Fiktive Diskussion 5 virtueller Gesprächsteilnehmer

von Alf Glocker
Mitglied

1. Person … Wenn wir fest sind im Glauben, dann trifft Gott für uns die richtigen Entscheidungen!
2. Person … Wenn wir fest an uns glauben, dann können wir uns frei entscheiden!
3. Person … Wenn wir einen Glauben haben, dann können wir uns frei für ihn entscheiden!
4. Person … Unabhängig vom Glauben gibt es doch Dinge, die eine freie Entscheidungsmöglichkeit des Menschen in Frage und ihn vor unlösbare Aufgaben stellen können.
5. Person … Ja, wir sollten aus den Ereignissen lesen, welche Bedeutung sie für uns gehabt haben und dadurch lernen, unsere Entscheidung, im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Zukunft, abzulesen.
6. Person … Vielleicht haben unsere Entscheidungen für die Zukunft nahezu keine Bedeutung!

1. Person … Wenn wir nur gute Menschen sind und uns immer für das Gute entscheiden, dann wird uns der Glaube dabei helfen!
2. Person … Wir haben ja die Wahl, im Augenblick immer das unmittelbar gut Erscheinende zu vollbringen!
3. Person … Wir müssen, im, durch den Glauben vorgegebenen Rahmen, immer das von ihm als „gut“ Bestimmte erstreben!
4. Person … Woher wollen wir wissen, daß das Gute für den Guten auch gut ist und sich nicht später als für alle schlecht herausstellt, weil der Gute, durch die gute Tat umgekommen ist?
5. Person … Das können wir doch feststellen, indem wir die alten Maßstäbe regelmäßig verwerfen und unserer Weltanschauung neue Maßstäbe anpassen!
6. Person ... Dann könnte es doch sein, daß eine gute Tat gar nicht längerfristig gut ist, weil wir leider nicht wissen, wie sie sich auswirken wird!

1. Person … Das spielt keine Rolle, denn göttliche Maßstäbe entziehen sich unserer Vernunft!
2. Person ... Aber wir können steuern, wohin der Hase läuft, wenn wir ihm, durch unsere freie Entscheidung, eine Richtung vorgeben!
3. Person … Im Buch X, Absatz Y, steht geschrieben: „Wenn dir die Situation Z begegnet, dann musst du immer im Sinne von Alpha und Omega handeln!“
4. Person … Ist das nicht eine Hingabe an das Böse? Sind wir nicht geradezu überfordert, wenn wir Ereignisse einfach abwarten, weil wir uns unbedingt für unmittelbar „gut“ halten wollen?
5. Person … Überprüfen wir doch einmal die Richtigkeit unserer Annahmen, im Verhältnis zum Zeitverlauf!
6. Person … Das geht nicht – wir würden feststellen, daß „wir“ uns nahezu grundsätzlich geirrt und die sich nicht irrten, hingerichtet haben!

1. Person … Angesichts der zeitgeschichtlichen Vorgänge glaube ich daran, daß ich nur nicht verstehe, warum etwas passiert ist wie es passiert ist.
2. Person … Wir haben eine Entwicklung durchgemacht, die uns in die Lage versetzt, heute die richtigen Entscheidungen zu treffen.
3. Person … Genau – wenn wir heute sagen, daß was wir tun gut ist, dann ist das etwas anderes, als wenn Leute vor 100 Jahren das Gleiche behaupteten!
4. Person … Meine Frage ist hierzu: Werden wir jemals gebildet genug sein, um zu erkennen, was Vernunft wirklich ist?
5. Person … Haha – wir sollten versuchen, uns als winzige Teilchen eines riesigen Umwälzungsmechanismus zu begreifen, in dem die Vernunft vielleicht nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt!
6. Person … Dem möchte ich mich nicht anschließen, denn ich halte das Schicksal – soweit vorhanden – für Teufels-, nicht für Gotteswerk!

1. Person … Schließen wir Frieden mit allen, dann hilft uns Gott aus jeder Not – wir müssen ihm nur vertrauen!
2. Person … Unsere freie Entscheidung muss so aussehen, daß wir an der Umsetzbarkeit guter Absichten wider boshafter Strömungen festhalten!
3. Person … Am Ende wird alles gut … wir müssen uns nur dazu bekennen, daß immer alles gut geworden ist!
4. Person … Die freie Interpretierbarkeit feststehender Sachverhalte beunruhigt mich manchmal mehr als der Wille selbsternannter „Guter“, Gutes vollbringen zu wollen!
5. Person … Zu versuchen wäre – was das Innenleben betrifft – zu ermitteln, aus welchen Gründen überhaupt welche Entscheidungen, wofür getroffen werden…was nützt wem und was entsteht dann daraus?
6. Person … Die Relevanz freier Entscheidungen, im Verhältnis zu sich abzeichnenden Ergebnissen, könnte beunruhigender sein als die Akzeptanz irrtümlicher Annahmen!

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Kommentare

17. Nov 2018

Das Lob geht an die Traumgestalten -
die haben mir das vorgespielt.
Ich hab mich vorsichtig verhalten
und letztlich darauf abgezielt
mir, was sie sagten, einzuprägen...
sie hatten aber nichts dagegen!

LG Alf

18. Nov 2018

Mit solch Unpersons ist nix zu machen,
außer ihrer lachen.

Großer Absatz

Die 7. Person, so klug und cool.

LG Uwe