Roboterseele

von Alf Glocker
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Was tut ein Roboter? Darf man sich diese Frage überhaupt stellen? Natürlich – solange man sie nicht in einen Zusammenhang mit der aktuellen politischen Situation, oder mit einem Land bringt, in dem die aktuelle Situationen Roboterseelen erfordert!

Wenn ich einen Roboter mit Informationen füttere, dann führt er, unter anderem, auch Denkaufträge aus. Je absurder die Aufträge sind, desto effizienter funktioniert er, will heißen: Man merkt, deutlicher als wenn er Sinnvolles täte, was er tut!

Bringt er Zuunrechtweisungen an den Mann? Trimmt er die Neuklugen auf alt? Bläst er den geistigen Babyspeck auf, der ganze Seilschaften am Leben erhält? Wir erklimmen den Höllalaya! Und womit? Mit Roboterseelen selbstverständlich!

Roboterseelen wohnen in Zombieleibern, sie haben einen auffällig unbeholfenen Watschelgang – aber man muss vorher Frankensteins Monster schon einmal gesehen haben. Und sie verbrennen Bücher, wie auch Menschen, lassen sich jedoch nicht selber erjagen!

Denn sie werden, wie von selbst, zu Jägern des nicht wirklich verlorenen Schatzes, der für die Reichen und Superreichen tatsächlich verloren wäre, wenn es da nicht die Untoten, die Roboter gäbe, die gerne anklagend auf andere zeigen, in denen noch viel zu viel Leben ist!

Am liebsten tragen sie Uniformen, bekleiden hohe Ämter, sie führen am liebsten das große Wort vor Gericht und sie lassen sich nicht gerne selber verurteilen, wenn jeder sieht, daß sie etwas angestellt haben. Doch bevor alles aufkommt, werden sie aggressiv!

Dann nimm dich in Acht, wenn du ein ehrlicher Mensch bist, der auch Roboterseelen leben lässt, weil er sonst mit seinem Gewissen in Konflikt kommt, denn Menschen haben ein selbständiges Gewissen – Roboter dagegen nur ein programmiertes …

Sprich jedoch niemals eine Roboterseele darauf an, daß sie eventuell nicht ganz echt ist, deshalb „nicht zurechnungsfähig“ genannt werden sollte, denn Roboterseelen genießen ein gewaltiges Ansehen in den Staaten dieser Welt. Sie werden überall gebraucht.

Aber sie werden auch geliebt … nicht von ihren Opfern, über die sie, streng bürokratisch, hinweggegangen sind, auch nicht von deren Angehörigen, nicht von den Vielen, die Verluste in ihren Familien zu beklagen haben, aber eindeutig von den Mächtigen.

Denn die Mächtigen haben etwas mit untoten Robotern gemeinsam – sie sind sozusagen scheintot. Sie wissen ganz genau, wer sie sind und was sie wollen, aber das darf niemand anderer wissen. Deshalb verstecken sie sich unter dem Mäntelchen einer tödlich erstarrten Moral.

Unerlässlich ist das Vorhandensein von Robotern geradezu bei Prozessionen, egal ob sie nun auf dem Roten Platz, in Chefetagen, oder zu irgendwems Himmelfahrt stattfinden! Dort werden Strohmänner und Strohweiber gebraucht, die aussehen, als seien sie noch warm …

Die von den Roboterseelen ausgehende Kälte kann zum Glück für sie nicht mit einem Thermometer gemessen werden! Sie sind, realistisch betrachtet, zwar hirntot, aber ihre fleischlichen Hüllen strahlen nur so vor notwendiger Energie!

Deshalb sind Roboterseelen auch die nachhaltigsten Stromlieferanten der Welt! Sie schwimmen mit einem Strom, den sie selbst, auf Befehl, erzeugen und sie reißen alles mit, was sich nicht sofort in Sicherheit bringen kann – und die Welt ist klein geworden!

Viel zu klein, als daß es noch ein Fleckchen in ihr gäbe, wohin man wahrhaftig auswandern könnte. Überall sind sie schon da, wie scheinlebendige Warnschilder, auf deren Stirnen, deutlich unlesbar geschrieben steht: „Vorsicht, wer sich mit mir einlässt, der muss auf alles gefasst sein!“

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Kommentare

26. Nov 2019

Roboter sind doch was Schönes!
(Kein Roboter hüpft rum wie Hoeneß ...)

LG Axel