Die Erkennbarkeit des „Sinns“

von Alf Glocker
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Viele Menschen glauben ja immer noch, das Leben müsse einen „Sinn“ haben – aber was meinen sie damit? Meinen sie den persönlichen Erfolg, auf Ursache und Wirkung beruhend womöglich? Sehen sie den „Sinn“ in einem erfüllten Liebesleben? Meinen sie, sie könnten mit ihrer Erziehung garantieren, daß ihre Kinder wohl geraten? Denken sie, wenn sie „Sinn“ sagen, an einen immerwährenden Fortschritt, auf der Basis der Vernunft?? Dann lasset uns beten …

Die Interpretationsmöglichkeiten, was einen etwaigen „Sinn“ betrifft, sind vielleicht so vielfältig, wie die meisten Menschen einfältig sind. Viele glauben ja auch immer noch, die „Weltgeschichte“ läge schon hinter uns, und sie übersehen dabei, daß wir alle mittendrin stecken. Lässt sich daraus ein Sinn ableiten? Vielleicht schon – aber dann sicher nicht der, den wir uns erwarten.

Vorsichtshalber lesen einige unter uns gewisse Anleitungsbücher, mit deren Hilfe wir uns erhoffen, einen Sinn in unserem Leben gewährleisten zu können. Das ist die einfachste Methode: Glaube einem geldgierigen und raffinierten Scharlatan und Selbstbetrüger jedes Wort, eifere ihm nach und du wirst einen Sinn ganz „automatisch“ erleben. Es ist doch alles ganz einfach –

aber wenn es so wäre, dann müssten wir auch die Bücher derer gelesen haben, für die das nicht so war. Die allerdings sind nirgends erhältlich, weil man sie gar nicht erst zum Zuge kommen ließ … aber das ist es doch ausschließlich, was naive Menschen wollen: „Zum Zuge kommen“! Ob im Beruf, im Bett, oder in Sachen Selbstverwirklichung – jeder ist sich selbst der Nächste.

Daß dies nichts nützt, hat aber tatsächlich mit einer Art „Sinn“ zu tun, unter dessen Fittichen wir alle, samt und sonders, ausnahmslos zusammengefasst sind … und dabei handelt es sich um die Weltgeschichte, die wir keineswegs bereits hinter uns gelassen haben! Darin hat jeder sein Scherflein zu tragen! Alle hoffen, alle glauben, aber im Grunde kommt es immer anders als man denkt!

Bau dir doch was auf, sagt der Egoismus. Doch leider kann er nicht gleich ein Rezept mitliefern, auf welche Weise dieser „Aufbau“ dann auch klappt. Gerate in die falsche Umgebung und du wirst erschossen, vielleicht auch nur gemobbt, schlimmstenfalls überhaupt nicht geliebt, obwohl du alles Menschenmögliche dafür oder dagegen getan hast … was nicht klappen soll, das klappt auch nicht.

Murphys Law mit eingerechnet, denn es gibt überhaupt keine Methode, nach der etwas klappen MUSS! Mit Überraschungen muss dagegen stets gerechnet werden, denn wir befinden uns auf der Erde und nicht auf einem Holodeck, wo wir unseren Lebenslauf – für uns sinnvoll – programmieren können. Das bilden wir uns zwar standhaft und stur ein, aber dran ist da nur feuchter Kehricht …

Und genau den bekommt der, dessen Rolle im Universum ganz anders aussieht, als es ihm seine Triebe, seine Phantasie, sein Pflichtgefühl, oder sein ganz persönlicher Wahnsinn eingibt – sei er nun zum Massenmörder prädestiniert, oder zum Wohltäter. Nichts hilft einem Menschen auf den Thron der Erfüllung eines reichen Lebens, wenn die Umstände nicht brav mitspielen.

Und nun blicken wir doch einmal „voller Vertrauen in unser Geschick“ zurück! Sehen wir da hauptsächlich Menschen, denen es vergönnt war, einen „Sinn“ in ihrem Dasein zu installieren? Oder begegnen uns Gefallene, Hungernde, Siechende, Missbrauchte, in einem unerträglichen Übermaß? Nein, das ist kein Pessimismus, das ist ein Hinweis darauf, wie Optimismus aussehen könnte …

Um, optimistischer-weise, einen echten Sinn in ein Dasein zu bekommen, sollte man sich zuerst einmal nichts vormachen müssen, sondern eifrig darangehen, die wahren Hintergründe, Sachverhalte und natürlich auch die Intentionen hochverehrter Zeitgenossen mit Einfluss nicht nur zu analysieren, sondern selbstverständlich auch zu erkennen. Dann jedoch bitte nicht weinen …

sondern direkt zur Tat schreiten! Einsehen, was es mit so einem Menschenleben auf sich hat, denken, denken und nochmals denken – und sich nicht von ein paar Scheinoptimisten ins Bockshorn jagen lassen, die nur den eigenen Profit im Auge haben, wenn sie dir unnötig gute Ratschläge erteilen, mit denen nur sie selbst etwas anfangen können. Dassss ist der „Sinn“ und nichts anderes!!

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Kommentare

30. Mai 2018

Dieser Text macht Sinn -
Drum ist er ein Gewinn!
(Putzen laut Krause sinnlos sei -
Drum nimmt sie sich ständig frei ...)

LG Axel