Feuer im Casa Ciro - was it arson? - Page 2

von Laura von Meyer
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und Video anlage ginge nicht, ich waere vor Angst fast gestorben und moechte, dass sie repariert wird.
Peter erklaerte, das die Anlage korrodiert ist durch die Meeresluft, und erst ein Jahr alt.
Die Gemeinschaft wuerde kein Geld in eine weitere Anlage investieren, die dann auch wieder nach einem Jahr korrodieren wuerde, eine Anlage kostete ueber 1000 Pfund.
Ich sagte ihm, ich fuehle mich sehr unsicher, weil ich nicht sehen koennte, wer klingelt.
Und heute frueh um vier hatte es bei mir immer wieder Sturm geklingelt, ich waere vor Angst fast gestorben.
Peter sah mich etwas milder gestimmt an, wie eine doch sehr seltene Insektenart, an die man sich nicht spontan erinnern kann.
Er stand auf, und ging aus seinem Wohnzimmer. Ich traute mich kaum, umherzublicken, die Ueberwuerfe ueber seine Sessel und das Sofa, die Fensterbank, die unter dem Bric-a-Brac zusammenzubrechen drohte und in all dem Plunder ein blitzblank geputzter Chromtisch, der aussah, als ob er ihn aus einem Autosalon fuer Premium second hand car geklaut hat.
Nach einer Weile kam er wieder und gab mir einen Zettel.
Das ist meine Telephonnummer, sagte er, Sie koennen mich jederzeit anrufen, auch nachts, ich sehe ja von meinem Erkerfenster, wer vor der Tuer steht;, ich gucke fuer Sie nach.
Doch nicht nachts? Fragte ich entsetzt,
immer, sagte er, ich habe einen sehr guten Schlaf, das stoert mich nicht nennenswert.
Rufen Sie mich einfach an.
Ein paar Tage spaeter gab ich den Kampf mit der Haustuer auf.
Ich bekam sie nicht aufgeschlossen.
Auch nicht nach dem hundertsten Versuch.
Ich klopfte wieder bei Peter.
Er kam heraus mit seinem Schluessel und wollte mir demonstrieren, wie leicht die Tueroeffnung moeglich ist, und dass wir natuerlich kein neues Schloss brauchen.
Er muesste feststellen, das mein Schluessel hakte.
Und nicht so leicht ging wie seiner
Er gab mir seinen Schluessel, und ueberpruefte, ob ich besser damit zurechtkam.
Ich kam besser damit zurecht. So ueberliess er ihn mir, und nahm meinen dafuer.
Das hat mir den Rest gegeben. Das geizzerfressene, muffige Monster mutierte zum strahlenden Helden mit den blauesten
Schweinsaeuglein der britischen Insel.

Es kostete 78 Pfund einen Zeitschalter fuer den Treppenaufgang
einzubauen, dafuer haetten wir 10 Jahre diese Funzel unter der Decke ohne Unterbrechung brennen lassen koennen, aber
Peter musste nicht mehr alle Augenblicke nachschauen, ob das Licht auch wieder ausgemacht worden ist.
In der folgenden Zeit habe ich ihn dann gelegentlich zum Essen eingeladen, was ihm wohl auch relativ gut gefallen haben muss.
sonst waere er ja nicht ein zweites Mal gekommen.
Er hat freimuetig ein bisschen aus seinem Leben erzaehlt, und auch sehr dezente Ansaetze von Humor gezeigt.
Die Beziehung stellte ein gut nachbarschaftliches Equilibrium ohne jeden tieferen persoenlichen Bezug dar.
Peter hat als junger Mann als Fallschirmspringer am 2. Weltkrieg teilgenommen.
Nach Entlassung aus der Armee hat er als Welder, was ungefaehr einem Metallarbeiter gleichkommt, gearbeitet und eine eigene, metallverarbeitende Firma gegruendet, die er in den 70ger jahren wieder verkauft hat, weil die Geschaefte zu schlecht gingen, er hat gejobbt, um seine 2 kleinen Kindern und und seine Frau zu versorgen. Erst als Taxifahrer, spaeter als Statist beim Film
Das hat ihm viel Spass gemacht, und er hat eine Menge beruehmter Schauspieler aus naechster Naehe kennengelernt,
Dann ist er in irgendeinem Council survey angestellt worden und hat darin bis zu seiner Pensionierung gearbeitet.
Seine Frau ist vor 5 jahren an Krebs gestorben. Er sagte, er
hat gedacht, verrueckt zu werden, wenn er nach Hause kam und das Haus leer, war, und sie nicht in der Kueche stand, um das Abendessen vorzubereiten, und die Gerueche nicht den Flur erfuellten.

Er hat das Haus verkauft, und sich das Parterregeschoss hier am Kanal gekauft, um diesen Erinnerungen, die ihn gelaehmt haben, zu entkommen.
Er hat sich neu eingerichtet, und sein Leben neu eingerichtet.
Jeden 2. Sonntag um 7.30 verlaesst er das Haus mit einem Blumenstrauss, um ihn am Grab seiner Frau niederzulegen,
und anschliessend bei ihrer Schwester zu fruehstuecken.
Er hat noch 3 Geschwister , die in Perth , Australien , leben
und die er regelmaessig besucht.
Im letzten Fruehjahr rief ihn sein bester Freund an, der in Sidney lebt. Er sagte ihm, dass er nur noch wenige Wochen zu
leben hat, und ihn so gern noch einmal sehen wuerde.
Peter ist nach Sidney geflogen, und hat mit seinem Freund
die letzten Wochen seines Lebens verbracht. Sie haben alle Orte
aufgesucht, die fuer sie beide und ihre Freundschaft von Bedeutung waren.
Nach der Beerdigung ist er zu seinen Geschwistern nach Perth
weitergeflogen.
Manchmal denkt er daran, dazubleiben.
Aber seine beiden Soehne und ihre Familien leben in Europa
und ueben auch eine gewisse Zugwirkung auf ihn aus.
Der juengere Sohn lebt mit seinen Toechtern und seiner Frau
in der Naehe von Bordeaux und stellt Surfbretter her,
der aeltere Sohn arbeitet in einem Gebaeudeueberpruefungs- und Einwertungskomitee , und hat 3 Kinder.
Benjamin, den Drummer, die kleine Melanie ,mit den taillenlangen feuerroten Haaren, und Richard, dem mittleren
zwischen den beiden. Sie leben 15 Meilen entfernt von Peter.
Ich nehme an, es sind seine Kinder, die ihn hier halten, und von denen er nicht annimmt, dass sie nach Ausstralien uebersiedeln werden, wie einst er und seine Geschwister.

Es ist eigenartig, was fuer eine Wirkung, Wissen ueber eine Person ausueben kann.
Der Fremde, schnell etikettiert, und noch schneller in eine Schublade geworfen, erweckt weder Sehnsuechte noch Mitleid
Er ist hoechstens laecherlich, aufdringlich oder laestig.

Da ich beschlossen hatte, standzuhalten, musste ich auch ueberlegen, wie
Ich fragte Peter, ob er auch eine Einladung erhalten hatte.
Er hatte.
Ich fragte ihn, ob wir zusammen hingehen koennten.
Er bedachte mich wieder mit einem dieser kurzen abschaetzenden Blicke, welche Art von Irrsinn diesmal meinem Kopf entsprungen sein moechte, und ob ihn das was kosten koennte (neue Sprechanlage, neues Schloss usw)
Nachdem er wohl zu einem beruhigenden Ergebnis gekommen, sagte er , ja , natuerlich .
Peter , sagte ich, normalerweise, kann ich das nicht, irgendwo hingehen, wo Leute sind, und mich dort mit ihnen zusammen aufhalten, (es sei denn, ich bin beruflich unterwegs)
ohne erkennbaren Grund, eben nur so, zur Kommunikation
ohne bestimmtes erkennbares Ziel.
Alle Begegnungen arteten immer in einen kollektiven Zustand erhoehter Risikobereitschaft zu allem moeglichen duldete keine Aussenseiter und liess keine Verweigerer zu, ohne sie nicht empfindlich abzustrafen oder zu vernichten.

Peter hatte das irgendwie begriffen. Da alles kostenlos war, Speisen

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