Gesellschafts- & Entwicklungsinhalte ✓ Geschichten, Abhandlungen oder Erzählungen zum Thema

Beitrag 1 - 35 von insgesamt 454 Texten in dieser Kategorie
von marie mehrfeld

Schon die alten Germanen pflegten den Brauch, in der Silvesternacht Feuer zu entzünden und einen Ohren betäubendem Lärm mit Rasseln, Dreschflegel und Peitschen zu veranstalten, um Dämonen und böse Geister zu vertreiben. Im frühen Mittelalter…

von marie mehrfeld

Ebenso wie Liebe ist Angst ein Grundelement unseres Lebens. Während die Liebe das Leben erhalten und die Angst überwinden will, kann die Angst Leben und Liebe zerstören. Die beiden Phänomene stehen also im diametralen Gegensatz zueinander. Und…

von Kurt Tucholsky

Neulich habe ich einen Hund gesehen – der ging ins Geschäft. Es war eine Art gestopfter Sofarolle, mit langen Felltroddeln als Behang, und er wackelte die Leipziger Straße zu Berlin herunter; ganz ernsthaft ging er da und sah nicht links noch…

von marie mehrfeld

War es so? Gebar Maria ihren Sohn vor 2000 Jahren in einem Stall? Legte die junge Mutter ihr Kind in eine Futterkrippe? Lagen da unter dem Himmelszelt hütende Hirten auf dem Feld? Sprach ein Engel im Sternenlicht zu ihnen, fürchtet euch nicht…

von Franz Kafka

Wenn irgendeine hinfällige, lungensüchtige Kunstreiterin in der Manege auf schwankendem Pferd vor einem unermüdlichen Publikum vom peitschenschwingenden erbarmungslosen Chef monatelang ohne Unterbrechung im Kreise rundum getrieben würde, auf dem…

Hörbuch:
Hörbuch »Auf der Galerie«, gelesen von piratin
von marie mehrfeld

„Farbe bekennen“ ist eine deutsche Redensart und bedeutet so viel wie: offen für eine Meinung eintreten. Der Ausdruck kommt aus dem Bereich des Kartenspiels und ist seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlich. Fast jeder Mensch hat eine Lieblingsfarbe…

von Kurt Tucholsky

Wie verschieden ist es doch so im menschlichen Leben –!

Bringt in Deutschland jemand die Gedankenvorstellungen der Kirche mit dem Humor in nähern Zusammenhang, dann finden sich nicht nur etliche Domdechanten, sondern noch mehr Richter, die…

von Michael Dahm

Es muss etwa im Jahr 1987 gewesen sein, während meiner dreijährigen Dienstzeit bei den Grenztruppen der DDR.
Ich war noch schwungvolle zwanzig Jahre alt und hatte den Drill der Grundausbildung bereits hinter mir.
Zusammen mit den…

von Sigrid Hartmann

Weint nicht um mich. Ihr seid Kinder, die mit dem spielen, was sie finden. Alles, was ihr für euer Spiel nutzt, ist ein Teil von mir, Luft, Wasser, Feuer und alles das, was mich zu dem macht, was ich bin.
Ihr verbindet es und erkennt nicht…

von marie mehrfeld

Sonniger später Märznachmittag auf dem großen Friedhof, der geschichtsträchtigsten und geheimnisvollsten Region meiner Stadt. Wieder einmal bin ich unterwegs in dieser grünen Oase mit ihrem vielfältigen alten Baumbestand und fülle meinen…

von Rainer Maria Rilke

Ein Dialog

In der Ecke eines Zimmers stand ein Schwert. Die helle, stählerne Fläche seiner Klinge erglänzte, vom Strahle der Sonne berührt, in rötlichem Scheine. Stolz hielt das Schwert Umschau im Zimmer; es sah, daß alles sich an seinem…

von Willi Grigor

Ganz am Anfang meiner Zeit war auch ich vollkommen neutral. Das änderte sich mit der Zeit. Die Zeit kümmert sich um solche Dinge.
Sie kümmert sich um alles. Wir meinen oft, dass wir oder unsere "Vorgesetzten" unsere Entscheidungen treffen.…

von Kurt Tucholsky

Aber einen Trost hast du immer, eine Zuflucht, ein Wegschweifen. Selbst auf Umgebungsflachheiten stehen Bäume, Wasseraugen schimmern dich an, Horizonte sind weit, und auch durch düstere Verhängung kommt noch Feldatem.
Alfons Goldschmidt: «…

von marie mehrfeld

Die Tiere des Waldes haben es gut in ihren Höhlen und die Vögel haben Nester und den Regen, sie brauchen den Strom nicht, denkst du. Und wer etwas hat, das betäuben kann, wird schlafen. Du aber bleibst hellwach, deine Gedanken kreiseln, du passt…

von Eva Klingler

Zum dritten Mal beginnt sie zu erzählen.
Bruchstücke.

Eigentlich habe ich keine Zeit. ( Was für ein Satz )

Der Laden ist voll, verlangt nach (un)persönlicher Perfektion.
Kunden - Kassa - Ware - Staub.
Letzteres…

von Kurt Tucholsky

Wenn einer einen Mord begeht, so halte er sich stehts vor Augen, daß er später einmal nicht nur wegen Mordes abgeurteilt werden kann, sondern vor allem und hauptsächlich wegen seines Vorlebens sowie wegen der Begleitumstände, die seine Tat…

von Sigrid Hartmann

Jedes kleinste Teilchen auf dieser Erde, jedes Wesen, jede Pflanze und selbst die scheinbar tote Materie ist ein Teil der göttlichen Matrix, die alles ist und überall. Jedes Wesen hat seinen Platz, geht seinen Weg, lebt sein Leben.
Jedes…

von marie mehrfeld

Noch nicht ganz wach begeben sich meine Gedanken auf eine ungewöhnliche Reise. Eine dunkelgraugrüne Riesenwelle sehe ich vor mir, eine schwarze Wand aus Wasser und Luft, sie hat Steinbrocken, Holzplanken, ganze Häuser, Schiffe, Menschen, Tiere…

von Ralf Risse

Sie schenkt mir ein Lächeln. Immer noch kann sie geben, diese junge Frau.
Ihr letztes Kind hielt sie bis vor fünf Tagen in den Armen, und das einzige Kamel der Familie ist nun gestern auch gestorben.
Ihr Mann, sagt sie, seit Wochen im…

von marie mehrfeld

Gedanken zum Totensonntag, aufgeschrieben am 26. November 2017 nach einem Vormittagsgang über den Hauptfriedhof mit seinen nun blattlosen dunklen Baumschönheiten - und nach der Begegnung mit Trauernden auf dem Weg zu den Gräbern ihrer Toten.…

von Kurt Tucholsky

Daß der Berliner, an welchem Ort auch immer allein gelassen, nachdenklich dasitzt, den Boden fixiert und plötzlich, wie von der Tarantella gestochen, aufspringt: „Wo kann man denn hier mal telephonieren?“ – das ist bekannt. Wenn es keine Berliner…

von Corinna Herntier

„Scheiß Kippen!“, fluchte Gabriele und nahm noch einen letzten tiefen Zug, blies den Rauch langsam mit gespitzten Lippen aus und drückte die fast völlig heruntergebrannte Zigarette in dem vollen Aschenbecher aus.
„Adios! Und jetzt ist…

von Sigrid Hartmann

Die verpflichtende Dankbarkeit Amerika gegenüber, das ‚uns’, nach dem, von ‚uns’ verursachten Krieg, in so großartiger Weise unterstützt hat, das uns gegen den Warschauer Pakt verteidigt hat, beginnt seit der Amtszeit des neuen Präsidenten zu…

von marie mehrfeld

Diese Welt wird von vielen existentiellen Krisen geschüttelt. Es gibt die globale Energiekrise, die weltweite Veränderung der Wetterbedingungen, die uns alle betreffende Flüchtlings- und Hungerproblematik, zu viele rückwärtsgewandte uneinsichtige…

von marie mehrfeld

Die Dächer schimmern silbern; Dauerregen. Vor dem eingestaubten gesammelten Fontane im letzten Bord betet noch immer der goldene Engel vom Weihnachtsmarkt, daneben das gleichgültige Schielen der mexikanischen Puppen aus Pappmaschee. Kater Max…

von D.R. Giller

Zuerst meinesgleichen, meinetwegen liebes Publikum
Was für trübe, geile Gäste
Sprechblasen schweben über euch
Man sieht sie als direkte, manch verdeckte
Lug und Trug, Wahrheit und die Lüge
Nur zu im Ton, lacht man…

von Sigrid Hartmann

Im Gras, unweit des Weges, saß eine Weinbergschnecke. Sie hatte großen Hunger, und weil die Sonne noch nicht so heiß war, wie sie es im Sommer ist, war die Schnecke noch nicht zurück in die Hecke gekrochen, in der sie meistens ihre Tage…

von marie mehrfeld

Samstagsmorgens um neune, bin in Eile, mit Freundin verabredet, und auch nicht bester Laune, putze mir grade hastig die Zähne, da schellt’s an meiner Wohnungstüre, zum Teufel, passt mir gar nicht, doch nicht wieder ein Paket für Nachbarn, soll…

von Susanna Ka

Jeden Winter, wenn ich auf der Insel bin, bittet mich Frieda um eine Lesung in ihrem Café.
Friedas Kunstcafé – ich liebe es.
Es „lebt“ – ja, es lebt tatsächlich in einem alten Backsteinhaus mit wechselvoller Geschichte. Und es ist der…

von Sigrid Hartmann

Dort am Horizont – er sah sie an mit großen, vor Angst geweiteten Augen. Sie kamen auf ihn zu, ganz langsam, denn sie wussten, dass er ihnen nicht entkommen konnte. Er drehte sich um und begann zu laufen, schneller, immer schneller versuchte er…

von Anna Rubin

"Frau, wach auf!" rief eines Nachts der junge Schneidergeselle, "Ich glaube, unser Kindchen stirbt."

Das kleine, dunkelhäutige, Schwarzhaarige zappelte noch ein wenig, dann legten die entsetzten Eltern die kleine Leiche beiseite und…

von marie mehrfeld

Die Wahrhaftigkeit der Kunst liegt im Rembrandtbildnis der Saskia van Uylenburgh, das in der Gemäldegalerie Alte Kunst in Kassel hängt, behauptet sie. Er macht sich nichts aus Rembrandt, findet seine Wahrheit in den satten Farbfeldern des Mark…

von Annelie Kelch

Als meine Jugendliebe Mark die Scheidung verlangte, weil er, wie er freudestrahlend bekannte, eine Arbeitskollegin liebe, die von ihm schwanger sei, erkrankte ich am Messie-Syndrom, einer Zwangsstörung, die mein Leben in ein Chaos stürzte, dem…

von Johanna Blau

Ich gehe manchmal einen Weg, von dem ich weiß, dass er nicht meine Bestimmung ist und werde geführt an einer Leine der Versuchung durch Länder des Stillstandes.

Dabei sind da Orte der Besinnung, die meist Orte des Schreibens sind.

von Lou Andreas-Salomé

Erzählung

Muschka
gewidmet

I.

In der Morgenstille war nichts vernehmbar als das helle, lang gezogene Trillern der kleinen Buchfinken im jungen Birkenlaub. Die breite, ungepflasterte Straße, die sich, nicht weit von der…

Seiten

In einer Zeit, da die Unterscheidung literarischer Gattungen sich noch an den Fingern zweier Hände abzählen ließ, gab es bereits den großen 'Gesellschafts-' oder auch 'Entwicklungsroman'. Logischerweise hat jedes gehaltvolle Werk eine 'Entwicklung' zum Thema - und meist geht es auch um gesellschaftliche Themen.
Die großen Werke der fiktionalen Weltliteratur gehören allesamt in diese Rubrik - egal, zu welcher Zeit sie geschrieben wurden, und welchen Anspruch an den Leser sie verfolgten.

Historisches, Soziales, Liebesgeschichten, Lebensbeschreibungen … in diesem Rahmen bewegen sich viele der thematisch durchaus völlig unterschiedlichen Werke. Gesellschaftspolitische Aussagen bestimmen ohnehin die meisten Romane - uneingeschränkt bis über die genretypischen Grenzen hinaus. Selbst moderne Fantasy kann im Idealfall einen Stoff beschreiben, der in dieser Rubrik bestens aufgehoben ist.