Das Sinnvolle – sinnvoll betrachtet

von Alf Glocker
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Ob es überhaupt sinnvoll ist, etwas Sinnvolles zu tun? Das kommt auf den Sinn an! Einen Urwald anzupflanzen hat z. B. keinen Sinn, obwohl uns gerade jetzt eine Unmenge Hektar Urwald fehlen. Und warum nicht? Na, weil der sofort wieder abgeholzt wird! Ein Kind zu zeugen hat auch keinen Sinn? Das kommt ganz drauf an. Wenn du das in einem Land machst, wo die Umstände darauf hinweisen, daß eine ganze Menge Kinder auch eine ganze Menge Not verursachen, dann hat es einen Sinn! Denn in diesem Land möchte eh keiner bleiben, gerade WEIL dort eben Not und Überbevölkerung herrschen. Deshalb macht es ja auch nichts, wenn du noch eines dazu produzierst, das dann anderswo durchgefüttert werden muss, wo es die „Menschenrechte“ gibt, die besagen, daß kein Mensch illegal ist. Dort allerdings ist es sinnlos Kinder zu zeugen, da diese sowieso überschwemmt und keine Zukunft haben werden. Jetzt haben wir einen Überblick!

Arbeit ist ebenfalls völlig sinnlos, dort, wo den Lohn dafür Verbrecher ausbezahlen, die ihn sowieso viel zu klein ausfallen lassen, damit du dich nicht gegen sie wehren kannst. Überhaupt ist Arbeit sinnlos, denn wenn sie sich damit befassen sollte, z. B. Urwälder zu pflanzen, dann fressen – wie nicht anders zu erwarten – ihn diejenigen dort auf, wo der Sinn Kinder zu machen, in der Auswanderung liegt, weil es einfach zu viele davon und zu wenige Urwälder gibt. Sollte sich Arbeit aber damit befassen Urwälder zu roden, dann hat die Arbeit erst recht keinen Sinn, weil damit die Lebensgrundlagen allen Menschen langfristig entzogen werden. Das trifft selbstverständlich auch auf den Straßenbau, den Bergbau und, man kann eigentlich aussuchen was man will, zu, denn uns allen werden gerade entweder durch Arbeit oder durch Kindermachen die Lebensgrundlagen entzogen. So ist es nun mal!

Bliebe noch die Kunst … aber wer auf diesem Gebiet arbeitet, der kann wiederum nur Erfolg haben, wenn er Zustände verherrlicht, oder durch eine Nichtaussage unterstützt, die die Abholzung von Urwäldern, oder das Kindermachen in Hungergebieten loben. Gegenanzeigen sind nicht besonders förderlich. Was die Literatur angeht, so muss man feststellen, daß alle, deren Arbeit sich mit der Verunglimpfung derer befasst, die irgendwann einmal versucht haben nicht aufzufallen, prämiert werden, obwohl heutzutage alle wieder das Gleiche tun – nur eben unter anderen Vorzeichen. Kurz: Wer den Mächtigen nach dem Maul plappert, dessen Arbeit lohnt sich! Das wiederum unterstützt die Abholzung der Urwälder und das Kindermachen in Hungergebieten … ist also sinnlos! Alles, was sinnlos ist, wird demnach mit dem Glorienschein eines Sinns verkleidet, damit alles was zunächst sinnvoll wirkt, wie z. B. das Anpflanzen von Urwäldern, oder konstruktive Gedanken, wie man das Kindermachen in Hungergebieten verhindern kann, sinnlos wird.

Sich an Unternehmungen zu beteiligen, die den kollektiven Untergang, durch Bestrebungen von Leuten, forcieren, die damit beschäftigt sind, alle zu unterstützen, die am Anwachsen der Misere beteiligt sind, wie Geschäftemacher, Ausbeuter, Banken, Konzerne und hemmungslose Kinderkrieger, ist von daher sinnvoll, weil man damit immer noch viel Geld verdienen kann, was aber eben gerade deshalb völlig sinnlos, nein, sogar widersinnig ist, da sich der kollektive Untergang dadurch nicht aufhalten lässt, sondern sich sogar noch beschleunigt. In der Beschleunigung liegt das Glück! Mehr Erträge, mehr Einkünfte, mehr Wirtschaftswachstum, mehr Menschen zum Ausbeuten, weniger Menschen, die etwas vom Leben verlangen und noch weniger, die etwas vom Leben erhalten – das ist das vielversprechende Erfolgsrezept. Man muss halt nur „positiv“ denken!

Wer die meisten Kinder macht, die höchsten Gewinne erzielt, wer die dümmsten Predigten hält, oder die dichtesten Urwälder abholzt, der tut etwas Sinnvolles … weil man ihn respektiert! Solche Leute besitzen die Macht … auf die eine oder andere Weise. Sie kennen keine Gewissensbisse. Ihnen macht es nichts aus, ob etwas sinnvoll, im Sinne von „sinnvoll“ ist, denn sie ERKLÄREN alles, was sie meinen, zu einem Sinn! Nicht angezweifelt werden dürfen „sinnvolle Handlungen“ derer, die die meisten Kinder machen, das höchste Wirtschaftswachstum erzielen, die dichtesten Urwälder abholzen, oder die dümmsten Predigten halten, denn wer sich dem Sinn widersetzt, der hat nicht nur den Ver-Stand verloren, sondern auch den An-Stand, der wird außer Stand sein, etwas zu tun – und somit ist sein Tun auch absolut sinnlos! Sinnvoll ist nur was anerkannt ist: dummes Geschwätz, rigorose Zerstörungspolitik und Tod!

Richte alle deine Sinne auf den Sinn! Mach, was dir gerade einfällt, aber pass gut auf, ob sich daraus echte Zukunftsperspektiven ergeben, die Erlebenswertes in Aussicht stellen. Dann stelle den Lebenswert niemals über das Geschwätz von Leuten, mit denen du es zu tun kriegen wirst, wenn du darauf bestehst, daß das Leben sinnvoll zu sein habe. Es, das Leben, besteht einfach nicht daraus, Sinnvolles anzustreben. Es besteht im Betrachten! Doch das Betrachtete behalte dann für dich, denn es ist sinnlos, darüber zu sprechen … in einer Welt, wo weder das Kindermachen in Hungergebieten noch das Abholzen der Urwälder Anstoß erregt, sondern es als sinnvoll dargestellt wird, die Hungernden umzusiedeln, ohne daß sie jemals weniger werden. Schließlich interessiert sich jemand für sie: Man braucht Arbeitskräfte zum Ausbeuten, damit überall vermehrt Urwälder abgeholzt werden können.

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