ERSONNENER SINTREGEN

Bild von ffolcus
von Volker C. Jacoby
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oder: Des jungen Noah plantschendes Planspiel

Mein Warnruf verschölle.
Wenn des man auch schnöbe,
verdröss es mich nicht.

Ich mäße die Längen
und böge die Planken.
Begönne zu hämmern.

Ich hübe die Axt
und hiebe das Holz.
Es flösse der Schweiß.

Ich schmisse kein Handtuch.
Man hülfe mir nicht -
so fröre ich nie.

Ich schünde mein Rückgrat
und schliffe das Rauhe
und schüfe ein Schiff.

Erklömm' man die Arche:
gern lüde ich ein,
käm' froh man an Bord.

Man hüb' an zu lästern:
Ich sei es, der löge,
verlüde sie all.

Damit 's mich nicht schräke,
kniff schnell ich nun aus:
fort flöh ich verwegen!

Gewölk zöge auf,
dreist gösse der Regen,
schnell schwömme das Laub.

Es quöllen die Fluten,
umwürben die Bäche
und wüschen das Land.

Gern klömm' man an Bord nun.
Nass stünden sie da
und tröffen vor Wasser.

Ich sähe sie zappeln.
Man göre vor Wut,
rot glömmen die Köpfe.

Man börste vor Zorn.
Hoch schlüng' man die Arme,
erbliche vor Angst.

Man röch' nun den Braten,
erwöge Errettung,
doch nützte es nichts.

Man gluckste noch einmal
und sänke nach unten.
Tief söffe man ab.

Ich riebe die Hände,
führ' mir durch die Haare,
erbebte vor Glück.

Wenn nachher man schölte,
dass ich's überlebte,
was börst‘ ich vor Stolz!

Entlüde die Tiere,
bük' Brote und Kuchen.
Lang wüchse mein Bart!

vc

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