Komische Wirklichkeiten (Wie man Menschen richtig beurteilt)

von Alf Glocker
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Meine Güte – was neigen wir aber auch zu Fehlurteilen, wenn es um die Einschätzung von Menschen geht?! Wir fallen, genau genommen, wirklich auf alles und jeden herein, dem wir begegnen! Warum ist das so? Nun, weil wir uns von der Realität täuschen lassen!

Da ist jemand schön oder erfolgreich, schon nehmen wir an, daß wir ihm/ihr vertrauen können. Das ist so, weil wir das so wollen – schließlich haben wir ja einen freien Willen ... harharr. Und wir haben die Hoffnung, die uns beinahe über alle Tatsachen der Welt hinwegtäuscht.

Zugegeben: Das ist schön und hat auch sein Gutes. Aber, andererseits, was müssten wir denn tun, um zu richtigen Urteilen zu kommen? Die Lösung ist mal wieder ganz einfach - wenn man will. Wir müssen nur zu einem grausamen Verfahren greifen, sonst nichts – wir entkleiden die betreffende Person.

Wer jetzt denkt, angesichts der körperlichen Nacktheit eines Gegenübers würde die Täuschung erst anfangen, der hat mich (noch) nicht verstanden. Natürlich können wir ihn/sie seiner/ihrer Kleidung berauben und dann enttäuscht oder entzückt sein ... aber im Hinblick auf ein neutrales Urteil bringt das wohl nichts.

Zuallererst nehmen wir ihm das Geschlecht (selbstverständlich ausschließlich in Gedanken – wir sind ja keine Verbrecher), dann sein gesamtes Aussehen und zum Schluss noch seine (Aus)Bildung und sein Ansehen. Dann haben ETWAS vor uns – ein Wesen – keinen Menschen mehr ... aber seine innerste Wahrheit.

Sofort werden wir erkennen, was von diesem Schaubild, von dieser absoluten Täuschung, die eine Person um sich gestalten kann, übrig geblieben ist. Das sind: seine Interessen, seine Begabungen, seine tiefsten Absichten (ehrlich oder unehrlich) und seine Vorgehensweisen. Diese werden wir wir dann besonders deutlich erfahren!

Und wir werden erstaunt sein, wie schlecht manche vordergründig religiösen Kandidaten aussehen, wie klug attraktive Blondinen sein können (nicht müssen), oder wie abgrundtief verkommen Leute oft sind, die hohe Ämter bekleiden oder unglaubliche Würden tragen.

Sobald der Anzug (die Zwiebelschalen) weg ist (sind), haben wir das Skelett der Seele vor Augen! Aber, wollen wir das? Wie oft würden wir uns denn ekeln, vor klar ersichtlichen Scheußlichkeiten?! Von einem „sozialen“ System, das von – sagen wir vorsichtshalber mal - „Kuriositäten“ gemacht und gepflegt wird, kann man sich doch nur abwenden ...

Wir aber wollen uns in das Schöne verlieben (in das was wir dafür halten), an das Gute glauben (an das was wir dafür halten) und gerne Mitglied in einer funktionierenden menschlichen Gesellschaft (in dem was wir dafür halten) leben, um glücklich zu sein!

Lassen wir uns also von der tiefsten Weisheit nicht irritieren und wenden wir uns wieder dem Realen, der Realität zu, die sogleich gut wird, zu werden scheint und es dann auch ist, wenn wir den Objekten unserer Betrachtung wieder alles zurückgeben, was sie brauchen, um hier ein Theater zu zelebrieren ...

Wirtschaftswunder, Kriege, Erbschleichereien, Heiratsschwindel (egal auf welchem Niveau), Liebeserklärungen, Sklaverei und Unterdrückung, Befreiungskämpfe auf allen Ebenen, Hungersnöte und Kulturkatastrophen – das kommt doch nicht alles von ungefähr! Wer das erleben will, der muss schon hie und da eine kleine Täuschung in Kauf nehmen!

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