Essay ✓ geistreiche Essays, Abhandlungen und Betrachtungen

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Essays können als 'hochgeistige', dabei aber formal locker gehaltene Betrachtungen bezeichnet werden - in wörtlicher Übersetzung als 'Versuch' einer mehr oder weniger geistreichen Abhandlung, in der wissenschaftliche, kulturelle oder gesellschaftliche Phänomene betrachtet werden.

empfohlene Essays
von Avigdor Ben Trojan s.A.
von Abdolreza Madjderey
Beitrag 1 - 35 von insgesamt 710 Texten in dieser Kategorie
von marie mehrfeld

Im Lexikon der Rechtschreibung findet man das oft missbrauchte Wort Liebe eingesperrt zwischen Lidrand und Liebermann. Es stammt aus dem Althochdeutschen, Liubi heißt Gunst oder Freundlichkeit. Die antike griechische Literatur und Philosophie…

von marie mehrfeld

Schon die alten Germanen pflegten den Brauch, in der Silvesternacht Feuer zu entzünden und einen Ohren betäubendem Lärm mit Rasseln, Dreschflegel und Peitschen zu veranstalten, um Dämonen und böse Geister zu vertreiben. Im frühen Mittelalter…

von marie mehrfeld

Ebenso wie Liebe ist Angst ein Grundelement unseres Lebens. Während die Liebe das Leben erhalten und die Angst überwinden will, kann die Angst Leben und Liebe zerstören. Die beiden Phänomene stehen also im diametralen Gegensatz zueinander. Und…

von Alf Glocker

Das Gewissen entsteht nicht – es ist da!! Es lässt sich nicht von einer Mode, aus einer Religion, oder von einem Gesetz ableiten! Es ist vielmehr der tiefste Punkt eines Menschen und direkt in seiner Seele beheimatet! Wer keinen Zugang zu diesem…

von Annelie Kelch

Wohlwollen und Liebe kommen ohne jede Verpackung aus und kosten keinen Cent. Sie sind die kostbarsten Geschenke zu Weihnachten.

Ich begegne jedem Menschen, der mir nicht dumm kommt, auf gleicher Ebene. Hochmut ist mir vollkommen fremd.…

von marie mehrfeld

„Farbe bekennen“ ist eine deutsche Redensart und bedeutet so viel wie: offen für eine Meinung eintreten. Der Ausdruck kommt aus dem Bereich des Kartenspiels und ist seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlich. Fast jeder Mensch hat eine Lieblingsfarbe…

von Kurt Tucholsky

Wie verschieden ist es doch so im menschlichen Leben –!

Bringt in Deutschland jemand die Gedankenvorstellungen der Kirche mit dem Humor in nähern Zusammenhang, dann finden sich nicht nur etliche Domdechanten, sondern noch mehr Richter, die…

von Kurt Tucholsky

In der Dorotheenstraße zu Berlin steht das Gebäude der ehemaligen Kriegsakademie. Unten, in guter Mannshöhe, läuft eine Granitlage um das Haus herum, Platte an Platte.

Diese Platten sehen seltsam aus; sie sind weißlich gefleckt, der braune…

von Kurt Tucholsky

Frau Vockerat: «Aber man muß doch seine Freude haben können an der Kunst.»
Johannes: «Man kann viel mehr haben an der Kunst als seine Freude.»
Gerhart Hauptmann

Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt…

von Sabrina Jung

Wahre Liebe kennt keine Grenzen,
aber sie kann Grenzen überwinden.
Sie kennt keine Vorurteile,
auch wenn man sonst manches nicht mag.
Man muss sich auch nicht vor ihr verstecken,
Weil sie einen so nimmt, wie man ist…

von Alf Glocker

Was ich wissen muss, um dumm zu sein, ist eine ganze Menge! Es muss für eine totale Betäubung meines Verstandes ausreichen … Will heißen: höhere Bildung ist unerlässlich. Sonst würde ich ja ganz einfach logisch, im Interesse meiner Familie,…

von Annelie Kelch

Nachts ist man weniger abgelenkt als am Tage. Ich stelle meinen Wecker jeden Abend auf 01:30 Uhr und reiße fünf Minuten später meinen Laptop aus dem Schlaf. Das nimmt er mir übel; er protestiert heftiger noch als die indischen Frauen auf Twitter…

von Sigrid Hartmann

Jedes kleinste Teilchen auf dieser Erde, jedes Wesen, jede Pflanze und selbst die scheinbar tote Materie ist ein Teil der göttlichen Matrix, die alles ist und überall. Jedes Wesen hat seinen Platz, geht seinen Weg, lebt sein Leben.
Jedes…

von Alf Glocker

Ein Paralleluniversum ist Teil des „Überraums“ und von daher nicht real, sondern immer virtuell! Zugang zu ihm haben die Lebenden und die Toten. Was in einem Paralleluniversum passiert ist zwar er-fahrbar, im Sinne von erlebtem Ereignis, aber…

von Kurt Tucholsky

Wenn einer einen Mord begeht, so halte er sich stehts vor Augen, daß er später einmal nicht nur wegen Mordes abgeurteilt werden kann, sondern vor allem und hauptsächlich wegen seines Vorlebens sowie wegen der Begleitumstände, die seine Tat…

von Annelie Kelch

„Würdest du bitte mein Taschengeld erhöhen, Li?“, fragt Zäg, der älteste meiner fünf Tibeter, der zurück aus Myanmar ist, nachdem San Suu Kyi ihn des Landes verwiesen hat, weil er lästig wurde.
Bereits seit Tagen fällt mir auf, dass ihn…

von Annelie Kelch

Immer öfter lebe ich vorübergehend in meinem Postfach. Sobald die Briefe verteilt werden, quetsche ich mich in die linke Ecke – wie die kleine Fliege, der ich ein lebenslanges Wohnrecht eingeräumt habe. Sie summt mir jedes Mal ins Ohr: „…

von Kurt Tucholsky

Aber einen Trost hast du immer, eine Zuflucht, ein Wegschweifen. Selbst auf Umgebungsflachheiten stehen Bäume, Wasseraugen schimmern dich an, Horizonte sind weit, und auch durch düstere Verhängung kommt noch Feldatem.
Alfons Goldschmidt: «…

von Alf Glocker

Einstein MUSS blau gewesen sein, als ihm die Relativität einfiel, dann wartete er bis er schwarz wurde, gelb vor Neid, und rot vor Wut, bis er sie an die Welt bringen konnte. Weiß wie eine Wand war er jedenfalls nicht, das wäre denn auch zu…

von Annelie Kelch

Was wären wir ohne unsere Erinnerungen? –
Ich will es Ihnen sagen: Wir wären uns selber fremd. Zwar nicht im Spiegel, aber in unseren Herzen. Bereits die letzte gelebte Minute ist nichts anderes als Erinnerung.

Vielen Menschen wird…

von Kurt Tucholsky

Daß der Berliner, an welchem Ort auch immer allein gelassen, nachdenklich dasitzt, den Boden fixiert und plötzlich, wie von der Tarantella gestochen, aufspringt: „Wo kann man denn hier mal telephonieren?“ – das ist bekannt. Wenn es keine Berliner…

von marie mehrfeld

Diese Welt wird von vielen existentiellen Krisen geschüttelt. Es gibt die globale Energiekrise, die weltweite Veränderung der Wetterbedingungen, die uns alle betreffende Flüchtlings- und Hungerproblematik, zu viele rückwärtsgewandte uneinsichtige…

von Alf Glocker

Meine Besessenheit steht über Glück und Leid, Glanz und Elend, Krieg und Frieden, über Bibel und Koran, dem Kamasutra, der Lehre oder Leere von Wasweißich, natürlich auch über mir selbst, und sie ist göttlich! Das darf ich aber niemandem verraten…

von marie mehrfeld

Die Wahrhaftigkeit der Kunst liegt im Rembrandtbildnis der Saskia van Uylenburgh, das in der Gemäldegalerie Alte Kunst in Kassel hängt, behauptet sie. Er macht sich nichts aus Rembrandt, findet seine Wahrheit in den satten Farbfeldern des Mark…

von marie mehrfeld

Gedanken zum Totensonntag, aufgeschrieben am 26. November 2017 nach einem Vormittagsgang über den Hauptfriedhof mit seinen nun blattlosen dunklen Baumschönheiten - und nach der Begegnung mit Trauernden auf dem Weg zu den Gräbern ihrer Toten.…

von Annelie Kelch

Bereits am frühen Morgen zeigen mir meine Füße unmissverständlich, wo es langgeht. Mein Kopf hingegen ist alleweil mit Gestrigem beschäftigt: Wie war das Wetter vor vierundzwanzig Stunden und ist es ansteckend? – Die Yogaübung „Hund“... ist sie…

von Sigrid Hartmann

Die verpflichtende Dankbarkeit Amerika gegenüber, das ‚uns’, nach dem, von ‚uns’ verursachten Krieg, in so großartiger Weise unterstützt hat, das uns gegen den Warschauer Pakt verteidigt hat, beginnt seit der Amtszeit des neuen Präsidenten zu…

von Annelie Kelch

Immer noch Sommer – aber meine fünf Tibeter haben alle Kalender vernichtet. Draußen sei Mitte November, sagen sie. Das sei kein Wetter – für niemanden.

In Hannover war oft im Oktober noch Juni, während sich in Hamburg der Herbst ständig…

von Alf Glocker

Ene mene Müllers Kuh – Schrödingers Katze, die bin ich! Was ist gegen eine Uhr einzuwenden? Nichts! Ich trage sie wie einen Ausweis mit mir herum. Wenn ich auf das Ziffernblatt gucke, weiß ich, wer ich bin und auch, wo ich bin. Wo bin ich? Na,…

von Alf Glocker

Ahlso, jetz muhs ich euch schohn mahl sagen, das ich wer bin! Nämlich schlau! Mihr kahn mann nix fohrmachen – wen der oberde Scheef sagt wie das is, dann iss das soh! Dass weis keiner beser als ich! Und komen tud dass fon dem Durchblieg den ich…

von Alf Glocker

Seit kurzem halte ich mir einen Färberfrosch. Er ist süß! Er möchte mich immer küssen, damit ich mich auch in einen Färberfrosch verwandle, aber er ist leider das giftigste Tier der Welt. Ich gab ihm Asyl, weil ich Frösche liebhabe und weil ich…

von Alf Glocker

Wollen fängt, wie Weisheit, mit dem selben Buchstaben an. Mit dem W. Aber diese beiden Worte haben nicht sehr viel miteinander zu tun, nur, daß sie sich ausschließen. Das W des Wollens ist quasi ein Jugendfaktor, während sich das W der Weisheit…

von Johanna Blau

Ich gehe manchmal einen Weg, von dem ich weiß, dass er nicht meine Bestimmung ist und werde geführt an einer Leine der Versuchung durch Länder des Stillstandes.

Dabei sind da Orte der Besinnung, die meist Orte des Schreibens sind.

von Alf Glocker

Selbstverständlich – das muss nicht eigens betont werden – bin ICH ein Teil der REALIÄT. Die Realität bin ich – aber nur zum Teil, und natürlich nur, wenn ich mich ihr unterordne, dann nimmt sie mich wahr und ich kann sie wahrnehmen. Denn ich…

von Sabrina Jung

Eine 72-jährige Patientin mit einer chronischen Lungenerkrankung COPD kommt mit einem Oberschenkelhalsbruch ins Krankenhaus und wird operiert, bekommt anschließend eine Lungenentzündung, wird nach 10 Tagen trotz bestehender Lungenentzündung in…

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Im Mittelpunkt steht die persönliche Auseinandersetzung des Autors mit seinem jeweiligen Thema - ohne zwingend Kriterien streng wissenschaftlicher Methodik zu beachten.

In Untergruppen aufgeteilt wird die volle Bandbreite zwischen einer humoristischen Aufarbeitung und der ernsthaft-detaillierten, sachbezogenen Darstellung eines Themas bedient - vom gesellschaftlichen Klatsch bis hin zur Beschreibung neuester technischer oder medizinischer Errungenschaften. Essays bestimmen demzufolge die anspruchsvolle Journalistik - sei es in Leitartikeln, Kolumnen, Traktaten oder auch Besprechungen/Beurteilungen (=Rezensionen).

Grundsätzlich gilt in jedem Fall ein überschaubarer Umfang des Textes mit greifbaren und nachvollziehbaren Gedanken, die das fiktionale Element ausklammern - d. h. der gewählten Thematik selbst verhaftet bleiben … und dem Leser die Analyse des Sujets nachvollziehbar ermöglichen.