Komische Wirklichkeiten (Nur nichts einsagen lassen!)

Bild von Alf Glocker
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Die Welt ist klein(lich) und groß(kotzig), dumm(dreist) und klug(scheißerisch) – und das alles nicht nur auf einmal, sondern immer und immer wieder! Daran kann man erkennen, worauf es ankommt. Auf das Chaos! Denn das Chaos ist so liebreizend wie eine Femme fatale, oder so vielversprechend wie ein Kleinkind, das später einmal Josef Stalin heißen wird. Alles dreht sich Kreis.

Und mitten in diesem Kreis steht ein Nebelgebilde, das schwer zu erkennen ist: das Ich – dein, mein Ich! Anfangs hast du (habe ich) keine Schwierigkeiten es zu erkennen. Mühelos nennst du (nenne ich) es beim Namen und du fühlst dich (und ich fühle mich) in dir (in mir) zuhause, wie eine Zecke im Schweinestall. Dieser Zustand kann bei manchen Leuten sehr lange dauern und sich erst ins pure „Wohlgefallen“ auflösen, wenn man stirbt.

Aber alle, die ihre Entdeckung, das Ich, mit den Einflüssen, den Einflussnahmen von außen in Relation setzen, werden sich bald fragen: „Was ist denn das?“. Natürlich werden sie auch sagen müssen: OK, von dieser Erscheinung aus habe ich bisher alles erlebt und beurteilt. Manches habe ich genossen – nicht zuletzt mich selbst (was immer das ist) – was immer auf mich einstürmte, wovon ich überrascht wurde, was ich akribisch oder heimtückisch plante. Denn manchmal war es mir hold: das Glück!

Doch warum es hold ist, egal wem, das konnte ich von meinem Ich aus nicht wirklich beurteilen. Bemerkt habe ich nur, wie es, das Ich, sich verstrickte, in allerlei Ansinnen. Und dazu kommt, daß selbst das Ansinnen ums Ich mir bislang ein Rätsel blieb, denn oft genug wirkte es auf mich dümmer als irgend ein Mensch auf der Welt sein konnte ... sein durfte. Aber da ging mein Ich hauptsächlich von mir aus, und von mir aus passiert es dann eben – was sollte ich schon groß dagegen tun?!

Klar, ich kann Berge versetzen, Schmetterlingsflügelschläge austeilen, damit Stürme auf der anderen Seite der Erde erzeugt werden, aber meistens erkenne ich die Wirkung meines Handelns in einem Jenseits von Eden, oder von Gut und Böse, oder auch von allem was mir heilig ist. Ich bin verkapselt, nur mein Ich bewegt sich unfrei zwischen den Stühlen der propagierten Vernunft, die ich „Unvernunft“ nenne, hin und her. Trotzdem habe ich nicht nur ein Auge geworfen ...

auf den Sinn im Unsinn, auf meine Träume, die zwischendurch auch mal formbar sind wie eine Realität, die sich außerhalb aller Gesetze des Möglichen bewegt – im Unmöglichen also. Und wenn er mir dann begegnet, dieser Mensch, dessen Ich ich mit mir herumtrage wie einen Fremdkörper, dann fragt sich mein tieferes Ich, das vielleicht gar nicht wirklich existiert und wenn doch, dann warum, ob dieses Fremd-Ich ein Teil-Ich von dieser Fremde ist, die außerhalb des Jenseits, als Farce, Fanale verteilt.

Welten umschließen mein Ich, ich durchdringe (m)eine Welt, von der ich nur weiß, daß sie wahrgenommen wird. Wahrgenommen, als ein Etwas, von dem die anderen Ichs behaupten, sie wüssten genau, worum es sich handelt. Aber von diesen anderen bemerke ich nur ein waberndes, getäuschtes Flimmern, das sich an Trugbildern zu orientieren versucht – und zwar in jedem Bereich! Wie ich das nennen soll, kann mir vielleicht ein ... sagen? Nur nichts einsagen lassen!

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Kommentare

10. Jan 2017

Doch die Aussage, sie passt -
Dein Essay ist fein verfasst!

LG Axel

11. Jan 2017

Ich bedanke mich!

LG Alf