Gedanken in der Nacht zu Allerheiligen

von * noé *
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Von den Lebenden aus gesehen, scheint sich nach dem Tode eine Zweiklassengesellschaft fortzusetzen. Warum sonst wird einerseits gesetzlich (in einigen Bundesländern) „Allerheiligen“ gefeiert und einen Tag später (in allen Bundesländern nicht gesetzlich) „Allerseelen“?

Eigentlich sollte doch davon auszugehen sein, dass auch alle Heiligen zu Lebzeiten über eine Seele verfügten. Und da bestimmt kein einziger Heiliger in seiner unterstellten Bescheidenheit (sonst wäre er/sie ja nicht „heilig“) so manieriert sein dürfte, sich von allen anderen Arbeitern im Weinberg des Herrn (Sendungsauftrag haben wir alle, jeder Einzelne von uns, mal kurz angemerkt) abzusetzen, würde EIN inniger Gedenktag für alle reichen – liege ich da falsch?

Aus den vorgenannten Gründen würde ich Allerheiligen streichen und Allerseelen „aufwerten“. Ich plädiere dafür, sämtlich unsere Verstorbenen zusammen, anerkannter Heiliger oder nicht, mit einem gemeinsamen freien Feiertag in allen Bundesländern zugleich zu ehren. Gesetzlich verankert.

© noé/2019

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Interne Verweise

Kommentare

01. Nov 2019

Es scheint mal wieder ein Geschäft zu sein -
Drum haut auch Halloween so rein ...

LG Axel

01. Nov 2019

Gesetzlich einen Anker werfen
heißt das Henkersbeil zu schärfen...

Ja, alles was lebt hat auch eine Seele, da hast Du auf jeden Fall recht...
Heilig sind die Seelen aber bloß in Bayern - da gibt es auch den Spruch: "Ach, du heilige Einfalt"....

01. Nov 2019

Ja, schein-heilig, alle-samt ... ;o)))

Danke für alle Kommentare und Likes!