Auf Teufels Weide

von Alf Glocker
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In einem wilden Frieden bin ich aufgefangen,
von diesem Gott der bitterbösen Dinge –
Gewitter toben um den schwachen Leib!
und all die Hilfen, die da zu mir drängen,
entpuppen sich als extra falsche Schlangen!

Mir ist etwas begonnen, das ich tunlichst meide:
das Lernen, wie ich klug die Zeit vertreibe,
und zu berechnen meinen dauernden Verbleib,
um nicht nur hilflos rum zu hängen –
weiß ich wie man das nennt? – „ich leide“?

Unterstützung durch perverse Denk-Geschenke,
will ich für meinen Teil nicht haben –
ich fliehe doch viel lieber in die freie Fantasie,
da weiß ich, daß mir keiner folgen kann.
Ich rede mich dann raus und sag‘: ich denke!

Das reicht den wirklich guten Menschen nicht,
denn es gelüstet sie danach zu untergraben,
was so im Stillen Kämmerlein gedieh –
drum fürchte ich mich auch vor Acht und Bann,
und vor der sogenannten „Wahrheit“ Licht.

Denn meine Wahrheit, die von mir geprüft,
hält keiner weit’ren Prüfung durch Instanzen stand,
die eine öde Mehrheit tauglich für sich findet –
dafür gebricht es mir an eitlem Lebenssaft –
und sei sie auch versiegelt und verbrieft!

Was ich als recht und wirklich hier entdeckte,
das wirkt auf andere, als wenn’s der Spaß erfand
und keiner hält‘s für eine Spur begründet,
denn gegen mich da steht die Wissenschaft!
Und die ahnt nicht, was ich damit bezweckte…

Denn meine inneren Thesen, voller Weisen,
die weder trist sind, weder leer –
nimmt man mir übel, weil man sie nicht liebt!
Gilt es den wahren Wohlstand zu verfluchen?
Der Geist versucht im Tränenmeer zu kreißen!

So muss ich rätseln, mich in Stürmen winden –
sich auf die richt’ge Seite schlagen ist sehr schwer,
weil es für mich die Seite gar nicht gibt!
Ich kann mein Bestes nur mit Mut versuchen.
Dabei darf ich mein Herz nicht zwingend binden!

Denn wilder Frieden hat mich aufgefangen –
ich steck in seinen weitverzweigten Schlingen,
und wie ich auch das Ungetüm beschreib‘,
es schlägt mich jederzeit um Längen,
da hilft kein Grübeln, Schaffen, Bangen!

Ich stehe tief, bei Allerwelts in Kreide,
es bleibt für mich nur: „immer was erbringen“!
Solang ich meine Seele an diesem Dasein reib‘,
hat mich der Teufel fest in seinen Fängen –
ich bin das Schwarze Schaf auf seiner Weide.

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Kommentare

29. Mai 2015

Ein schwarzes Schaf auf eines Teufels Weide,
ein weißes fände keine Bleibe.

29. Mai 2015

Manch weißes Schaf wird angeschwärzt!
(Gedicht war wieder scharf! Beherzt!)

LG Axel