Wahrheit – woher nehmen, oder stehlen?

von Alf Glocker
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„Kurios“, sage ich und mache meinen Sammelordner Donald Duck von Carl Barks wieder zu. Ich kann kaum mit dem Schmunzeln aufhören. Ich bin sehr froh, daß es diesen wundervollen Comic gibt, dessen einzigartige Gleichnisse immer wieder über die fatalen Ereignisse meines Lebens hinwegtäuschen. Ich denke an „Bäckermeister Bullerian“, an „Fridolin Freudenfett“ und „Eduard Ehrenspeck“, an „Schandy Schofel“, „Mac Moneysac“, „Daniel Düsentrieb“ und viele andere und denke mir: „Eigentlich schade, daß es so etwas im wirklichen Leben nicht gibt. Ich bin halt naiv und geistig unterentwickelt. Schade!

Da kann man nichts machen. Denn, wäre ich es nicht, dann wäre mir längst aufgefallen, daß auch das ganz reale Leben überall auf Carl Barks' Comicgeschichten verweist. Hauptsächlich auf eine Geschichte. In dieser ist der Alleskönner Donald Duck mal wieder vom Glück, wie auch vom Pech verfolgt. Er spielt gerade einen Abrissunternehmer, der morgens „mit Büffelfett bestrichene Pfannkuchen“ im Zehnerpack verspeist, um genug Kraft für seinen Job zu haben. Über den sagt er sinngemäß: „Was sind schon die Werke der großen Baumeister gegen die der großen Zerstörer?!“ Und er hat natürlich recht, obwohl das real kein Comic ist.

Aber sehen wir uns um – da fallen uns plötzlich Tatsachen auf, die in (welcher?) Wirklichkeit doch gar nicht wahr sein dürften. Plötzlich sind wir von grausamen Witzfiguren umgeben, von unglaublichen Vorfällen, die ganz sicher nicht stattgefunden haben können, wenn es nur gelingt, einen Augenblick ernst zu bleiben. Gab es Schreibtischmörder, die sich „Innozenz“ nennen, denn wirklich? Haben Alkoholiker Staaten regiert? Haben perverse Knallköpfe Religionen begründet? Oder gab es „strahlende“ Gottkönige, die Menschen bei lebendigem Leibe das Herz aus der Brust rissen?? Nein, hier doch nicht – nicht auf diesem Planeten!

Da leben „wir“ doch auch. Das wären ja dann gewissermaßen „Verwandte" von uns gewesen. Die logische Schlussfolgerung lautet also: Ich träume! Aber wie kann ich aufwachen? Muss ich mich dafür umbringen? Oder habe ich womöglich eine Aufgabe in diesem Traum zu lösen, weil mir den jemand, wie einen Bären, aufgebunden hat? In mir macht sich die geistige Verwirrung breit … ich denke und denke! So habe ich viele Jahre verbracht – betrachtend und denkend. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen … es, dieses Dasein, das „Leben“ also, kann gar nicht echt sein, jedenfalls nicht echt genug, um mich zu linken!

Alles was Recht ist, aber so manches, was es angeblich gibt, gibt’s gar nicht. Es ist relativ leicht erkennbar, wenn man genau betrachtet und sich daraufhin eingesteht, daß dieses oder jenes Ereignis so einfach nicht stattgefunden haben kann. Und bei der Feststellung dieser Tatsache springen mir gleich mehrere Scheinfakten ganz besonders ins Auge … Vor nicht allzu langer Zeit hat es auf dieser Erde einen Menschen gegeben, der sich für den „Braunen Führer“ hielt. Warum er ausgerechnet auf diese Farbe kam, wollen wir für gleich nicht ergründen – befassen wir uns lieber zunächst mit den weiteren Umständen!

Der „Braune Führer“ wurde in Braunau geboren – lach! Ja, wo denn sonst?! Seine Freundin hieß „Eva Braun“, sein Rüstungsminister „Speer“ – ja, wie denn sonst?! Lach!! Seine Generäle hatten Namen wie „Mannteufel“ oder „Mannstein“ … und zu allem Überfluss hatte sein oberster Raketenbauer auch noch den Namen „von Braun“. Leider war es keine lustige Geschichte! Aber ansonsten könnte man meinen, Gott sei ein Comiczeichner gewesen. Oder ist er es noch? Wenn ich mich umblicke, stoße ich manchmal einfach auf viel zu viele Gereimtheiten, die mich allesamt auf eine Täuschung hinweisen – wenn ich ehrlich bin.

Mir kann man ja viel erzählen, aber man sollte nicht damit rechnen, daß die Blödheit ein Dauerzustand bei mir ist. Wieder fällt mir eine Szene aus Carl Barks' Donald Duck, in „Theaterfimmel“, ein. Da fällt der Satz: „Könnt Ihr mir sagen, werte Bauersfrau, ob das die Zinnen von Schloss Dusterburg sind?“ Da könnte man doch zu „Professor Spinnhirn“ werden, wenn man da nicht an einen Alptraum glaubt! Was passiert denn hier, in diesem sogenannten „realen Leben“ noch alles, das man allen Ernstes spaßig finden soll?! Himmel nochmal – Daniel Düsentrieb, stell bitte sofort deine Apparate mit den Intelligenzstrahlen auf. Es ist höchste Zeit!

Versinkt alle in Betrachtung! Überlegt mal, wonach es hier ganz gewaltig stinkt – nach fauligen Hirnen? Liegen wir alle in unseren Betten und träumen einen Mist zusammen, der seinesgleichen sucht, obwohl wir doch an allen Ecken und Enden auf DIE Wahrheit hingewiesen werden … nicht nur im Donald Duck. Lachen wir doch auch einmal über die anderen Comics, als da sind: Parteiprogramme, Heilige Bücher, Lehrpläne und politische Richtlinien. Wir werden überall höchstwitzigen Hinweisen darauf begegnen, daß sie größtenteils aus Eulenspiegeln abgeschrieben wurden, oder von Clowns umgesetzt werden. Wie sonst?!

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Kommentare

09. Dez 2018

Leider sind die meisten Bestimmer und Macher
Keine patenten Enten - und keine Kracher ...

LG Axel

09. Dez 2018

An Enten herrscht bei uns kein Mangel -
das reißt die Tür aus jeder Angel...

LG Alf

09. Dez 2018

Die braune Pest,
Farbe vom Verdauungsendeessensrest.

Alf, LG Uwe