Lebenslauf

von Franz Lichtenstein s.A.
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Es schildern Dichter ihren Lebenslauf,
die einen im Gedicht, die im Roman -
Getreulich zeichnen sie das Auf und Ab
verschlungner Wege oft durchbrochner Bahn -
Zwar geht nicht immer das Exempel auf,
es bleibt ein Rest und vieles ungetan.
Doch wenn der Blick so auf dem Ganzen ruht,
so sehen sie, was war, und es war gut.

Was aber wüsstest du von dir zu sagen?
Mein Leben, sagte ich, fängt heut erst an.
Was war, Herr, zähle nicht zu meinen Tagen.
Es war ein Tasten nur, ein Suchen, Jagen
nach einem Bilde, Herr, das mir zerrann -
Ich bin dem Ziel so fern, wie je ich war.
Schenk mir, so flehte ich, ein einzig Jahr,
ein Jahr, auf dem sichtbar dein Segen ruht,
von dem ich sage, wenn ich Abschied nehme:
Ich sehe, Herr, was war, und es war gut.

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