K^Rar

von Marvin Reese
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Prolog

346 Sonnenzyklen sind vergangen seitdem die Dunkelheit dem Licht wich. Die „Alten“ nannten sie „K^Rar“.
Es war die Zeit in der sich das Licht verbarg. Die meisten der Menschen waren dazu gezwungen in Höhlen Schutz zu suchen.
Unzählige Generationen hatten sie unter Tage gelebt, die meisten von ihnen sind in der Zeit verhungert und verdurstet.
Nur wenige der Höhlen boten den Menschen genügend Nahrung und Wasser um zu überleben.
Über die Dekaden entstand eine neue Kultur, ja fast eine andere Spezies. Ihr Anblick ist schrecklich.
Sie sind klein und verkrüppelt. Ihre Haut ist blass und fahl, die Körperhaltung gebückt bis kriechend, die Augen sind groß und blutunterlaufen, unter der Erde entwickelten sie sich anders als an der Oberwelt.
Sie waren so lichtempfindlich geworden, dass sie nur noch in der Dunkelheit in der Lage waren etwas zu sehen. 
Zu tausenden rotten sich die Licht scheuenden Wesen unter Tage zusammen. Geeint durch die ewige Finsternis streben sie ihren eigenen Zielen entgegen.
An die Oberfläche kommen sie nur noch selten, ausschließlich in den dunkelsten Nächten verlassen sie noch manchmal die Höhlen der Unterwelt um auf Beutezug zu gehen.
Die „Alten“, so nennen wir die zerstörte Zivilisation auf deren Ruinen wir nach der Rückkehr des Lichtes unsere Fundamente errichtet haben, haben uns nicht viel hinterlassen.
Die meisten Informationen sind zusammen mit ihnen untergegangen.

Alles was wir Heute wissen, haben wir Form einer uns schwer verständlichen Kurzschrift, auf verwitterten Steintafeln, in den Ruinen der Alten gefunden. 
Die Wahrheit über die Umstände die zum Verschwinden des Lichtes führten, liegen gut vor den Augen der nach Antwort Suchenden verborgen.
Es ist schwer geworden den Rest der spärlichen Informationen, die wir durch alte mündliche Überlieferungen haben, von den Mythen und Legenden zu trennen.
Nur wenigen der Menschen war es möglich in der nähe der ewigen Feuer von Z`miraldá oder Kizeé Schutz vor der erbarmungslosen Kälte und Dunkelheit der großen Nacht zu finden.
Das ewige Feuer der Berge vermochte es, sie vor dem Untergang zu bewahren und ihnen das Augenlicht zu erhalten.
Dort errichteten die Menschen große Festungen und warteten auf die Rückkehr des Lichtes.

Die bekannte Welt wird heute von vielen verschiedenen Kulturen bevölkert, die sich im laufe der Dekaden unabhängig voneinander entwickelten.
Immer öfter kommt es jetzt, wo alle neues Land erschließen, zu Konfrontationen. Vom eisigen Norden bis zum feurigen Süden brennen die Feuer der Schmieden.
Ein Zeitalter in dem der Krieg herrscht bahnt sich an. Wälder werden gerodet um die Werften mit Holz zu versorgen.
Mit einem unglaublichen Aufwand treiben sie Stollen in die Tiefe der Berge um ihnen ihr Erz zu rauben. 
In sinnlosen Schlachten vergießen sie ihr Blut, um ein paar Meter Ackerland zu erobern.
Der Bedarf an neuen Ressourcen ist unersättlich, täglich werden mehr und mehr Sklaven für die schwere Arbeit in den Mienen, Holzfällerlagern, Werften, Schmieden und auf den Feldern der großen Städte gefangen. Diese raue Welt versinkt immer tiefer in einer Spirale der Zerstörung.
Habgier, Hass und Neid erfüllen die Herzen der Menschen. Güte und Ehrfurcht weichen Zorn und Verachtung.
Die Liebe weicht der Trauer. Tief gespalten steuert diese Welt einem erneuten Untergang entgegen.

1. Kapitel / Auf der Sklavenkutsche

Schwitzend und von starken Schmerzen gebeutelt liegt Kidan in einem Käfig auf der Ladefläche einer alten Sklavenkutsche.
Langsam bahnt sie sich den Weg durch die endlose Wüste des Sardischen Reichs. 
Seine langen schwarzen Haare, die er offen trägt, sind voll vom feinem Sand, der ständig in der Luft schwebt.
Die blutunterlaufenen Augen haben Mühe etwas in der glühenden Hitze wahr zunehmen.
Nur die verschwommene Umrisse seiner Peiniger und die der zahllosen Dünen kann er erkennen.
Die Strapazen der letzten Tage zwingen seinen Kreislauf zunehmend in die Knie.
Immer wieder muss er an das schreckliche Röcheln seiner Mutter denken, als man ihr ein Schwert in Brust rammte.
Seinem Vater schlug man zuvor schon den Kopf ab, mutig hat er sich den Sklavenjägern in den Weg gestellt, um seine Familie zu beschützen.
Kidan war nach diesem Anblick wie versteinert. Tatenlos sah er noch dabei zu, wie sie seine Mutter ermordeten.
Willenlos ließ er sich anschließend brandmarken und  auf die Kutsche schleppen. Bald fünf Tage sind sie seitdem unterwegs.
In der Zeit hat er weder gegessen noch getrunken. Seine Kehle schmerzt bei jedem Schlucken und auch das Atmen fällt ihm zunehmend schwerer.
Ständig hört er die fremdartig klingenden Schreie der Sklavenjäger. Brutal schlagen sie auf die Gefangenen ein, immer wieder wird auch er von ihnen traktiert.
Als ihm jetzt jemand gegen den Kopf schlägt flimmern plötzlich Schatten vor seinem inneren Auge hin und her. Seine Ohren versagen ihm den Dienst.
Er verliert die Besinnung, alles scheint irgendwie zu wackeln. Die Welt um ihn herum ergraut allmählich.
Ohnmacht umfängt ihn und seine Schmerzen weichen einer unbeschreiblichen Stille.

2. Kapitel / Halt in Barik

„Wach auf! Los wach endlich auf!“ Langsam kommt Kidan wieder zu Bewusstsein und der Schmerz kehrt zurück .
Mit größter Anstrengung versucht er nun seine Augen zu öffnen, doch egal wie stark er es auch versucht, es will ihm einfach nicht gelingen.
„Warte, ich helfe dir. Deine Augen sind noch völlig vom Sand verklebt. Hier, nimm dieses Tuch!“ Kidan zuckt leicht zusammen, als er bemerkt wie etwas nasses seine Hand berührt.
Instinktiv greift er nach dem nassen Tuch und drückt es sich sofort an seinen Mund.

Seine zerschlissenen Lippen umschließen gierig das Tuch, während er beginnt die Feuchtigkeit aus ihm heraus zu saugen,
„Damit sollst du dir den Sand aus den Augen reiben, ich habe hier was zu Trinken für dich.“ Vorsichtig wischt sich nun Kidan den Dreck aus den Augen.
Die Sandkörner haben die Augen zusammen mit seiner Tränenflüssigkeit komplett verklebt.
Als er sie jetzt endlich öffnet, kann er die verschwommenen Umrisse einer großen Gestalt vor sich erkennen, die ihm eine Karaffe entgegen hält.
Dankbar greift er danach und schüttet das kühle erfrischende Nass in sich hinein, während er versucht seinen unendlichen Durst zu stillen, kommt es wie es kommen musste.
In der Gier hat er sich verschluckt und ringt nun um Atem, sein Magen verkrampft und er beginnt zu würgen.

„Langsam langsam, es ist genug da. Dein Magen ist es nicht mehr gewohnt, du wirst

Prolog +1-2. Kapitel von K^Rar. Dies ist eine Leseprobe aus dem noch in der Entstehung befindlichen Fantasyroman K^Rar. Diese Leseprobe wurde noch keiner Korrektur unterzogen. Das Kopieren, Verändern oder Verwenden dieses Textes ist nicht erlaubt. Alle Rechte liegen bei mir. Bei Fragen, Kritik, Verbesserungsvorschlägen oder sonstigen Anliegen können Sie sich mit mir über E-Mail in Verbindung setzen.
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