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Roman am Lande

Bild von Peter Altenberg
Bibliothek

Georg, der wunderschöne Gärtnerbursche beim Handelsgärtner, liebt Frau R., villa R. mit dem Linden-Parke.
Seit vier Jahren verlässt er den Platz nicht, der vis-à-vis ist.
Morgens, Abends, kommen die Winde mit Lindengeruch – – –.
Der Platz ist schlecht, das Essen ist schlecht, der Herr ist schlecht – –.
Georg schläft im Glashaus. Alles ist offen und es duftet gut bei Nacht – –.
Verdammt! Seine Herrin kann nicht schlafen und im Glashaus blüht, athmet die Jugend – – –.
Er hat nur einen Gedanken: »Linden-Prinzessin« und »wann« und »wie« – – –!?
Da klirrt die Glashaus-Thüre – – – – – verdammt! Die Herrin!
Sie aber, die Prinzessin im Lindenpark, eilt ihm unaufhaltsam entgegen, auf dem Wege der Enttäuschungen, der Weisheit, der Zeit – – –.
»Sie hat mir Cigaretten gegeben«, sagte er einmal, »ich habe ihr die Hand geküsst – –.«
Dann schaut er wieder aus »vom Söller des Lebens« und sieht den weiten endlosen Weg – – –.
Verdammt! Die Herrin kann nicht schlafen und im Glashaus blüht, athmet die Jugend – – –.
Frau R. schläft, schläft – – –.
Verdammt – – –!
Morgens, Abends, kommen die Winde mit Lindengeruch – – –.

Veröffentlicht / Quelle: 
Wie ich es sehe 1896 / 1904; See-Ufer (Studien-Reihe)