Stille

von Ekaterina Neff
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Es ist still, wenn ich zuhause bin.
Es ist still, wenn ich alleine bin.

Es ist still, wenn sie sich nicht meldet.

Es ist die Stille, die mir Angst macht.

Es ist die Stille, die mich nachts nicht schlafen lässt.

Es ist die Stille, die mich zum nachdenken bringt.

Es ist die Stille, die mich weinen lässt.


Die Stille ist mein düsterer Begleiter, den ich ihr nie vorgestellt habe.


Wenn ich am Rande des Lochs stehe und hinunterschaue, ist es die Stille, die neben mir steht.
Es ist die Stille, die mich ermutigt all das was mich bedrückt in das Loch zu werfen und hinterher zuspringen.
Es ist die Stille, die mich in meinem eigenen Selbstmitleid zu ertränken versucht.
Die Stille ist nicht greifbar.


Es ist still, wenn sie nicht da ist.

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Kommentare

30. Mär 2020

Die Folter der beschriebenen Stille fasst nur, der sie wiederholt und chancenlos (aber wirklich chancenlos?) zu ertragen hat.
LG U.