Offener Brief an niemanden (außer es fühlt sich ein Riesenross angesprochen)

Bild von Alf Glocker
Mitglied

Ihr will Euch mal was sagen, Ihr Schleimscheißer: Ich bin vielleicht kein Held, nein, ich opfere mich nicht gerne für irgendeinen Blödsinn, aber ein verdammter Duckmäuser bin ich nun auch wieder nicht. Und ich hab es jetzt satt, daß Ihr zu allem euer 3-mal vermaledeites Schandmaul haltet, nur zu einem nicht – zum Lästern, wenn sich einer mal nicht unterordnen will! Scheiß vorauseilender Gehorsam!!

Wie ich drauf komme, will ich Euch auch gleich ausführlich verklickern … ich hatte da mal einen Lehrer, der war supersadistisch drauf. Das war noch ein alter Drecksnazi und wir, die Schüler waren offenbar seine KZ-Insassen. Zumindest ein paar von uns. Die großen, starken, die immer arschfleißig waren und gut im Sport, die natürlich nicht. Das waren seine Lieblinge, seine Rekruten!

Aber wir, die Kleinen und Furchtsamen, die sich nicht durchsetzen konnten, die hatte er auf dem Kieker. Die ließ er jeden Tag vortreten, damit er sie quälen konnte. Er zerrte uns an den Haaren im Kreis um sich herum durch das ganze Klassenzimmer – und als ich meinen Eltern und Verwandten, als ich das überhaupt allen erzählte, da lachte man mich nur aus und meinte „So schlimm kann‘s ja nicht sein … außerdem ist der ein Lehrer, da können wir nichts machen!“ Meine Noten sahen später dementsprechend „gut“ aus!!

Einmal riss er den Allerschwächsten von uns so sehr an den Haaren, daß der am Schluss gegen die Wand flog und der Lehrer ein Büschel Haare, samt blutiger Kopfhaut, in der Faust hatte. Als dassss dann passiert war, da geruhte man uns endlich von diesem widerlichen Scheusal zu befreien, aber alle, die mir nicht geholfen hatten, verachtete ich von da an. Und wahrlich, wenn er mir jetzt, im höchsten Alter noch einmal begegnete, ich würde ihm den Krückstock aus der Hand schlagen!

Dann gab es da mal einen evangelischen Pfarrer – das war in der ersten Klasse Hauptschule – der rannte immer den kleinen Jungs aufs Klo hinterher und half ihnen „fürsorglich“ beim Pipimachen. Auch davon erzählte ich allen, die es nicht hören wollten – aber alle sagten mir, daß dies immerhin der Pfarrer sei und man da wohl nichts machen könne. Das war damals wohl keine Seltenheit und wird es auch heute nicht sein! Zum Glück sind das Erfahrungen aus meiner frühen Kindheit, da begriff ich noch gar nicht, worum es dabei eigentlich ging!

Später dann (wir waren eine gemischtkonfessionelle Familie) kam ein katholischer Geistlicher Rat ins Haus (er war der Liebhaber einer meiner Tanten – nach ihm ist heute eine Straße in seinem Heimatort benannt), der sich meinen Penis einmal genau anschauen wollte. Er forderte, ganz offen, meine Eltern auf, mir zu befehlen, ich solle die Hose ausziehen. Damals war ich aber bereits in der Pubertät und ich hätte vielleicht Lust gehabt, das vom Geistl. Rat zu sehen gewünschte Objekt seiner Begierde einem gleichaltrigen Mädchen zu zeigen … wenn ich mich das getraut hätte ... ihm jedenfalls nie und nimmer! Meine Eltern haben mich nicht beschützt, aber das mussten sie auch nicht. Ich schickte das Arschloch ganz alleine in die Wüste!

Wieder ein wenig später kam ein – ich sag‘s ohne Scheu – perverses Amt auf mich zu und verlangte von mir, daß ich mich zuerst vor 100 anderen Jungs ausziehe, damit man mir die Pobacken spreizen konnte, um zu sehen, ob ich für etwas ganz Bestimmtes geeignet sei. Danach hätte ich, vermutlich auf den Befehl eines, geistig nicht grade besonders hochstehenden Zeitgenossen, üben sollen, wie man auf andere Menschen schießt, während eine Horde uniformierter Halbaffen in Uniform großkotzig auf mir herumtrampelt. Ich erzählte jedem, daß ich mich dagegen wehren wolle, aber alle erklärten mir, dies würde nicht gut angehen, weil man da nichts machen könne! Was soll ich sagen – ich hab‘s diesen Vollpfosten, ohne fremde Hilfe, besorgt! Mich haben sie nicht eingefangen – aber ich war damals eine seltene Ausnahme!

Das will alles heißen: Ich habe immer für mich selber nachgedacht – weshalb ich mich auch zu eben jenen menschlichen Kreaturen zählen möchte, die WIRKLICH so etwas wie „Zivilcourage" haben, die nicht einfach bloß nachschwätzen, was man ihnen mundgerecht vorgekaut hat, jemand, der Verbrecher erkennen kann, sie beim Namen nennt und sie auch am liebsten zum Teufel schicken würde. Das habe ich getan, wenn es mir gelingen konnte. Aber eines ist mir auch sonnenklar: Ich war den vielen Laschaffen gegenüber immer in der Minderheit, denn die Mitläufer machen Geschichte, nicht diejenigen, die ausschließlich ihrem Gewissen verpflichtet sind und noch überprüfen wollen und können, in welchen Irrsinn sie grade hineingezogen werden sollen!

Und jetzt, wo ich jeden Tag höre, daß eine bestimmte Gruppe „Menschen“ sich aufführt wie Schwein, vergewaltigt, mordet, Tiere quält, Kinder missbraucht, Kirchen anzündet und in der Gegend herumbombt – und ja, ganz richtig, auch wirklich ursprünglich damit angefangen hat, weil sie einfach die Welt erobern wollen, da soll ich auch wieder schweigen? Wofür haltet ihr mich?! Glaubt ihr vielleicht, ich bin – wie ihr – zu allem zu blöde und lass mich einfach so betäuben und „wegrationalisieren“? Ich soll jetzt wohl glauben, ich sei in der Obhut verantwortungsvoller Politiker?! Daß ich nicht lache … Aber bitte, wenn ihr zu denen gehören wollt, die wieder mal so lange den Mund halten bis es zu spät ist, dann ist das eure Sache. Doch wagt es ja nicht, mir etwas zu verbieten!!! Das könntet Ihr euch eines Tages noch selbst schwer übelnehmen …

Veröffentlicht / Quelle: 
auf anderen webs.
Rechtshinweis:
Für diesen Beitrag ist eine unkommerzielle Nutzung erlaubt, alle Rechte verbleiben jedoch beim Autor/bei der Autorin.

Interne Verweise

Kommentare

07. Mai 2019

Ewig die dreisten Außenseiter!
(Die brachten nie die Menschheit weiter ...)

LG Axel