt sich verteilt
Auf dem Teppich der da weilt

Als wär nicht schon genug verpfuscht
Bin ich noch darauf ausgerutscht
Voll aufs Kreuz, rein in den Dreck
Das gab nen schönen blauen Fleck

Der mir noch ein paar Tage schmerzt
Fiel wohl nicht leicht, sondern beherzt
Das sah ich deutlich auch der Kleidung an
Und rekonstruierte so den Tathergang

Wie dem auch sei, fiel ein mir irgendwann
dass ich nach wie vor nicht in die Wohnung kann
Doch dann kam mir die Offenbarung
Das Apartment neben meiner Wohnung

Der Schlüssel dafür stets verwahrt
In Vorraum Kommode oberster Lad
So nahm ich einfach dieses Heim
Kam ins Eigene ja nicht rein

Ging erst mal Duschen und Haare waschen
Was in Anbetracht der Kotz – Tatsachen
Ohne Zweifel war der beste Plan
Erinner mich nur nicht daran

Am nächsten Morgen wacht ich auf
Kurz vor halb neun im Ferienhaus
Natürlich ohne den geringsten Plan
Was ich am Tag zuvor getan

Als erstes stellt ich mir die Frage
Wie ich wohl kam in diese Lage
Bemerk dass nass ist Haar und Schopf
Und frag mich wem gehört der Kopf

Hat nur knapp ne Stunde Zeit
Bevor begann die Arbeitszeit
Doch ich war noch immer ausgesperrt
Und meine Wahrnehmung äußerst verzerrt

Doch blieb mir kaum was Andres über
Ich musst nochmal zum Bierzelt rüber
Weil meine Jacke dort noch steckt
In der mein Schlüssel eingesteckt

Doch wie soll ich da rüber gehen?
Kann die Klamotten nirgends sehn
Vor der Wohnung ich sie dann gefunden
wo ich sie liegen ließ vor Stunden
nachdem ich sie missbraucht als Leinwand
Für meine Hommage an Rembrandt

Konnt nun die stark befleckten Lumpen tragen
Oder nackt zum Bierzelt jagen
Ich entschied schließlich mich anzuziehen
Nur die High Heels ließ ich stehn

Ohne Schuh, mit nassen Haaren
Lief ich so schnell die Beine waren
Runter wo das Bierzelt stand
Wo man beim Abbau sich befand

Das Gesicht von nobler Bleiche,
Sah aus wie eine Wasserleiche
Nur nicht so rein wie für Gewöhnlich
Ach was ich war ich der Tod persönlich

Als barfuß ich das Zelt betrat
Bekam sogleich ich einen Rat
Pass bloß auf deine Füße auf
Da liegen Scherben gar zu Hauf

Doch dann eilte ein Mann herbei
Der wüsst wo meine Jacke sei
So hat ich endlich alles wieder
Schlüssel, Jacke und ein wenig Fieber

In Windeseile lief ich heim
Und kam diesmal auch hinein
Hab’s grad noch rechtzeitig geschafft
Mich umzuziehen und ja Herrschaft

Fahrtauglich war ich sicher nicht
Mit 3 Promille Restfettn im Gsicht
Hab, was einem Wunder gleicht
Mich pünktlich in die Hackn gschleift

Den Kater spürt ich noch nach Tagen
mehr muss ich dazu wohl nicht sagen
Und die Moral von der Geschicht
Beim Bierzelt war man, oder nicht

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