Franz Kafkas Todesursache: Ein Blick auf seine letzten Tage
Franz Kafka, einer der einflussreichsten Schriftsteller der modernen Literatur, verstarb am 3. Juni 1924 im Alter von 40 Jahren. Der Tod des in Prag geborenen Autors wurde durch eine schwere Tuberkulose verursacht, eine Krankheit, die zu seiner Zeit eine der Haupttodesursachen in Europa war.
Die Diagnose: Tuberkulose
Kafkas gesundheitlicher Verfall begann ernsthaft im Jahr 1917, als er zum ersten Mal offiziell mit Tuberkulose diagnostiziert wurde. Die Krankheit, verursacht durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis, betrifft vorrangig die Lungen, kann aber auch andere Körperteile befallen. Bei Kafka manifestierte sich die Krankheit zunächst in den Lungen, griff jedoch im Laufe der Zeit auch andere Bereiche wie den Kehlkopf an, was ihm das Schlucken und Sprechen erschwerte.
Behandlung und medizinische Betreuung
Auf Anraten seiner Ärzte suchte Kafka wiederholt Erholung in verschiedenen Sanatorien, unter anderem im Sanatorium Wienerwald. Diese Einrichtungen boten Therapien an, die sich hauptsächlich auf Ruhe und frische Luft stützten. Medikamentöse Behandlungen waren zu Kafkas Zeiten noch in den Kinderschuhen; die Haupttherapie bestand aus klimatischen und diätetischen Maßnahmen. Seine letzte Zeit verbrachte er jedoch ab dem 19. April 1924 im Sanatorium Hoffmann in Kierling nahe Wien, das auf die Behandlung von Lungenkrankheiten spezialisiert war. Am 20. April verließ Kafka das Sanatorium Hoffmann zum letzten Mal für eine Ausfahrt.
Kafkas letzte Tage und sein Vermächtnis
Kafkas letzte Tage im Sanatorium Hoffmann waren geprägt von physischer Schwäche und einem kontinuierlichen Kampf gegen die Tuberkulose, die letztendlich zu seinem Tod führte. Die unmittelbare Todesursache war Herzversagen, ausgelöst durch die Folgen der langjährigen Tuberkuloseinfektion, die seine körperlichen Reserven erschöpfte.
In seinen letzten Tagen wurde Kafka von Dr. Robert Klopstock und Kafkas Lebensgefährtin Dora Diamant betreut. Dr. Klopstock, der ihm nicht nur als Arzt, sondern auch als persönlicher Freund zur Seite stand, war ab Anfang Mai 1924 an Kafkas Seite. Der junge Arzt bemühte sich, seine Leiden durch innovative Ansätze zu lindern, konnte jedoch den fortschreitenden Verfall nicht aufhalten. In seinem letzten Brief an seine Eltern vom 2. Juni 1924 bat Kafka sie, ihn nicht mehr zu besuchen. Er arbeitete bis zum 2. Juni an seinem Novellenband 'Ein Hungerkünstler'. Am 3. Juni 1924 starb Kafka gegen Mittag. Wahrscheinlich ist, dass Dr. Klopstock mithilfe von Morphium Kafkas Sterben erleichterte.
Die Umstände von Kafkas Tod und sein langjähriger gesundheitlicher Kampf spiegeln sich in seinen Werken wider, die oft von einem Gefühl der Isolation, des Leidens und der Auseinandersetzung mit bürokratischen und undurchschaubaren Mächten geprägt sind. Diese Themen finden sich in vielen seiner Werke wieder, darunter Der Prozess oder Die Verwandlung, und haben den Begriff kafkaesk geprägt, der oft verwendet wird, um ähnlich surreale und unterdrückende Situationen zu beschreiben.
Abschlussgedanken
Franz Kafkas Tod beleuchtet nicht nur die medizinischen Herausforderungen seiner Zeit, sondern auch die persönliche Tragödie eines Mannes, der trotz seiner Krankheit literarische Meisterwerke schuf. Seine Briefe und Tagebücher, insbesondere die an seinen Vater Hermann Kafka, bieten zusätzliche Einblicke in die psychologischen und familiären Aspekte, die sein Leben und Werk beeinflussten. Kafkas Auseinandersetzung mit seiner Krankheit und seinem kreativen Geist bleibt ein wesentlicher Bestandteil seines literarischen Erbes, das auch heute noch Literaturwissenschaftler und Leser weltweit fasziniert.